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Recht und Steuern in Italien

Unsere AußenwirtschaftsCenter in Italien wissen über lokale Rechts- und Steuerfragen Bescheid und beraten Sie gerne

Allgemeine Informationen 

Andere Länder, andere Sitten: Die Rechts- und Steuersysteme unserer Handelspartner weichen oft sehr stark von dem ab, was uns aus Österreich bekannt ist. Bei Export, Import und Firmengründung müssen lokale Gesetze aber jedenfalls beachtet werden. Damit Sie nicht in teure Verfahren verwickelt werden, gilt: Besser vorher abklären, was die Spielregeln sind. 

Unsere AußenwirtschaftsCenter haben ein breites Fachwissen und Erfahrung bei lokalen Rechts- und Steuerfragen, die Sie Ihnen für eine juristische und steuerliche Erstberatung gerne zur Verfügung stellen. Sollte Ihre Anfrage einer rechtsanwaltlichen Expertise bedürfen, haben wir ein großes Netzwerk an deutsch- und landessprachigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten.

Unsere AußenwirtschaftsCenter in Mailand hilft Ihnen in Rechts- und Steuerfragen in Italien weiter. Melden Sie sich bei uns!

Betriebsstätte und Mehrwertsteuerregistrierung: wie funktioniert das in Italien?

Werden Dienstleistungen und Waren nach Italien exportiert, müssen auch die italienischen Vorschriften beachtet werden. Das betrifft einerseits formale Bestimmungen, wie Etikettierung und Berufszulassungen, andererseits steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Regelungen.

Mehrwertsteuerregistrierung: Bei Verkäufen an Privatpersonen in Italien muss immer eine Mehrwertsteuerregistrierung erfolgen. Das betrifft vor allem auch Direktverkäufe auf Messen und Märkten. Durch die Eröffnung einer italienischen Mehrwertsteuernummer erlangen Sie die volle Steuersubjektfähigkeit für Ihre Geschäfte in Italien. Das bedeutet, dass Sie auch alle Pflichten des italienischen Mehrwertsteuergesetzes erfüllen müssen (Fakturierung, Aufzeichnungen, Berechnung und Abführung der Mehrwertsteuer, usw.). Die Bearbeitung für den Erhalt einer Mehrwertsteuernummer dauert ca. drei Wochen ab Antragstellung. Die Eintragung in die MIAS Datenbank für innergemeinschaftliche Lieferungen nimmt zusätzlich 30 Tage in Anspruch.

Betriebsstätte: Wenn Sie Personal einstellen oder Räumlichkeiten in Italien anmieten, sollte jedenfalls geprüft werden, ob eine fiskalische Betriebsstätte besteht. Das betrifft vor allem auch die Anstellung von Außendienstpersonal vor Ort. Oft kommt es dabei nicht auf die vertragliche Formulierung, sondern auf die tatsächlichen Umstände an. Wenn beispielsweise eine Person wirtschaftlich von Ihrem Unternehmen abhängig ist, kann eine Betriebsstätte vorliegen. Ist das der Fall, unterliegen die Überschüsse, die von der italienischen Betriebsstätte erwirtschaftet werden, der italienischen Einkommenssteuer. 

Das AußenwirtschaftsCenter Mailand steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

E-Commerce: Ein erfolgsversprechender Vertriebskanal richtig genutzt 

Wenn sich ein Unternehmen entscheidet, Waren bzw. Dienstleistungen via Internet im Ausland anzubieten, muss es neben österreichischen und europäischen Regelungen auch italienische Rechtsvorschriften beachten. Bei E-Commerce Geschäften gegenüber Privatkundschaft finden beispielsweise italienische Bestimmungen zum Verbraucherschutz Anwendung. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei Verkäufen an Privatpersonen ist die Umsatzsteuerverrechnung. 

Verbraucherschutz bei B2C-Geschäften: In Italien wurde die EU-Verbraucherschutzrichtlinie im sogenannten Verbraucherkodex umgesetzt. Der Verbraucherkodex enthält u. a. spezifische Vorgaben

  • zu den Informationen, die ein Unternehmen der Kundschaft vor Abschluss des Kaufvertrages zur Verfügung stellen muss,
  • zum Widerrufs- und Rückgaberecht der Kundschaft,
  • zu Gewährleistungsfristen.

Ihr Internetauftritt, die AGBs und die Vertragsbedingungen sollten immer von Rechtsfachkräften geprüft werden. 

