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Seitliche Aufnahme einer Person mit Schürze, die an einem Tisch in einer Werkstatt sitzt. Um das Handgelenk hat sie feine Goldarmbänder. Über dem Tisch hängen verschiedene Werkzeuge
© (JLco) Julia Amaral | stock.adobe.com

Werte, die bleiben: Goldschmiedehandwerk als Immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt

Hohe Auszeichnung für ein Handwerk, das Geschichte, Können und Emotion verbindet: Österreichs Goldschmiede wurden in das Nationale Verzeichnis aufgenommen

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Aktualisiert am 16.04.2026

Wien (OTS) - Mit heute, 16. April 2026, wurde das „Goldschmiedehandwerk in Österreich“ offiziell in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Damit wird eine Handwerkstradition gewürdigt, die seit Jahrhunderten tief in der österreichischen Kultur verankert ist und nach wie vor mit höchster Präzision, künstlerischem Gespür und großem persönlichem Einsatz gelebt wird.

Goldschmiedinnen und Goldschmiede schaffen nicht einfach Schmuck. Sie fertigen Trauringe, die für ein gemeinsames Leben stehen, Ehrenzeichen für besondere Verdienste, sakrale Geräte für Kirchenräume oder Erinnerungsstücke, die über Generationen weitergegeben werden. Jedes Stück ist mit Bedeutung aufgeladen und erzählt eine eigene Geschichte.

„Goldschmiede schaffen Werte, die bleiben. Unsere Arbeit verbindet handwerkliche Präzision mit Emotion, Erinnerung und kultureller Bedeutung“, betont Bundesinnungsmeister der Kunsthandwerke in der Wirtschaftskammer Österreich Wolfgang Hufnagl: „Die Aufnahme in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes ist eine große Anerkennung für alle, die dieses Wissen mit Leidenschaft ausüben und an die nächste Generation weitergeben. Das Goldschmiedehandwerk ist mehr als ein Beruf – es ist gelebte Kultur, kreatives Können und ein wertvoller Teil der österreichischen Identität.“

Alte Techniken, lebendige Gegenwart

Zum Handwerk gehören traditionelle Techniken wie Schmieden, Gravieren, Ziselieren, Treiben, Fassen und das präzise Arbeiten mit Edelmetallen und Edelsteinen.

Vieles davon hat sich seit mehr als 5000 Jahren bewährt und wird bis heute in Werkstätten in ganz Österreich weitergegeben. Die Herstellung reicht vom ersten Entwurf über das Schmelzen, Formen und Fügen bis zum letzten Finish.

Die Zahl der Mitgliedsbetriebe des Goldschmiedehandwerks in Österreich liegt in den letzten Jahren stabil bei rund 560. Getragen wird die Tradition von einer engagierten Gemeinschaft aus Meisterinnen und Meistern, Gesellinnen und Gesellen sowie Lehrlingen.

So bleibt das Wissen nicht nur erhalten, sondern entwickelt sich weiter – zwischen überlieferten Techniken, neuen Gestaltungsideen und einem wachsenden Bewusstsein für nachhaltige Fertigung, Recycling und Qualität.

Die Eintragung in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes würdigt somit nicht nur die reichhaltige Geschichte, sondern stärkt auch das Bewusstsein für die Zukunft des Goldschmiedehandwerks.

Goldschmiedinnen und Goldschmiede bewahren nicht nur Techniken – sie schaffen Stücke von bleibendem Wert, die Menschen und Generationen miteinander verbinden.