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In die Türkei exportieren / aus der Türkei importieren

Grenzen engen uns ein: Wir helfen Ihnen dabei, Ihre geschäftlichenGrenzen zu überwinden und im Ausland Erfolg zu haben

Das Exporthandbuch

Warum exportieren? Ganz einfach: Der Markt in Österreich ist begrenzt. Allein der bayrische Markt ist eineinhalb Mal größer als der österreichische. Genauso einfach ist es aber, diese Grenze zu durchbrechen, denn Exportieren ist leichter als man denkt: Die Kolleginnen und Kollegen der Wirtschaftskammer Tirol haben in ihrem ausführlichen Exporthandbuch zusammengefasst, was Sie bei Ihren ersten Schritten über die Grenze beachten sollten. Von A wie Ausfuhrbeschränkungen bis Z wie Zollbestimmungen.

Dazu gibt es Startgeld für Mutige: Die Internationalisierungsoffensive go-international unterstützt Sie auch finanziell bei Ihren Internationalisierungsbestrebungen.

Sie wollen Ihr erstes Mal wagen? Unsere Fachleute aus den Landeskammern helfen Ihnen beim Schritt über die Grenze. Melden Sie sich einfach!

Mit einem Klick in neue Märkte: Das Exporthandbuch der Wirtschaftskammer Tirol

Wir unterstützen bei Export und Import

Damit Ihr geschäftlicher Grenzübertritt kein Sprung ins kalte Wasser wird, beraten wir Sie bei Ihren Export- und Importvorhaben. Und wir wollen, dass Sie möglichst weit springen: Die Internationalisierungsoffensive go-international bietet viele verschiedene Förderprogramme für Markteintritt, Marktbearbeitung und das Bezugsquellengeschäft im Ausland.

Starthilfe für Exporteurinnen und Exporteure

Wer ganz am Anfang steht, den nehmen unsere Fachleute aus den Landeskammern an der Hand und unter die Lupe. Sie prüfen mit Ihnen, ob Sie ausreichend auf Ihr Vorhaben vorbereitet sind, helfen bei der Einschätzung von Aufwand und Erfolgsaussichten und definieren mit Ihnen Zielgruppen und Testmärkte. Am Ende wird aus Ihrer Idee eine Strategie. Die macht dem AußenwirtschaftsCenter, das Ihren ersten Markteintritt begleitet, die Suche nach Partnerinnen und Partnern leicht.

Geben Sie den Kolleginnen und Kollegen in Ihrer Landeskammer Bescheid! Gemeinsam machen wir die ersten Schritte in den Export.

Exportfinanzierung

Nur wer sät, kann auch ernten. Gerade beim Geschäft über die Grenze dürfen Vorlaufkosten und Risiken nicht unterschätzt werden. Hausbanken, Exportfonds, Kontrollbank, AWS und private Exportversicherer haben viele Antworten auf Fragen zu Finanzierung, Absicherung von Exportgeschäften und Direktinvestitionen.

Unsere Expertinnen und Experten suchen mit Ihnen die beste Lösung und geeignete Partner. Melden Sie sich bei uns! 

Exportförderungen

Sie wollen erstmalig exportieren oder einen neuen Exportmarkt erschließen? Sie möchten wissen, welche Fördermöglichkeiten dafür vorgesehen sind? Bei einem Beratungsgespräch evaluieren wir mit Ihnen die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten und schnüren ein maßgeschneidertes Exportförderpaket für Ihr Exportvorhaben.

Wir haben den Überblick über alle Fördermaßnahmen und sorgen dafür, dass Sie sich im Förderdschungel zurechtfinden! 

Auslandsaktivitäten absichern und finanzieren

Risiken kann man selten ausschließen. – Aber man kann sie minimieren: Mit den Exporthaftungen des Bundes und Refinanzierungen über Ihre Hausbank bietet die Österreichische Kontrollbank (OeKB) kräftige Instrumente, die Österreichs Unternehmen und ihre Partner im weltweiten Wettbewerb stärken.

Hier finden Sie die aktuellen Deckungsrichtlinien für Projektgeschäfte, Investitionsgüterlieferungen und Beteiligungen in der Türkei.

