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LKW Maut in Deutschland

Welche Pflichten hat der Lenker? Wer muss Maut bezahlen?

Neuerungen 2018

  • Erweiterung der Mautpflicht auf alle Bundesstraßen seit Juli 2018 
    (von ca. 15.000 km auf ca. 55.000 km)
  • neue 4 m hohe Kontrollsäulen zur Prüfung der Mautzahlung
  • eigene Maut-App
  • über 1000 neue Bezahl-Terminals

Wer muss die LKW Maut in Deutschland bezahlen?

LKW oder Fahrzeugkombinationen (LKW mit Anhänger) mit einem zugelassenen Gesamtgewicht von mindestens 7,5 Tonnen, die ausschließlich für den Güterkraftverkehr bestimmt sind oder dafür eingesetzt werden (§ 1 Abs. 1 BFStrMG) müssen auf Autobahnen und auf allen Bundesstraßen Maut bezahlen.

Keine Mautpflicht besteht für Busse, Schaustellerfahrzeuge, selbstfahrende Arbeitsmaschinen, Fahrzeuge im Straßenerhaltungs- und Betriebsdienst, Blaulichtfahrzeuge und Fahrzeuge der Bundeswehr.

Auf welchen Straßen gilt die Maut?

Die Deutsche Bundesanstalt für Straßenwesen veröffentlicht das amtliche mautpflichtige Straßennetz im Internet. 

Mautkosten

Der Gesamtbetrag ergibt sich aus der Strecke, die ein Fahrzeug oder eine Fahrzeugkombination auf mautpflichtigen Straßen zurücklegt, aus der Anzahl der Achsen und einem Mautsatz je Kilometer, der die Infrastrukturkosten und die Kosten für die verursachte Luftverschmutzung enthält.

Unter welche Kategorie fällt mein LKW?

Kategorie A Kategorie B Kategorie C Kategorie D Kategorie E Kategorie F
Schadstoff-Klasse  S6 S5, S3 mit PMK[1], S2 mit PMK, S2 S1,
EEV Klasse 1 S4 S3 keine SSK
Euro-Schadstoff-Klasse    Euro 6 Euro 5, Euro 3 mit PMK, Euro 2 mit PMK, Euro 2 Euro 1,
    EEV 1 Euro 4 Euro 3 Euro 0


Anhand der Schadstoffklasse lässt sich ermitteln, welche Kategorie für die Mautberechnung herangezogen werden muss.

Mautsätze in Cent pro Kilometer

  Gewichtsklassen
Schadstoff-Klasse 7,5 – 11,99 t 12 – 18 t > 18 t, 3 Achsen > 18 t, ab 4 Achsen
Euro 6 9,3 12,8 17,3 18,7
Euro 5, EEV 10,4 13,9 18,4 19,8
Euro 4, Euro 3 + DPF 11,4 14,9 19,4 20,8
Eurp 3, Euro 2 + DPF 14,6 18,1 22,6 24,0
Euro 2 15,6 19,1 23,6 25,0
Euro 1, Euro 0 16,7 20,2 24,7 26,1

DPF = Dieselpartikelfilter

Welche Schadstoffklasse hat mein LKW?

Bei mautpflichtigen Fahrzeugen, die nicht in Deutschland zugelassen sind, erfolgt der Nachweis der Emissionsklasse durch Vorlage der in § 8 Absatz 2 der Deutschen LKW-Mautverordnung genannten Unterlagen (Kraftfahrzeugsteuerbescheid oder eventuelle Nachweis der Erfüllung bestimmter Technik-, Sicherheits- und Umweltanforderungen für das Kraftfahrzeug – COP-Dokumente oder CEMT-Papiere).

Können keine der oben genannten Bescheinigungen vorgelegt werden, wird je nach Datum der erstmaligen Zulassung zum Verkehr – folgende Emissionsklasse angenommen:

Schadstoff-Klasse Zeitraum
Keine Schadstoff-Klasse vor 30.09.1993
S 1 ab  01.10.1993
S 2 ab  01.10.1996
S 3 ab  01.10.2001
S 4 ab  01.10.2006
S 5 ab  01.10.2009
S 6 ab  01.10.2014

Das BAG (Bundesamt für Güterverkehr) kann vom Mautschuldner (Lenker oder Halter) jederzeit den Nachweis verlangen, dass das Fahrzeug tatsächlich der Emissionsklasse angehört, mit der es eingebucht bzw. in der On Board Unit (OBU) eingespeichert wurde.

Wie funktioniert die Bezahlung der LKW Maut?

Die Maut kann durch das Bedienen eines speziellen im LKW eingebauten Geräts, die On-Board-Unit (OBU), durch Einbuchung per Internet oder die Bedienung von Mautterminals an Tank- und Raststätten bezahlt werden.

