Sanierungsoffensive wichtiger Impuls für Immobilienwirtschaft und Klimaschutz
Fachverband Immobilien begrüßt 500-Millionen-Euro-Paket der Bundesregierung – Um Energiebedarf zu senken, Vorrang für thermische Sanierung und Beschattung
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„Die Sanierungsoffensive der Bundesregierung ist ein wichtiges und erfreuliches Signal für die österreichische Immobilienwirtschaft. Mit den bereitgestellten 500 Millionen Euro werden dringend notwendige Investitionen in den Gebäudebestand unterstützt und zugleich wertvolle Impulse für die Bauwirtschaft, die Beschäftigung und die regionale Wertschöpfung gesetzt“, begrüßt Roman Oberndorfer, Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), das von der Politik nun für 2027 vorgestellte Maßnahmenpaket.
Als besonders positiv bewertet die Immobilienwirtschaft die deutliche Aufstockung der Mittel für die thermisch-energetische Sanierung. Von den insgesamt 500 Millionen Euro entfallen 321 Millionen Euro auf Maßnahmen wie Gebäudedämmung und Fenstertausch und 179 Millionen Euro auf den Austausch fossiler Heizsysteme.
„Damit werden wichtige Voraussetzungen geschaffen, um den österreichischen Gebäudebestand schrittweise energieeffizienter, klimafreundlicher und langfristig wirtschaftlicher zu gestalten“, so Branchensprecher Oberndorfer.
Nachhaltige Verbesserung der Energieeffizienz beginnt bei der Gebäudehülle
Aus Sicht der Immobilienwirtschaft ist die Reihenfolge der Sanierungsmaßnahmen entscheidend. Eine nachhaltige Verbesserung der Energieeffizienz beginnt bei der Gebäudehülle. „Auf die richtige Reihenfolge kommt‘s an“, betont Oberndorfer. Wer den Energieverbrauch eines Gebäudes dauerhaft reduzieren will, muss zuerst den Heiz- und Kühlbedarf senken. Eine gut gedämmte Gebäudehülle, energieeffiziente Fenster und eine wirksame Beschattung sind dafür wesentliche Voraussetzungen. Erst auf dieser Grundlage sollten neue Heiz- und Kühlsysteme entsprechend dem tatsächlich verbleibenden Energiebedarf dimensioniert werden.“
Gerade vor dem Hintergrund steigender Temperaturen vor allem im Sommer gewinnt neben der Wärmedämmung auch die Beschattung von Gebäuden an Bedeutung. Der WKÖ-Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder begrüßt daher ausdrücklich, dass die Sanierungsoffensive auch zusätzliche Förderanreize für außenliegenden Sonnenschutz vorsieht.
Priorisierung auch, um Fördermittel zielgerichtet und wirtschaftlich einzusetzen
Eine konsequente Priorisierung der Maßnahmen ist nach Ansicht des Fachverbandes nicht nur aus Klimaschutzgründen, sondern auch im Sinne eines effizienten Einsatzes öffentlicher Fördermittel geboten.
„Wer zuerst in neue Heiz- oder Kühlsysteme investiert und erst danach die Gebäudehülle verbessert, riskiert eine unnötige Überdimensionierung der technischen Anlagen. Das verursacht vermeidbare Investitionskosten und kann dazu führen, dass auch die Fördermittel höher ausfallen als tatsächlich erforderlich. Wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist daher die klare Reihenfolge: zuerst thermisch sanieren und beschatten, danach die erforderliche Heiz- und Kühltechnik bedarfsgerecht auslegen“, erläutert Oberndorfer.
Verlässliche Rahmenbedingungen für langfristige Investitionen
Für die heimische Immobilienwirtschaft sind neben der Ausgestaltung der Förderung insbesondere Kontinuität, Planbarkeit und eine möglichst unbürokratische Abwicklung entscheidend. Sanierungsmaßnahmen erfordern eine sorgfältige Vorbereitung und Abstimmung zwischen Eigentümern, Hausverwaltungen, Planern und ausführenden Unternehmen.
Der Fachverband begrüßt daher auch die angekündigte Vereinfachung und Vereinheitlichung der Förderverfahren. Es sei entscheidend, dass die bereitgestellten Mittel möglichst rasch und zielgerichtet in konkrete Sanierungsprojekte fließen können.
„Die Sanierung des Gebäudebestands ist eine langfristige Aufgabe. Dafür brauchen Eigentümer und Immobilienunternehmen verlässliche Rahmenbedingungen und Förderinstrumente, die aufeinander abgestimmte, wirtschaftlich sinnvolle Gesamtlösungen unterstützen. Die Sanierungsoffensive ist dafür ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, so WKÖ-Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer abschließend.