Exportabwicklung und Exportdokumente

Unsere Exportprofis

  • beraten Sie bei Zollverfahren,
  • helfen Ihnen bei den Exportdokumenten, die Ihre Exportware begleiten,
  • wissen alles über Ausfuhrbestimmungen und Ausfuhrkontrolle und
  • unterstützen Sie bei der Feststellung des Ursprungs Ihres Exportproduktes.
  • Kurzum: Wir sind Ihre Berater in allen Fragen der Exportabwicklung!

Die Spezialistinnen und Spezialisten in den Landeskammern wissen über Ursprungszeugnisse, Carnet ATA und sonstige für den Export notwendige Dokumente Bescheid und beglaubigen diese auch gerne gleich für Sie.

Importberatung

Man kann sogar von Zuhause aus international tätig sein: Auch andere Märkte haben schöne Produkte und Dienstleistungen. Damit Ihre Lieferungen aus dem Ausland auch reibungslos zu Ihnen finden, haben die Kolleginnen und Kollegen der Wirtschaftskammer Tirol in ihrem ausführlichen Importhandbuch zusammengefasst, was Sie bei der Einfuhr oder Verbringung von Waren nach Österreich beachten müssen.

Sie wollen importieren? Die Spezialistinnen und Spezialisten in den Landeskammern helfen Ihnen dabei, alle Welt nach Österreich zu holen. Melden Sie sich einfach!

Mit einem Klick in neue Märkte: Das Importhandbuch der Wirtschaftskammer Tirol

Bezugsquellen

Wer im Wettbewerb bestehen will, muss ständig sicherstellen, die notwendigen Vorprodukte in der notwendigen Qualität von verlässlichen Lieferantinnen und Lieferanten zu den bestmöglichen Preisen zuzukaufen. Wir identifizieren diese Lieferantinnen und Lieferanten, prüfen deren Bonität und Leistungsfähigkeit, übermitteln Ihre Spezifikationen und holen Angebote ein. Wenn Sie Wert auf Diskretion legen, können Sie sich dabei auch gerne am Anfang hinter uns verstecken. Und dass wir Sie dann auch bei der Abwicklung eines Beschaffungsgeschäftes unterstützen, versteht sich von selbst.

Sie wollen sich eines unserer AußenwirtschaftsCenter als Einkaufsorganisation an Bord holen? Hier gibt es Unterstützung auf den Beschaffungsmärkten dieser Welt.

Marktanalysen

Ein Überblick über die Absatz- und Konkurrenzsituation in einem Zielmarkt gehört ganz oben in den Werkzeugkasten einer Exporteurin und eines Exporteurs. Der Aufstieg zur Aussichtsplattform ist mit uns ein Spaziergang. Jede Warenlieferung über jede Grenze wird weltweit statistisch erfasst. Wir wissen, wie viele Bohrmaschinen Brasilien importiert oder wohin Belgien Babynahrung liefert.

Die Expertinnen und Experten in unserem Servicecenter in Wien werten den Zahlensalat einer riesigen Datenbanken für Sie aus, sagen Ihnen, welche Informationen Sie brauchen, und liefern maßgeschneiderte Warenstromanalysen, die Ihnen helfen, Ihre Nische zu finden.

Zoll- und Importbestimmungen

Die folgenden Informationen geben einen allgemeinen Überblick über die Zoll- und Importbestimmungen in der Türkei. Derzeit ist der Export in die Türkei für österreichische Firmen leider mit zahlreichen Problemfällen behaftet, eine Übersicht zu den aktuellen Entwicklungen und Problemen im Zollrecht finden Sie in unserem Leitfaden zum türkischen Zollrecht.

Importbestimmungen

Die Importbestimmungen tragen den Bedürfnissen der türkischen Industrie Rechnung und berücksichtigen die Rechte und Pflichten der Türkei im Hinblick auf GATT/WTO, Zollunion sowie weitere bilaterale und multilaterale Abkommen wie z.B. Freihandelsabkommen.

Die Importbestimmungen, das sind generelle Bestimmungen betreffend Import, produktbezogene Zölle und Abgaben, spezielle Verfahren für Importe und weitere Anforderungen an spezielle Importtätigkeiten, werden aufgrund der Zollunion mit der EU laufend aktualisiert. Die neuesten Aktualisierungen zum Importregime vom 31.12.1995 (veröffentlicht im Amtsblatt 22510) wurden mit der Importverordnung 2019 veröffentlicht und sind seit 1.1.2019 gültig.

