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Elektromobilität aus steuerlicher Sicht

Erleichterungen und Regelungen

Die Diskussion über die Folgen der Klimakrise, wurden durch Corona aus den Schlagzeilen verdrängt. Dennoch wird uns die Debatte darüber wieder erreichen.  Fördermaßnahmen zur Elektromobilität sind aber auch schon wirksam und sollten bei Anschaffungsvorgängen in die Überlegungen miteinbezogen werden.

Vorangestellt sei der Hinweis auf zahlreihe Fördermöglichkeiten, die für die Anschaffung von Elektrofahrzeugen aber auch für die Anschaffung von Ladeinfrastruktur geschaffen wurden. Zusammenfassend sind diese auf der Seite der Kommunalkredit beschrieben.

Flankierend wurde aber auch im Steuerrecht Erleichterungen vorgesehen, zum Teil bleiben auch die allgemeinen Regelungen anwendbar. Im Folgenden werden Aufwendungen oder Ausgaben im Zusammenhang mit der Anschaffung eines Kraftfahrzeuges mit einem CO2-Emissionswert von 0 Gramm pro Kilometer (E-PKW/E-Kombi und Elektrofahrräder) überblicksmäßig dargestellt.  

Einkommensteuer 

Wird ein dem Einzelunternehmen zurechenbares E-KFZ aufgrund der Jahreskilometerleistung zu über 50 % betrieblich genutzt befindet es sich im Betriebsvermögen. Grundsätzlich sind alle Aufwendungen oder Ausgaben des zum Betriebsvermögen gehörenden E-KFZ abzugsfähig.

Bei der Bemessung der Absetzung für Abnutzung ist auch bei E-PKW/Kombi die Mindestnutzungsdauer von acht Jahren zugrunde zu legen. 

Hinweis:
Für Investitionen ab 1.7.2020 kann bei E-KFZ alternativ zur linearen AfA eine degressive AfA in der Höhe von 30 % geltend gemacht werden.

Auch beim E-PKW/Kombi ist die Luxustangente zu beachten: angemessen sind tatsächliche Kosten bis zu 40.000 EUR (inkl. Umsatzsteuer sowie Kosten für Sonderausstattungen). Übersteigen die Anschaffungskosten diese Grenze sind Aufwendungen oder Ausgaben wie wertabhängige Betriebskosten (Afa, Zinsen, Kaskoversicherung…) im entsprechenden Ausmaß zu kürzen (Luxustangente). 

Bei gebrauchten E-PKW/Kombi die nicht mehr als fünf Jahre nach ihrer Erstzulassung angeschafft wurden, hat eine Kürzung der Aufwendungen oder Ausgaben auf Grund der Verhältnisse zum Zeitpunkt er Erstzulassung zu erfolgen. Bei gebrauchten E-PKW/Kombi die fünf Jahre nach ihrer Erstzulassung angeschafft wurden, ist hinsichtlich der Kürzung auf die tatsächlichen Anschaffungskosten abzustellen.  

Hinweis:
Die steuerfreie Covid-19 Investitionsprämie reduziert die steuerlichen Anschaffungskosten und in der Folge die Abschreibungsbasis nicht (§ 124b Z 365 EStG). Umweltförderungen sind zwar ebenfalls steuerfrei, kürzen in der Regel allerdings die Anschaffungskosten (§ 3 Abs 1 Z 6 iVm § 6 Z 10 EStG).

Betreffend Zurechnung eines geleastes E-KFZ zum Anlageverzeichnis des Leasinggebers oder des Leasingnehmers, gibt es keine besonderen Regelungen. Es kommt es maßgebend darauf an wem das wirtschaftliche Eigentum obliegt, dh gleicht die Überlassung einer "echten" Vermietung iSe Nutzungsüberlassung oder stellt sich die Überlassung bereits als (Raten-)Kauf dar. Die Vertragsgestaltung ist jedenfalls vor Abschluss des Leasingvertrages in wirtschaftlicher Betrachtungsweise zu würdigen. 

