2.694 Tankstellen sichern mit einem breiten Angebot die österreichische Kraftstoffversorgung
Erhebung des Fachverbands der Energierohstoff- und Kraftstoffindustrie: Tankstellennetz in Österreich ist vielseitig – Bereich Elektromobilität entwickelt sich besonders dynamisch
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Das Tankstellennetz in Österreich präsentiert sich stabil und vor allem vielseitig: Laut einer aktuellen Erhebung des Fachverbands der Energierohstoff- und Kraftstoffindustrie (FVEK) waren zu Jahresende 2025 österreichweit 2.694 öffentlich zugängliche Tankstellen in Betrieb.
Besonders dynamisch entwickelt sich der Bereich Elektromobilität – Schnellladepunkte ab 150 kW stellen bereits die Mehrheit aller Ladepunkte dar.
Das im EU-Vergleich dichte österreichische Tankstellennetz gewährleistet die flächendeckende Versorgung von über 5 Millionen Pkw sowie Motorrädern, Autobussen und Lastkraftwagen. Die Erhebung unterscheidet zwei Tankstellengruppen: Die 1.283 Major-Branded Servicestationen umfassen die Marken der FVEK-Mitgliedsunternehmen Enilive, bp, OMV mit Avanti, Shell und JET.
Die zweite Gruppe vereint mit 1.411 Standorten weitere Marken wie Turmöl, Genol, Avia, SOCAR und andere. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Major-Branded Tankstellen (-22) wie auch jene der sonstigen Tankstellen (-8) geringfügig zurückgegangen.
Die Verteilung der 1.283 Major-Branded Standorte auf die FVEK-Mitgliedsunternehmen stellt sich wie folgt dar: 310 Enilive, 259 bp, 219 OMV, 196 Shell, 162 JET und 137 Avanti (OMV). Hinzu kommen 273 Dieselabgabestellen für die Landwirtschaft.
Mehr als Tanken: Servicestationen als Knotenpunkte des Alltags
"Tankstellen sind zu verlässlichen Alltagsbegleitern geworden – ob für den schnellen Kaffee auf dem Weg zur Arbeit, den Einkauf zwischendurch oder die kurze Pause auf langer Fahrt. Dieses Angebot wird gezielt weiter ausgebaut", berichtet Hedwig Doloszeski, Geschäftsführerin des FVEK.
Von den Major-Branded Servicestationen verfügen 1.062 über einen Shop, 910 über ein Bistro. Bei den sonstigen Tankstellen sind es 317 bzw. 147 Standorte. Insgesamt haben 964 Tankstellen rund um die Uhr geöffnet. Autobahntankstellen (ohne Schnellstraßen) sind eine Spezialform der Servicestationen und insbesondere für den Transitverkehr von großer Relevanz. Diese Gruppe wird mit 73 Stationen ausschließlich vom Major-Branded-Bereich abgedeckt.
Anzahl der Tankstellen mit Ladeinfrastruktur steigt rasant an
Die Elektrifizierung des Tankstellennetzes nimmt Fahrt auf: 2025 waren es bereits 334 Tankstellen, an denen E-Autos geladen werden können, 259 davon Major-Branded-Tankstellen.
Die Gesamtzahl der Ladepunkte an österreichischen Tankstellen ist im Jahr 2025 noch einmal um fast 57 Prozent auf 1.246 angestiegen. Davon entfallen 1.119 auf Schnellladepunkte ab 150 kW – also bereits die überwiegende Mehrheit.
Auch alternative Kraftstoffe sind im Netz verankert: CNG (Erdgas) ist an 64 Standorten verfügbar (47 davon Major-Branded), LNG (Flüssigerdgas) an 9 Standorten (8 Major-Branded) und LPG (Autogas) an 29 Standorten (8 Major-Branded). Zudem bieten 160 Tankstellen, davon 84 Major-Branded, die Dieselkraftstoff-Alternative HVO 100 (Hydrotreated Vegetable Oil) an, die aus Abfall und Reststoffen hergestellt wird.
„Die Tankstelle der Zukunft ist ein Energiehub – und wir sind mittendrin, sie zu bauen", so Doloszeski. „Die Branche investiert konsequent in ein breiteres, saubereres Energieangebot. Dabei setzen wir auf den Parallelbetrieb: Konventionelle Kraftstoffe bleiben im Angebot, solange sie gebraucht werden – und alternative Energieträger gewinnen Schritt für Schritt an Gewicht. So stellen wir sicher, dass während der Transformation eine flächendeckende und bedarfsorientierte Versorgung der Kundinnen und Kunden gewährleistet wird."
Tankstellenstatistik 2025
Über uns
Der Fachverband der Energierohstoff- und Kraftstoffindustrie (FVEK) ist eine Fachorganisation innerhalb der Wirtschaftskammer Österreich und fungiert als gesetzliche Interessenvertretung sowie als wichtiges Bindeglied zwischen Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Mitglieder sind Unternehmen, die maßgeblich zur Energieversorgung und Mobilität in Österreich beitragen.
Sie gewinnen und verarbeiten flüssige und gasförmige Energierohstoffe, setzen moderne Untertagetechnologien ein und entwickeln Geoenergiesysteme wie Geothermie sowie Lösungen für CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCUS).
Darüber hinaus verarbeiten sie Erdöl in Kombination mit nachhaltigen Rohstoffen und treiben die Entwicklung konventioneller wie alternativer Kraftstoffe voran. Ebenso stellen sie die notwendige Infrastruktur und Technik für erneuerbare Mobilität bereit und gestalten damit den Weg in eine klimafreundlichere Zukunft.