Für die Bestimmung des jeweils gültigen Importzollsatzes empfiehlt sich eine Anfrage an das für sämtliche Zollangelegenheiten zuständig AußenwirtschaftsCenter Istanbul unter Nennung der jeweiligen Zolltarif-Nummer (möglichst 8-stelliger HS-Code). Beim Import von Gütern wird die anfallende MwSt. im Zuge der Importzollabwicklung eingehoben, ist aber vom Importeur vorsteuerabzugsfähig. In besonderen Fällen, bei denen Maschinen und Ausrüstungen für Investitionsprojekte eingeführt werden, für die ein 'Incentive Certificate' erteilt wurde, kann die Entrichtung der MwSt. entfallen. 

Grundsätzlich unterliegen alle Firmen, auch ausländische Unternehmen, der Mehrwertsteuerpflicht; für Kleinunternehmen bestehen bestimmte Ausnahmeregelungen. Türkische Firmen können mit den Zollbehörden eine Vereinbarung treffen und Zollfreilager für ihren Importbedarf errichten. Dies wird vor allem von Großfirmen, die mit ihren Lieferanten in langjähriger Geschäftsverbindung stehen, angewandt, um die Kapitalbindung für Eingangsabgaben möglichst gering zu halten.

Die eingelagerten Waren müssen innerhalb von sechs Monaten verzollt werden. Da bei Einrichtung eines Zollfreilagers auch die rasche Verfügbarkeit der Ware im Vordergrund steht und die Einschaltung von Banken (z.B. für das Dokumenteninkasso) zu viel Zeit in Anspruch nimmt, wird in der Praxis ein Zollfreilager meist mit Lieferungen auf offene Rechnungen verbunden. Allerdings übt die Zollbehörde keine Kontrolle über die erfolgte Zahlung aus.

Bei Exporten wird keine MwSt. in Rechnung gestellt. Für den Import von Waren, die in der Türkei weiterverarbeitet und danach wieder exportiert werden, ist keine Importsteuer zu entrichten, sofern der Importeur einen entsprechenden Antrag beim Ministerium für Wirtschaft einreicht.

Für Detailauskünfte zu den Importbestimmungen kontaktieren Sie bitte das AußenwirtschafsCenter Istanbul.

Zollbestimmungen

Im Unterschied zu den Abkommen der EU mit z.B. den EFTA- und den mittel- und osteuropäischen Staaten wird der Warenaustausch EU-Türkei durch drei Vereinbarungen, die für jeweils verschiedene Warenkreise gelten, geregelt. Von diesen Vereinbarungen hängt auch ab, welche Präferenznachweise verwendet werden; es handelt sich dabei um folgende Vereinbarungen:

Die EU-Türkei-Zollunion (seit 1996)

Gilt für industriell-gewerbliche Waren (HS Kapitel 25-97, ausgenommen die untenstehend beschriebenen Waren) und landwirtschaftliche Verarbeitungsprodukte (Kapitel 1-24, nicht im Anhang II zum EWG-Vertrag aufscheinende Waren). Es herrscht grundsätzlich das Prinzip der Zollfreiheit im gegenseitigen Warenverkehr, die Waren müssen entweder in der EU oder in der Türkei hergestellt worden sein, drittländische Waren müssen verzollt worden sein, d.h. die Waren müssen sich im freien Verkehr befinden. Gemäß Amtsblatt L98 vom 7.4.2001 (Zollwesen EU Türkei) gilt als Präferenznachweis die Warenverkehrsbescheinigung A.TR., für ermächtigte Ausführer ebenfalls die Warenverkehrsbescheinigung A.TR. mit einem eigens bewilligten ATR-Stempel.

In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass der türkische Zoll auch im Feld 12 der Warenverkehrsbescheinigung A.TR. einen Vermerk des Ausfuhrzollamtes verlangt, da dies gemäß türkischem Gesetz vorgesehen ist. Widrigenfalls ist mit eventuellen Schwierigkeiten bei der Verzollung zu rechnen.

Freihandelsabkommen Türkei/EGKS

Dieses galt für bestimmte Waren der Kapitel 26, 27, 72 und 73 und bestand vom 1.8.1996 bis zum Auslaufen des EGKS Vertrages am 23.7.2002. Die EU als Rechtsnachfolgerin hat durch den Beschluss Nr. 1/2009 des Gemischten Ausschusses EGKS-Türkei Ursprungsregeln im Protokoll Nr. 1 festgelegt. Die Begünstigungen des Freihandelsabkommens sind gebunden an die Erfüllung von Ursprungsregeln ähnlich jenen in den Europaabkommen der EU mit diversen Drittstaaten bzw. im EWR.

Handelsregelung für Agrarerzeugnisse

Grundlage dieser Vereinbarung ist der Beschluss Nr. 1/98 des Assoziationsrates EG Türkei vom 25. Februar 1998 über die Handelsregelung für Agrarerzeugnisse. Diese enthält drei Protokolle:

  • Protokoll 1 über die Präferenzregelung der Gemeinschaft bei der Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse mit Ursprung in der Türkei
  • Protokoll 2 über die Präferenzregelung der Türkei bei der Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse mit Ursprung in der Gemeinschaft
  • Protokoll 3 über die Ursprungsregelung

In den Protokollen 1 und 2 sind die begünstigungsfähigen landwirtschaftlichen Erzeugnisse und die vorgesehenen Präferenzen, allenfalls Kontingente, festgehalten. Es handelt sich um landwirtschaftliche Erzeugnisse Kapitel 1-24, die im Anhang II zum EWR-Vertrag aufscheinen. 

Als Präferenzursprungsnachweise für Waren, die der Vereinbarung in Absatz 2 oder Absatz 3 unterliegen, gelten die Ursprungserklärung auf der Rechnung, dem Lieferschein oder einem anderen Handelspapier für Sendungen bis zum Wert von 6.000 Euro. Für ermächtigte Ausführer gilt die Erklärung auf der Rechnung für Sendungen in unbegrenzter Werthöhe. Ansonsten ist für Sendungen, die die obige Wertgrenze überschreiten, die Warenverkehrsbescheinigung EUR1 zu verwenden.

Für diesbezügliche Auskünfte steht Herr Herbert Herzig (WKÖ Abt. f. Finanz- und Handelspolitik, herbert.herzig@wko.at, T +43 5 90 900-4412, F +43 5 90 900- 114412) zur Verfügung.

Paneuropäische Kumulierung in der Zollunion EU-Türkei

Der zwischen der EU und der Türkei abgeschlossene Zollunionsvertrag ermöglicht, dass alle industriell-gewerblichen Waren, die sich im freien Verkehr der EU befinden, zollfrei in die Türkei (und umgekehrt) transportiert werden können, wenn der Warensendung ein ATR-Formular beigelegt wurde. Dieses ATR ist allerdings kein Ursprungsnachweis, sondern nur eine Bescheinigung, dass sich die Ware im freien Verkehr befindet.

Da die Türkei aber mit 1.1.1999 an der Paneuropäischen Kumulierung teilnimmt und dadurch eine Kumulierung mit türkischen Ursprungswaren (ausgenommen einige landwirtschaftliche Produkte) in der Gemeinschaft möglich ist, ist es notwendig, die Ursprungseigenschaft der Ware nachzuweisen. Zu diesem Zweck kann zwischen der EU und der Türkei eine Lieferantenerklärung nach dem Muster der VO 1207/2001 EU ausgestellt werden; ein EUR 1 ist im Warenverkehr zwischen der EU und der Türkei nicht erforderlich.

Diese Lieferantenerklärung ermächtigt dann die europäischen Händler im Falle des Weiterexports in ein Land der paneuropäischen Freihandelszone ein EUR 1 für türkische Waren auszustellen bzw. im Falle der Kumulierung mit türkischen Ursprungwaren den Ursprung der eingesetzten Vormaterialien nachzuweisen. Diese Lieferantenerklärung muss nicht bei der Zollabfertigung vorgelegt werden.

Im Handel zwischen der EU und der Türkei kommt weiterhin die Warenverkehrsbescheinigung ATR zur Anwendung.

Eine Lieferantenerklärung wird nur dann benötigt, wenn Vormaterialien türkischen Ursprungs in der EU eingeführt werden (oder umgekehrt) und in weiterer Folge für diese Waren ein EUR 1 ausgestellt werden soll. Diese Bestimmungen gelten allerdings nur für diejenigen Waren, die vom Zollunionsvertrag erfasst werden (industriell-gewerbliche Waren). Für Agrarwaren und EGKS Waren besteht zwischen der EU und der Türkei ein Freihandelsabkommen, im Rahmen dieses Abkommens ist weiterhin die Ausstellung eines EUR 1 erforderlich.