Umsatzsteuerverrechnung: Bei Geschäften zwischen Unternehmen (B2B) gelten die allgemeinen Regeln für Lieferungen innerhalb der EU nach dem Reverse Charge System. 

Für Geschäfte mit Privatkundschaft kann die Versandhandelsregelung angewandt werden: Bis zum Erreichen des in Italien vorgesehenen Schwellenwerts von 35.000 Euro für den Verkauf und Versand an italienische Privatkundschaft erfolgt die Besteuerung in Österreich; bei Überschreitung verlagert sich der Ort der Besteuerung nach Italien und das Unternehmen muss eine Umsatzsteuerposition in Italien eröffnen. 

Seit 2015 gibt es für elektronisch erbrachte Leistungen gegenüber der Endkundschaft (wie beispielsweise der Download von Software) den Umsatzsteuer-One-Stop-Shop - MOSS. Der MOSS bietet Wirtschaftstreibenden die Möglichkeit, ihren umsatzsteuerlichen Verpflichtungen (Registrierung, Erklärung, Zahlung) in ihrem Ansässigkeitsstaat für die ganze EU nachzukommen.

Das AußenwirtschaftsCenter Mailand steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Arbeitskräfteentsendung: Was müssen Sie beachten, vorbereiten und mitnehmen? 

Melde- und Dokumentationspflichten: In Italien gelten seit Kurzem neue Bestimmungen für Entsendungen, das heißt für die Ausführung von grenzüberschreitenden Arbeiten: 

  • Die Entsendung muss vorab beim italienischen Arbeitsministerium gemeldet werden.
  • In der Entsendemeldung sind unter anderem Ansprechpersonen mit Anschrift in Italien zu benennen.
  • Neben dem bisher üblichen Formular A1 sind weitere Unterlagen wie Arbeitsverträge, Lohnabrechnungen und Arbeitszeitennachweise in italienischer Sprache bereitzuhalten.

Falls Drittstaatenangehörige entsandt werden, sind Aufenthaltsgenehmigungen und mitunter auch Arbeitsgenehmigungen erforderlich. 

Arbeitsrecht: Im Falle einer Entsendung wird der österreichische Arbeitsvertrag beibehalten. Allerdings müssen die italienischen Schutzbedingungen für Arbeitskräfte, zum Beispiel zu Mindestlöhnen, beachtet werden.

Sozialversicherungspflicht: Bei bis zu 24 Monate Entsendezeit bleibt die Arbeitskraft in Österreich unfall-, kranken- und pensionsversichert. 

Lohnsteuerpflicht: Auch die Steuerpflicht verbleibt in Österreich, wenn sich die Arbeitskräfte nicht länger als 183 Tage im Kalenderjahr in Italien aufhalten. 

Die strengen italienischen Sicherheits- und Gesundheitsschutzbestimmungen müssen auch bei Entsendungen von den ausländischen Unternehmen und Arbeitskräften zwingend eingehalten werden. Insbesondere im Baubereich sind viele Vorgaben zu beachten und Dokumente vorzubereiten.

Das AußenwirtschaftsCenter Mailand steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Binnenmarkt 

Der Warenverkehr innerhalb des EU-Binnenmarktes ist grundsätzlich frei. Im innergemeinschaftlichen Handel gibt es daher nur sehr wenige Einschränkungen (beispielsweise für Abfälle, Chemikalien, Kulturgüter, Dual-Use und Militärgüter oder bestimmte pflanzenschutzrechtliche Bestimmungen).

Aus steuerlicher Sicht sind bei der Abwicklung von Handelsgeschäften innerhalb der EU die Bestimmungen zur Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) sowie für verbrauchsteuerpflichtige Produkte (beispielsweise Alkohol, Bier, Wein, Schaumwein, Tabak, Mineralöl) die Verbrauchsteuerregelungen zu beachten.

Doppelbesteuerungsabkommen – Österreich hat mit zahlreichen Staaten Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Diese regeln, welchem Staat das Besteuerungsrecht gegenüber einem Unternehmen zukommt, womit eine doppelte Besteuerung bei grenzüberschreitenden Aktivitäten verhindert wird.

Das Bundesministerium für Finanzen stellt weitere wichtige Informationen sowie eine Liste aller österreichischen Doppelbesteuerungsabkommen zur Verfügung.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Italien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Mailand anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Italien

Unser AußenwirtschaftsCenter in Mailand berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Italien haben.

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