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Sonderausgaben – FAQ

Antworten auf die wichtigsten Fragen

1. Was sind Sonderausgaben? 

Sonderausgaben sind Aufwendungen eines Steuerpflichtigen, die dem privaten Bereich zuzuordnen sind. Sie stellen weder Betriebsausgaben, Werbungskosten noch außergewöhnliche Belastungen dar. Unter bestimmten Voraussetzungen können diese ausdrücklich im Einkommensteuergesetz angeführten Aufwendungen zur Minderung der Steuerbemessungsgrundlage und somit zu einer Reduzierung der Einkommen(Lohn)steuerbelastung beitragen.

2. Wer kann Sonderausgaben steuerlich geltend machen? 

Als Sonderausgaben können grundsätzlich mit steuerlicher Wirkung nur Ausgaben geltend gemacht werden, zu denen der Steuerpflichtige selbst verpflichtet ist. Die Bezahlung durch den Steuerpflichtigen ist nachzuweisen.

3. Welche Aufwendungen kommen als Sonderausgaben in Betracht? 

Das Einkommensteuergesetz führt als berücksichtigungswürdige Aufwendungen folgende Tatbestände an:

  • Renten und dauernde Lasten

  • Beiträge und Prämien zu Personenversicherungsverträgen

  • Ausgaben zur Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung

  • Beiträge zu Kirchen- und Religionsgemeinschaften

  • Steuerberatungskosten

  • Zuwendungen (Spenden) für Wissenschaft, Forschung, Behindertensport, mildtätige Zwecke, Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, Umwelt-, Natur- und Artenschutz, Tierheime und freiwillige Feuerwehren

  • Verlustvortrag

4. Hat das Steuerreformgesetz 2015/16 Auswirkungen auf den Abzug von Sonderausgaben? 

Mit dem Steuerreformgesetz 2015/16 wurde ein Auslaufen der Topfsonderausgabenregelung beschlossen. Ab dem Veranlagungsjahr 2016 sind bestimmte Beiträge und Versicherungsprämien sowie Ausgaben im Zusammenhang mit der Schaffung oder Sanierung von Wohnraum nicht mehr absetzbar. Für die Veranlagungsjahre 2016 bis 2020 sind Übergangsregelungen vorgesehen. Das Sonderausgabenpauschale in Höhe von       € 60,- ist letztmalig im Veranlagungsjahr 2020 zu berücksichtigen.

5. Können Sonderausgaben auch für nahe Angehörige steuerlich berücksichtigt werden? 

Versicherungsprämien, Ausgaben für Wohnraumschaffung oder Wohnraumsanierung und Kirchenbeiträge kann der Steuerpflichtige auch dann absetzen, wenn er sie für seinen nicht dauernd getrennt lebenden (Ehe)Partner und für seine Kinder leistet.

6. Gibt es eine betragsmäßige Begrenzung bei der Berücksichtigung von Sonderausgaben? 

Für bestimmte Sonderausgaben besteht eine Höchstgrenze (= Topfsonderausgaben). Konkret sind Versicherungsbeiträge und Ausgaben für Wohnraumschaffung bzw. Wohnraumsanierung nur bis zu einem Höchstbetrag von € 2.920,- p.a. absetzbar. Dieser Betrag erhöht sich um weitere € 2.920,- bei Zustehen des AVAB/AEAB bzw. zusätzlich um € 1.460,- bei mindestens 3 Kindern. Ab dem Veranlagungsjahr 2016 entfällt der Erhöhungsbetrag für Kinder. 

Steht dem Steuerpflichtigen der AVAB/AEAB nicht zu, ist er aber im Kalenderjahr mehr als 6 Monate verheiratet oder eingetragener Partner, lebt nicht dauernd vom (Ehe)Partner getrennt und der (Ehe)Partner erzielt maximal jährlich € 6.000,- Einkünfte, so erhöht sich der Topfsonderausgabenbetrag ebenso um € 2.920,-. Tatsächlich wirken sich Topfsonderausgaben nur zu einem Viertel auf die Bemessungsgrundlage für die Einkommen(Lohn)steuer aus.

7. Werden Topfsonderausgaben unabhängig von der Höhe des Einkommens bei der Steuerberechnung berücksichtigt? 

Topfsonderausgaben unterliegen einer Einschleifregelung. Ab einem Gesamtbetrag der Einkünfte von mehr als € 36.400,- vermindert sich das Sonderausgabenviertel. Ab einem Einkommen von über € 60.000,- bleibt lediglich das Sonderausgabenpauschale von € 60,- steuermindernd erhalten. Unabhängig von der Absetzbarkeit der Topfsonderausgaben für die Jahre 2016 bis 2020 ist das Sonderausgabenpauschale jedenfalls bis zur Veranlagung 2020 zur berücksichtigen.