Zusatzzölle

Seit dem Jahr 2011 hebt die Türkei für bestimmte Waren Zusatzzölle (Ek Vergi) ein, von denen nur Waren mit Ursprung aus jenen Ländern ausgenommen sind, mit denen Freihandelsabkommen bestehen. Bei Exporten aus der Europäischen Union wird als Auslöser für die Zollfreiheit nach dem Zollunionsvertrag die Warenverkehrsbescheinigung ATR ausgestellt, die aber nur über den zollrechtlichen Status der Ware Auskunft gibt. Das Ursprungsland der Ware wird nicht bestätigt. Um nachzuweisen, dass die Ware ihren Ursprung in einem Land hat, das von den Zusatzzöllen ausgenommen ist, d.h. mit dem ein Abkommen besteht, werden andere Nachweise verlangt. Nach unserer bisherigen Erfahrung Lieferantenerklärungen, nichtpräferentielle Ursprungszeugnisse oder ein Herstellernachweis mittels „Exporter’s Declaration Form“. Die AußenwirtschaftsCenter haben in letzter Zeit gemerkt, dass vermehrt nichtpräferentielle Ursprungszeugnisse als Nachweise verlangt wurden, es gab jedoch kein einheitliches Vorgehen der Zollämter. Wenn Sie konkrete Fragen zu eventuell anfallenden Zusatzzöllen haben, dürfen wir auf unseren oben verlinkten Leitfaden verweisen. Gerne können Sie das AußenwirtschaftsCenter Istanbul kontaktieren.

Behandlung nicht abgenommener Ware

Nach Einlangen der Waren am türkischen Zoll muss durch den türkischen Importeur innerhalb einer Frist von 20 Tagen (bei Seefracht innerhalb von 45 Tagen, bei Postsendungen innerhalb von 30 Tagen) die Verzollungsprozedur eingeleitet werden. Der Importeur hat die gesetzliche Möglichkeit die Frist grundlos 30 Tage zu verlängern. Wenn er die Frist versäumt, werden die Waren vom türkischen Staat konfisziert und zur Versteigerung freigegeben, wobei der ursprüngliche Warenempfänger mitbieten kann.

Nach türkischem Recht ist der Warenempfänger Verfügungsberechtigter über die Waren, auch wenn sie noch nicht bezahlt sind; durch eine Änderung im Gesetzestext des Zollrechtes vom 03.01.2001 (Amtsblatt Nr. 24276) wurde dem ausländischen Versender der Waren die Möglichkeit eingeräumt, durch den Warenempfänger nicht angenommene Ware durch Zahlung von 1 % des CIF-Preises zuzüglich Dienstleistungsgebühren und Nebenspesen wieder zurückzuerlangen. In der Praxis wird jedoch der Warenversender nur selten von der Nicht-Auslösung der Waren durch den Empfänger informiert.

In der Praxis zeigt sich, dass die Einfuhr von Waren in die Türkei oftmals sehr problematisch ist und es durch die Zollbehörden eine Vielzahl von Beanstandungen gibt. Das AußenwirtschaftsCenter Istanbul steht in engem Austausch mit türkischen Zollagenten und gibt gerne eine Einschätzung zu den Zollmodalitäten bzw. informiert zu den nötigen Einfuhrbedingungen.

Sonstige Einfuhrabgaben

Bei Fragen zu sonstigen Einfuhrabgaben kontaktieren Sie bitte das AußenwirtschaftsCenter in Istanbul.

Muster

Muster ohne Handelswert sind zollfrei. Als Präferenznachweis gilt die Warenverkehrsbescheinigung A.TR., für ermächtigte Ausführer ebenfalls die Warenverkehrsbescheinigung A.TR. mit einem eigens bewilligten ATR-Stempel.