Automatische Einbuchung mit On Board Unit (OBU): Bei der automatischen Einbuchung ermittelt die On Board Unit (OBU) anhand von Satellitennavigation (GPS) die zurückgelegte mautpflichtige Strecke und berechnet daraus die fällige Maut. Über Mobilfunk werden die Daten an das Toll Collect-Rechenzentrum zur Verarbeitung übertragen. Um die Maut automatisch bezahlen zu können, muss in jeden LKW eine OBU eingebaut werden. Die OBU selbst kostet nichts, allerdings ist der Einbau durch den Unternehmer zu bezahlen (geschätzte Arbeitszeit 3-4 Stunden). Bei der automatischen Einbuchung wird die Maut jeden Monat per Tankkarte, im Lastschriftverfahren oder über ein Guthabenkonto abgerechnet.

Pflichten des Lenkers bei automatischer Buchung

  • Überprüfung der OBU vor und nach Fahrtantritt (Tasten laut Anweisung am Display drücken, eventuell Mautkategorie ändern – mit/ohne Anhänger)
  • Während der Fahrt auf den Piepston achten
  • Bei der Änderung der Achsenanzahl (Anhänger an- oder abhängen) Achsenzahl verstellen
  • Bei Unterbleiben der Mautzahlung (Systemausfall, OBU defekt) bei der nächsten Gelegenheit manuell einbuchen (Internet oder Terminal)

Ist keine OBU im Fahrzeug eingebaut, ist eine manuelle Bezahlung der Maut vor Fahrtantritt notwendig.

Manuelle Mautzahlung durch das Internet: Vor der Benutzung der Autobahn muss die geplante Strecke über das Internet auf der Seite eingebucht und bezahlt werden. Einbuchungen sind bis zu drei Tage im Voraus möglich und es ist eine vorherige Registrierung des Unternehmens bei Toll Collect notwendig. Nach erfolgreicher Buchung wird ein 15-stelliger Buchungscode übermittelt, den der Lenker für etwaige Kontrollen mit sich führen muss. Unter folgendem Link ist die Buchung über das Internet möglich 

Pflichten des Lenkers bei der Internetbuchung

  • Vor Benutzung der Autobahn Selbstbuchung per Internet (Benutzerkennung und Passwort)
  • Mitführen der Buchungsnummer
  • Einhalten der Strecke
  • Einhalten der vorgegebenen Zeit
  • Umbuchung, wenn Strecke geändert oder Zeit überschritten werden muss

Manuelle Mautzahlung bei einem Terminal: Hierfür werden an einem der 3.500 Automaten in Autobahnnähe (z.B. an Raststätten oder Tankstellen) die LKW-Daten und die geplante Strecke (genaue Auf- und Abfahrt) eingegeben. Die Bezahlung erfolgt mittels Tank- oder Kreditkarte oder an der Kassa.

Pflichten des Lenkers bei der Buchung am Terminal

  • Kauf eines Tickets vor Benutzung der Autobahn
  • Einhalten der Strecke
  • Einhalten der vorgegebenen Zeit
  • Umbuchung, wenn die Strecke geändert oder die Zeit überschritten werden muss

Kontrolle und Folge von Verstöße der Mautpflicht

Das Kontrollsystem unterscheidet zwischen automatischen Kontrollen durch Kontrollbrücken, Kontrollsäulen, stationären sowie mobilen Team-Kontrollen und Betriebskontrollen. Die uniformierten Kontrollorgane haben ein Anhalterecht und sind berechtigt Strafen einzuheben.

Bei eindeutig festgestellter Nichtentrichtung oder nicht vollständiger Entrichtung der Maut wird die Gebühr für die gefahrene Strecke nachträglich erhoben und es kann ein Bußgeld verhängt werden. Sofern die tatsächliche Wegstrecke nicht festgestellt werden kann, findet eine Nacherhebung der Maut für eine Wegstrecke von 500 Kilometern statt. Bei der Kontrolle werden die erforderlichen Eingabedaten, wie Kfz-Kennzeichen oder Gebührenklasse erhoben. Dann wird sofort ein Bußgeldverfahren durch das BAG eingeleitet.

Bei Nichtbezahlung der Maut wird vom Fahrzeuglenker ein Bußgeld in der Höhe von 240 € und vom Unternehmer (Halter/Eigentümer/Beförderer sowie vertretungsberechtigte Organe bzw. Gesellschafter (Geschäftsführer, Vorstand etc.) in der Höhe von 480 € verlangt. Der Gesetzgeber hat bei Verstößen ein Bußgeld bis zu maximal 20.000 € vorgesehen.

Weiterführende Informationen

Das deutsche Mautsystem wird von der Toll Collect GmbH mit Sitz in Berlin betrieben.

  • Anrufe aus dem Ausland: 008000 222 26 28