8. Welche Beiträge und Versicherungsprämien sind als Sonderausgaben abzugsfähig? 

Bis zum Veranlagungsjahr 2015 sind als Sonderausgaben absetzbar Beiträge und Prämien für:

  • Freiwillige Kranken-, Unfall- oder Pensionsversicherung

  • Lebensversicherung auf Ableben

  • Kapitalversicherung auf Er- und Ableben, wenn der Versicherungsvertrag vor dem 1. Juni 1996 abgeschlossen worden ist

  • Rentenversicherung mit einer mindestens auf die Lebensdauer zahlbaren Rente

  • Freiwillige Witwen-, Waisen-, Versorgungs- und Sterbekassen

  • Pensionskassen

  • Betriebliche Kollektivversicherung

  • Bestimmte ausländische Einrichtungen im Sinne des Pensionskassengesetzes 

Ab dem Veranlagungsjahr 2016 entfällt grundsätzlich die steuerliche Absetzbarkeit von Beiträgen und Versicherungsprämien im Rahmen der sogenannten Topfsonderausgaben. Für bestehende Versicherungsverträge bzw. solche, die vor dem 1. Jänner 2016 abgeschlossen wurden, wird die bisherige Regelung bis zur Veranlagung für das Jahr 2020 beibehalten. Neue Verträge, die ab 1. Jänner 2016 abgeschlossen werden, finden ab der Veranlagung für das Jahr 2016 keine steuerliche Berücksichtigung mehr.  

Jedenfalls weiterhin als Sonderausgabe in voller Höhe und unbefristet zu berücksichtigen sind auch nach dem 1.1.2016:

  • Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung einschließlich des Nachkaufs von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung und
  • Vergleichbare Beiträge zu Versorgungs- und Unterstützungseinrichtungen der Kammern der selbständig Erwerbstätigen.

9. Was versteht man unter mindestens achtjährig gebundenen Beiträgen an Bauträger? 

Bis inklusive Veranlagungsjahr 2015 als Sonderausgaben unter dem Titel Wohnraumschaffung abzugsfähig sind mindestens achtjährig gebundene Beiträge an Bauträger, die vom Wohnungswerber zur Schaffung von Wohnraum geleistet werden. Als Bauträger im Sinne dieser Regelung kommen nur in Betracht: 

  • Gemeinnützige Bau-, Wohnungs- und Siedlungsvereinigungen

  • Unternehmer, deren Betriebsgegenstand die Schaffung von Wohnungseigentum ist

  • Gebietskörperschaften 

Ab dem Veranlagungsjahr 2016 entfällt die steuerliche Absetzbarkeit von Ausgaben zur Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung. Wurde mit der tatsächlichen Bauausführung vor dem 1. Jänner 2016 begonnen, können die Ausgaben noch für die Veranlagungsjahre 2016 bis 2020 geltend gemacht werden.

10. Ist die Rückzahlung von Darlehen als Sonderausgaben berücksichtigbar? 

Bis zur Veranlagung 2015 können Rückzahlungen von Darlehen, die für die Schaffung von begünstigtem Wohnraum oder für die Sanierung von Wohnraum aufgenommen wurden, sowie Zinsen für derartige Darlehen als Sonderausgaben abgezogen werden. Die widmungsgemäße Verwendung allfälliger Darlehensmittel ist durch Vorlage von Rechnungen bzw. entsprechenden Unterlagen nachzuweisen. 

Ab dem Veranlagungsjahr 2016 können Darlehensrückzahlungen für die Schaffung von begünstigtem Wohnraum oder die Sanierung von Wohnraum nur befristet bis zur Veranlagung 2020 berücksichtigt werden, sofern das Darlehen vor dem 1. Jänner 2016 aufgenommen wurde. Maßgeblich ist dabei das Datum des Vertragsabschlusses. 

11. Unter welchen Voraussetzungen sind Ausgaben zur Wohnraumsanierung abzugsfähig?

Neben den obig erwähnten Neuerungen bzw. Einschränkungen durch das Steuerreformgesetz 2015/16 sind Aufwendungen zur Wohnraumsanierung dann als Sonderausgaben abzugsfähig, wenn die Sanierung über unmittelbaren Auftrag des Steuerpflichtigen durch einen befugten Unternehmer durchgeführt worden ist. Die begünstigten Aufwendungen dürfen keine Anschaffungskosten darstellen und müssen den Nutzungswert des Gebäudes wesentlich erhöhen oder die Nutzungsdauer wesentlich verlängern.

12. Sind Spenden an gemeinnützige Organisationen abzugsfähig? 

Grundsätzlich sind Spenden für mildtätige Zwecke, für internationale Katastrophenhilfe und Entwicklungsarbeit begünstigt. Ebenfalls zum Sonderausgabenabzug berechtigen Spenden an Organisationen, die sich dem Umwelt-, Natur- und Artenschutz widmen, weiters an Tierheime und freiwillige Zahlungen an die Freiwillige Feuerwehr.

13. Gibt es Neuerungen im Zusammenhang mit der Geltendmachung von Sonderausgaben? 

Mit der Steuerreform 2015/16 kommt eine Umstellung des Systems im Zusammenhang mit dem Nachweis von Sonderausgaben. Ab dem Veranlagungsjahr 2017 erfolgt eine automatische Berücksichtigung bestimmter Sonderausgaben im Veranlagungsverfahren. Betroffen davon sind: 

  • Beiträge an Kirchen und Religionsgemeinschaften
  • Spenden
  • Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung einschließlich des Nachkaufs von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung und vergleichbare Beiträge an Versorgungs- und Unterstützungseinrichtungen der Kammern der selbständig Erwerbstätigen.

Die empfangenden Organisationen haben die Daten auf datenschutzkonforme Weise an die Finanzverwaltung zu melden. Die betreffenden Sonderausgaben brauchen vom Steuerpflichtigen nicht mehr in der Steuererklärung beantragt werden. 

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