Für Muster mit Handelswert ab 150 Euro (z.B. Kollektionen und Berufsausrüstungsgegenstände) und Werbematerialien ist bei EU-Ursprung die Warenverkehrsbescheinigung EUR 1 beizulegen, der Empfänger muss die Einfuhrumsatzsteuer bezahlen. Falls die Muster nur temporär eingeführt werden sollen, ist ein Carnet ATA empfehlenswert. Damit können Waren vorübergehend bis sechs Monate (auf Antrag verlängerbar) eingeführt werden. Ohne Carnet ATA müssen die vollen Eingangsabgaben entweder bar oder mittels Bankgarantie hinterlegt werden. Eine Eintragung in den Reisepass ohne Barerlag bzw. Bankgarantie für die Eingangsabgaben ist notfalls auch möglich, jedoch müssen die eingebrachten Muster in diesem Fall gegen Austragung im Reisepass wieder ausgeführt werden. Bei der Wiederausfuhr kann die Zollbehörde eine Erklärung verlangen, dass die Warenmuster nur zur Hereinnahme von Bestellungen verwendet wurden und nicht in Gebrauch standen. Die Rückerstattung des Depots kann allerdings mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Carnets ATA werden für Mustersendungen, Messe- und Ausstellungsgüter sowie Berufsausrüstungen anerkannt, doch ergeben sich in der Praxis oft noch zusätzliche Formalitäten. Da es in der Vergangenheit vermehrt zu Problemen mit falsch ausgestellten Carnets ATA kam, steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Istanbul gerne für Rückfragen zur Verfügung. Bei Überschreiten der Wiederausfuhrfrist werden Zollstrafen verhängt.

Leider zeigt sich in der Praxis derzeit, dass die Verwendung von Carnet ATA problematisch ist. So müssen die einzuführenden Waren auch auf einer Excel-Liste auf einem USB-Stick beigebracht werden. Weiterführende Informationen gibt es in unserem Leitfaden zum türkischen Zollrecht.

Bei Mustersendungen, die Edelmetalle beinhalten (beispielsweise Schmuck), wird sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausreise eine Überprüfung durch das zuständige Münzprägeamt verlangt, die zu längeren Verzögerungen der Zollformalitäten führen kann.

Geschenke

Geschenke, die per Post aufgegeben werden und deren Wert 150 Euro nicht überschreitet, sind zollfrei (sofern sie nicht ohnehin im Rahmen der Zollunion EU-Türkei grundsätzlich zollfrei sind). Wird die Grenze von 150 Euro überschritten, und liegt der Wert des Geschenkes noch unter 1.500 Euro, wird sie mit 18 % ihres Wertes verzollt. Versendungen über einem Wert von 1500 Euro werden nach Normaltarifen verzollt. Die Gegenstände müssen Geschenkcharakter haben; bei Alkoholika gilt eine Mengenbegrenzung von 2 Liter unter 22 % Alkoholgehalt und 1 Liter über 22 % Alkoholgehalt. Als Beilage ist das Zolldokument CN22/CN23 ausreichend.

Vorschriften für Versand per Post

Nachnahmesendungen in die Türkei werden von der österreichischen Post grundsätzlich nur bis zu einem Höchstbetrag bis 3.600 Euro angenommen. Innerhalb der Türkei gilt eine Höchstgrenze von US-Dollar 5.000 (ca. 2.200 Euro) pro Nachnahmesendung.

Die türkische Post hebt vom Empfänger der Nachnahmesendung den Nachnahmebetrag ein (der Empfänger muss Auslandspostanweisungen im Gegenwert der Nachnahmesendung von der türkischen Post kaufen). Die türkische Post überweist dann den Gegenwert der Postanweisungen direkt an die PSK in Wien (normale Giroüberweisung). Etwaige Verzollungsspesen gehen zulasten des Empfängers.

Verpackungsvorschriften, Ursprungsbezeichnung

Die Norm des türkischen Standardinstituts Nr. TS 4331 für die Kennzeichnung von Verpackungen, veröffentlicht im türkischen Amtsblatt Nr. 21768 vom 24. November 1993, sieht folgende Angaben vor: 

  • Handelsbezeichnung der Ware oder Marke
  • Name des Herstellers oder Verpackers mit voller Adresse
  • Genaue Bezeichnung des Produktes, falls dieses aufgrund der Verpackung nicht ersichtlich ist
  • Nettoinhalt mit Angabe von Stückzahl, Gewicht oder Abmessungen
  • bei verderblichen Waren: Abfüll- bzw. Ablaufdatum (dies gilt besonders für Lebensmittel oder Medikamente)
  • Name und Adresse des Importeurs bzw. Vertreters

Heu und Stroh sowie gebrauchte Säcke dürfen als Verpackungsmaterial nur dann verwendet werden, wenn ein Desinfektionszeugnis vorgelegt wird. Die Verordnung betreffend phytosanitärer Holzverpackungen ist mit 1.1.2006 in Kraft getreten, wonach Paletten eine ISPM 15-Auszeichnung aufweisen müssen. Neben der Hitzebehandlung stellt auch die Methylbromidbegasung eine anerkannte Maßnahme dar.