Lohnsteuer 

Eine wesentliche Begünstigung besteht bei der Sachbezugsbewertung: Bei Privatnutzung des arbeitgebereigenen E-KFZ ist ein Sachbezugswert von Null anzusetzen. Mit dem Sachbezugswert sind alle geldwerten Vorteile, die mit der Nutzung des arbeitgebereigenen KFZ üblicherweise verbunden sind, abgegolten. Dazu zählt auch das unentgeltliche Aufladen eines arbeitgebereigenen Elektrofahrzeuges beim Arbeitgeber. 

Demnach kann der Arbeitnehmer beim Arbeitgeber ein arbeitnehmereigenes Elektrofahrzeug unentgeltlich aufladen und es liegt kein Sachbezug vor, wenn es gratis E-Ladestationen am Abgabeort gibt, da in diesem Fall der übliche Endpreis am Abgabeort Null ist. Ersetzt hingegen der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Stromkosten für ein arbeitnehmereigenes/privates Elektrofahrzeug, handelt es sich nicht um einen Auslagenersatz und es liegt somit steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. 

Wird dem Arbeitnehmer ein arbeitgebereigenes E-KFZ für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung gestellt, steht kein Pendlerpauschale zu; dies gilt allerdings nicht wenn ein arbeitgebereigenes Elektrofahrrad zur Verfügung gestellt wird. 

Eine vergleichbare Regelung besteht für einen Einzelunternehmer derzeit noch nicht: Wird das E-KFZ vom Unternehmer auch privat genutzt, ist von den Gesamtkosten (AfA, Leasingraten, Wartungsarbeiten…) ein Privatanteil auszuscheiden. Das Ausmaß der betrieblichen Nutzung ist durch ein Fahrtenbuch nachzuweisen.

Umsatzsteuer 

Anderes als PKW mit konventionellen Antrieb ist bei der Anschaffung eine E-PKW/Kombi ein Vorsteuerabzug nicht ausgeschlossen.

Aber auch hier ist die Luxusgrenze zu beachten: Liegen die Anschaffungskosten über 40.000 EUR und unter 80.000 EUR kann zwar der volle Vorsteuerabzug in Anspruch genommen werden, allerdings erfolgt in diesen Fällen eine Korrektur über die Aufwandseigenverbrauchsbesteuerung. 

Beispiel:
Die Anschaffungskosten eines E-PKW betragen 60.000 EUR (brutto), dh die USt beträgt 10.000 EUR. Der Vorsteuerabzug steht aber nur bis zur Luxustangente von 40.000 EUR (brutto), dh iHv 6.667 EUR zu. Die Differenz iHv 3.333 EUR ist über die Eigenverbrauchsversteuerung zu korrigieren.

Hinweis:
Demnach ist bei Überschreiten der Anschaffungskosten von 40.000 EUR der Vorsteuerabzug bei E-PKW/Kombi mit 6.667 EUR gedeckelt. Zuschüsse und Förderungen reduzieren nach Auffassung des BMF die Anschaffungskosten für diese Betrachtung nicht.

Für E-PKW/Kombi kann bei Anschaffungskosten über 80.000 EUR (=doppelte Luxustangente) kein Vorsteuerabzug geltend gemacht werden. Betriebsausgaben wie Strom als Treibstoff berechtigen hingegen auch bei E-PKW/Kombi mit Anschaffungskosten von über 80.000 EUR zum vollen Vorsteuerabzug.

Wird das E-KFZ vom Unternehmer weniger als 100 % betrieblich genutzt, ist von den Gesamtkosten (AfA, Leasingraten, laufende Betriebskosten) auch umsatzsteuerlich ein durch ein Fahrtenbuch nachzuweisender Privatanteil im Sinne der Eigenverbrauchsbesteuerung auszuscheiden.

NOVA (Normverbrauchsabgabe) 

Reine Elektrofahrzeuge sind sowohl von der NOVA als auch von der motorbezogenen Versicherungssteuer ausgenommen.  

Achtung:
Fahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor, sogenannte Plug-In-Hybride, sind bei der motorbezogenen Versicherungssteuer für den verbrennungsmotorischen Anteil steuerpflichtig.

Stand: