WKÖ Experte Gleißner stellt klar: 6. Urlaubswoche ist für Österreich untragbar
Österreich hat im EU-Vergleich bereits viele Urlaubs- und Feiertage. Die WKÖ warnt vor zusätzlichen Kosten und Produktivitätsverlusten.
Lesedauer: 1 Minute
Österreich hat im internationalen Vergleich überdurchschnittlich viele Urlaubs- und Feiertage. Eine 6. Urlaubswoche für alle, wie der ÖGB sie fordert, würde die seit Jahren stagnierende Produktivität noch mehr drücken und Wettbewerbsfähigkeit kosten
„Die Produktivität in den heimischen Betrieben stagniert seit Jahren und die gestiegenen Lohnstückkosten haben uns in den vergangenen Jahren enorm an Wettbewerbsfähigkeit gekostet. Zusätzliche Kostenbelastungen für die Unternehmen sind angesichts dieser Situation nicht tragbar, vor allem, da die Konjunktur immer noch nicht rund läuft“, sagt Rolf Gleißner, Leiter der Abteilung für Sozial- und Gesundheitspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
Die WKÖ lehnt den Ruf von ÖGB und AK nach einer 6. Urlaubswoche für alle daher entschieden ab, zumal Österreich im EU-Vergleich ohnehin zu den Ländern mit den meisten Urlaubs- und Feiertagen zählt.
„Wir haben mit 25 Urlaubstagen und 13 Feiertagen insgesamt 38 arbeitsfreie Tage im Jahr. Das ist weit über dem EU-Schnitt und auch deutlich mehr als bei unserem wichtigsten Handelspartner Deutschland“, erklärt Gleißner. Dort gibt es nur 20 Urlaubstage und – je nach Bundesland unterschiedlich – auch weniger Feiertage als in Österreich.
„Die Zahlen zeigen, dass 5 Urlaubswochen im internationalen Vergleich eine durchaus großzügige Regelung darstellen. Eine 6. Urlaubswoche gibt es nur nach langer Betriebszugehörigkeit als Anerkennung für die Loyalität zum Unternehmen und dies soll auch so bleiben. Gerade angesichts der demografischen Entwicklung, durch die sich ein zunehmender Fachkräftemangel abzeichnet, werden wir uns noch mehr Urlaub nicht leisten können“, so Gleißner.
(PWK344/DFS)