Für Einwegverpackungen sind in der Türkei verschiedene Zeichen (z.B. Recycling-Zeichen) vorgeschrieben. Bei Bedarf können dazu nähere Informationen vom AußenwirtschaftsCenter Istanbul angefordert werden. Vorschriften bezüglich der Ursprungsbezeichnung am Produkt bestehen nicht.

Begleitpapiere

Im Allgemeinen sind die erforderlichen Versanddokumente im Akkreditiv genau angeführt. Zumeist wird folgendes verlangt:

  • Handelsrechnung mit genauer Warenbeschreibung, möglichst mit Zolltarifnummer, Markierung, laufende Nummer, Anzahl und Art der Packstücke, Brutto- und Nettogewicht, Verschiffungsort, Ursprungsland, Einzel- und Gesamtwert in Euro bzw. anderen konvertierbaren Währungen (wobei Fracht- und Versicherungskosten unbedingt separat ausgewiesen sein müssen), Lieferkonditionen.
  • Ursprungszeugnis/Präferenznachweise im Warenverkehr
  • Transportdokumente (Clean Bill of Lading, internationaler Frachtbrief (CMR), Airway Bill, Paketkarte mit Zollerklärung usw.).
    Bei Pflanzen, Saatgut, Tieren und tierischen Erzeugnissen ist auch noch ein Gesundheitszeugnis und bei pflanzlichen Erzeugnissen und Lebensmitteln ein Analysezertifikat erforderlich.

Grundsätzlich kommen für den Warenversand folgende Möglichkeiten in Betracht:

  1. Seefracht
  2. Bahntransport
  3. Lkw-Transport
  4. Luftfracht nach Istanbul, Ankara, Izmir oder Antalya
  5. Postversand (Pakete bis zu je 10 kg)
  6.  internationale Paketkarte, Zollinhaltserklärung 2-fach (Englisch oder Französisch) 

Die Verwendung der Sonder-UID ist nur in indirekter Vertretung möglich. Dies bedeutet für den Spediteur, dass er das Abgabenrisiko trägt, wenn Präferenznachweise oder Wertnachweise falsch oder unvollständig sind und die Abgaben nachträglich buchmäßig erfasst werden. Dieses Risiko sollte der Spediteur nicht außer Acht lassen und vor Abgabe einer Zollanmeldung auch die vorgelegten Dokumente und Werte kritisch prüfen. Importe von Textilien, Unterhaltungs- bzw. Haushaltselektronik, Geschirr, Spielzeug u.a. – speziell aus China und neuerdings aus der Türkei – werden wegen Unterfakturierung genauen Kontrollen unterzogen. Achten Sie bitte auf die Plausibilität des Transportweges und den Preis pro Einheit. Ein weiterer Risikofaktor sind unrichtige Präferenznachweise. Bei begründetem Zweifel kann das AußenwirtschaftsCenter für Sie abklären, ob gewisse Produkte überhaupt im Land produziert werden und der Präferenznachweis richtig sein kann.

Grundsätzlich kann jede physische und juristische Person in der Türkei, die über eine Steuernummer verfügt, Exporte und Importe ohne besondere Bewilligungen durchführen, wenn es sich nicht um Produkte handelt, für die bestimmten Sonderregelungen gelten.

Restriktionen

Für Suchtgifte, Waffen und Munition sowie für Waren, die aufgrund anderer Gesetze nicht eingeführt werden können, besteht ein Einfuhrverbot. Alle anderen Waren sind liberalisiert. Soweit verbindliche türkische Normen vorliegen, sind diese auch von Importeuren zu beachten.

Giftmülleinfuhren (und -ausfuhren) fallen in die gemeinsame Zuständigkeit des Ministeriums für Wirtschaft und des Ministeriums für Umweltschutz.

Der Import von gebrauchten, alten, erneuerten und defekten Waren wird in der Türkei sehr restriktiv gehandhabt. Für den Import muss durch den Importeur eine Genehmigung beim Ministerium für Wirtschaft beantragt werden. Nähere Informationen zu den einzelnen Bestimmungen sind bei dem AußenwirtschaftsCenter Istanbul erhältlich.

