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Österreichs IT-Sektor wächst doppelt so stark wie die Gesamtwirtschaft

Neue Studie zeigt enorme Bedeutung für Wertschöpfung, Beschäftigung und Standortzukunft

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 24.06.2026

„Österreichs IT ist ein zentraler Wertschöpfungsmotor, denn jeder elfte Euro in Österreich wird durch IT erwirtschaftet. Damit schafft unsere Branche Wohlstand, Einkommen und öffentliche Einnahmen, und das direkt in den Unternehmen und über Zulieferer, Investitionen und Konsum. Wer über digitale Transformation spricht, muss daher über Standortpolitik sprechen“, betont Martin Puaschitz, IT-Sprecher des Fachverbands Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), anlässlich einer neuen Branchenstudie von Economica im Auftrag von UBIT und dem Verband Österreichischer Software Innovationen (VÖSI). 

Die Studie zeigt die enorme volkswirtschaftliche Bedeutung des IT-Sektors. Der IT-Sektor zählt mittlerweile zu den größten Wirtschaftsbereichen des Landes. Seine Wertschöpfung übertrifft bereits jene der Energieversorgung und liegt nahezu doppelt so hoch wie jene der Baubranche.

Insgesamt sind 322.513 Menschen direkt oder indirekt in IT-Berufen beschäftigt – das entspricht mehr Menschen, als die zweitgrößte Stadt Österreichs Einwohner hat.

Die Beschäftigung ist in den vergangenen sieben Jahren um 38 Prozent gestiegen, die Wertschöpfung seit 2019 um 54 Prozent gewachsen. Darüber hinaus generiert die Branche 14,7 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben. Das entspricht dem gesamten Körperschaftsteueraufkommen Österreichs sowie 10,2 Prozent des gesamten Abgabenaufkommens des Jahres 2025. 

IT als Schlüsselindustrie des Standorts

„Die IT-Branche bildet das Rückgrat der digitalen Transformation. Unsere Studie macht dies nun zum zweiten Mal in ihrem vollen Umfang sichtbar: Der IT-Sektor im weiteren Sinn erwirtschaftet 40,5 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung – das sind 8,85 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Schon der Kernbereich der IT, etwa Softwareentwicklung, Programmierung und IT-Beratung, übertrifft mit 16,5 Milliarden Euro die direkte Wirtschaftsleistung der Energieversorgung. Die IT ist längst eine Schlüsselindustrie. Sie wächst seit 2019 real um 18 Prozent und wirkt damit in herausfordernden Zeiten expansiv“, ordnet Studienautor Prof. Christian Helmenstein die Ergebnisse volkswirtschaftlich ein.

Besonders stark ist die Branche in Wien vertreten: Rund 50 Prozent der IT-Wertschöpfung und 43 Prozent der Beschäftigung entfallen auf die Bundeshauptstadt. Helmenstein verweist zudem auf die hohe Investitionsintensität des Sektors: „31.500 Beschäftigte sichern mit überdurchschnittlichen Löhnen ein leistungsfähiges IT-Ökosystem.“ 

Digitale Souveränität und Innovation stärken

„Die Studie bestätigt, was wir im VÖSI seit Jahren beobachten: Österreichs IT-Branche ist ein zentraler Pfeiler unserer wirtschaftlichen Zukunft. Mit 8,85 Prozent Anteil an der gesamten Wertschöpfung und mehr als 322.000 Beschäftigten ist die IT ein Schwergewicht der österreichischen Wirtschaft. Jeder Euro, der in IT fließt, erzeugt überdurchschnittliche Effekte – direkt, indirekt und induziert“, erklärt Doris Lippert, Präsidentin des VÖSI.

Mit Blick auf die Zukunft betont Lippert: „Diese Zahlen sind ein Auftrag: Österreich braucht eine aktive Standortpolitik, die digitale Souveränität stärkt, Fachkräfte sichert und Innovation beschleunigt. Die IT-Branche ist bereit – und sie ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Digitale Souveränität ist kein Luxus, sie ist eine Voraussetzung für den Wirtschaftsstandort Österreich.“ 

Auch Peter Lieber, Vizepräsident des VÖSI, unterstreicht die Bedeutung der Branche: „Software ist heute weit mehr als eine eigene Branche. Sie ist die Innovationskraft hinter Industrie, Gesundheit, Energie und Verwaltung.“ Gleichzeitig macht er deutlich, dass dieser Erfolg nicht selbstverständlich ist und weiterhin die richtigen wirtschafts- und innovationspolitischen Rahmenbedingungen braucht. 

Über den VÖSI

Der Verband Österreichischer Software Innovationen (VÖSI) ist eine Interessensgemeinschaft der bedeutendsten österreichischen IT-Unternehmen. 1986 gegründet, sind rund 50 große und mittlere Software- und IT-Dienstleistungsunternehmen im VÖSI organisiert. Der VÖSI bietet eine Verankerung in der IT-Szene für alle Mitglieder.

Österreichs wirtschaftliche Zukunft hängt wesentlich von eigener Technologie- und Softwarekompetenz ab. Diskussionsplattform für Branchenthemen, Networking und das zeitgerechte Erkennen von Trends und Themen sind innerhalb des VÖSI wichtige Aufgaben. 

Über den Fachverband UBIT in der Wirtschaftskammer Österreich

Der Fachverband UBIT vertritt die Interessen der Unternehmen aus Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie in Österreich und setzt sich für moderne Rahmenbedingungen, Fachkräfte, Innovation sowie die Sichtbarkeit der Branchenleistungen ein.