Für schwere Baumaschinen, Kraftfahrzeuge, elektrische und elektronische Geräte und Einrichtungen sind Mindestgarantiezeiten und die Einrichtung von Reparatur- und Wartungsdienststellen vorgeschrieben. Händler- und Importeurfirmen benötigen ein vom Industrieministerium ausgestelltes 'Eignungszertifikat' für Wartung, Reparatur und Servicegarantie.

Für die temporäre Einfuhr von Maschinen, Ausrüstungen und Kraftfahrzeugen durch türkische Kontraktoren ist eine Genehmigung des Ministeriums für Wirtschaft erforderlich. Kraftfahrzeuge können nur über die Stadt Gebze in die Türkei importiert werden.

Für manche Waren wie z.B. Lebensmittel, Pharmazeutika, Fleisch und Kosmetika gelten besondere Kontrollbestimmungen. Vor und nach der Einfuhr sind Genehmigungen durch das Gesundheitsministerium bzw. Landwirtschaftsministerium erforderlich. Detaillierte Informationen dazu liegen beim AußenwirtschaftsCenter Istanbul auf und werden auf Wunsch übermittelt. Der Import von Rindfleisch und Lebendrindern aus der EU ist seit Herbst 2010 gestattet.

Ersatzteile (Ursprung EU) dürfen vorübergehend (z.B. für Reparatur von TIR-Fahrzeugen) nur eingeführt werden, wenn der Austausch unter Zollaufsicht erfolgt; die alten, ausgetauschten Teile können entweder dem Zoll zur Vernichtung überlassen oder müssen nachweislich ausgeführt werden. Falls bei der Einfuhr ein Passeintrag erfolgt ist, wird dieser anlässlich der Ausreise und Vorlage der ausgetauschten Teile gelöscht.

Artenschutz

Für lebende Tiere und Pflanzen gelten besondere Kontrollbestimmungen. Vor und nach der Einfuhr sind Genehmigungen durch das Landwirtschaftsministerium erforderlich. Detaillierte Informationen dazu liegen beim AußenwirtschaftsCenter Ankara auf und werden auf Wunsch übermittelt.

Österreich ist 1982 dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen beigetreten. Die Ein- oder Ausfuhr, der im Übereinkommen gelisteten bedrohten Tier- (2.000) und Pflanzenarten (30.000) in die bzw. aus der Europäischen Union, unterliegt strengen Zollkontrollen. Viele Arten oder ihre Produkte daraus, erfordern Aus- und/oder Einfuhrdokumente. Nicht nur lebende Tiere und Pflanzen sind davon betroffen, sondern auch Präparate und Erzeugnisse daraus, wie z.B. Schmuck und Souvenirs aus Elfenbein, Ledertaschen (Krokodil, Waran), Krallen, Zähne, Felle, Schildkrötenpanzer, Schlangenhäute, etc.

Aufgrund der für Laien teils schwierigen Zuordnung, ob eine Art oder ein Produkt dokumentenpflichtig ist, ist es sicherlich das Beste - zum Schutz der gefährdeten Arten und der Vermeidung einer Beschlagnahme und möglicherweise hohen Geldstrafen bei der Einfuhr -, vom Kauf solcher Souvenirs abzusehen.

Ansonsten sollten schon vor der Abreise genaue Informationen über die erforderlichen Begleitpapiere (CITES-Papiere) eingeholt werden. Auf die Informationen der dortigen Händlerinnen und Händler, dass das angebotene Exemplar entweder nicht dem Artenschutzübereinkommen unterliegt oder die von den Händlerinnen und Händler vorgelegten Begleitpapiere genügen, sollte man sich – auch gutgläubig – nie verlassen.

Nähere Informationen sind beim Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, Abteilung Natur- und Artenschutz, T +43(1)711 00 - 611402, W www.cites.at (Bereich Natur- und Artenschutz), erhältlich.

Steuer- und zollrechtliche Fragen erfordern eine exakte Klärung. Bitte beachten Sie, dass die obenstehenden Informationen lediglich unverbindlich sind. Es bedarf im Einzelfall immer der Kenntnis aller Umstände, um die fundierte Einschätzung geben zu können 

Die AußenwirtschaftsCenter in der Türkei helfen Ihnen hier gerne mit fachlicher Beratung weiter.