th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

LKW Maut in Deutschland

Welche Pflichten hat der Lenker? Wer muss Maut bezahlen?

Inhalt

Neuerungen 2015

  • seit 1. Oktober 2015 gilt die Mautpflicht auch für LKW ab 7,5 Tonnen (inkl. Änderung der Mauttarife und neuer Einteilung der Achsklassen) 
  • Erweiterung der Mautpflichtigen Bundesstraßen um rund 1.100 Kilometer im Juli 2015 

Wer muss die LKW Maut in Deutschland bezahlen?

Seit dem 1. Oktober 2015 müssen LKW oder Fahrzeugkombinationen (LKW mit Anhänger) mit einem zugelassenen Gesamtgewicht von mindestens 7,5 Tonnen, die ausschließlich für den Güterkraftverkehr bestimmt sind oder dafür eingesetzt werden (§ 1 Abs. 1 BFStrMG)  auf Autobahnen und ausgewählten Bundesstraßen bezahlen.

Keine Mautpflicht besteht für Busse, Schaustellerfahrzeuge, Blaulichtfahrzeuge und Fahrzeuge der Bundeswehr.

Auf welchen Straßen gilt die Maut?

Die Deutsche Bundesanstalt für Straßenwesen veröffentlicht das amtliche mautpflichtige Straßennetz im Internet.Die deutsche Bundesanstalt für Straßenwesen listet gebührenpflichtigen Autobahnen und Bundesstraßen in Tabellen auf.

Zusätzlich gibt es auch eine Karte (pdf), auf der die relevanten Straßenabschnitte zu finden sind.

Mautkosten

Der Gesamtbetrag ergibt sich aus der Strecke, die ein Fahrzeug oder eine Fahrzeugkombination auf mautpflichtigen Straßen zurücklegt und einem Mautsatz je Kilometer, der die Infrastrukturkosten und die Kosten für die verursachte Luftverschmutzung enthält.

Für moderne Lkw der Schadstoffklasse Euro 6 (Kategorie A) werden keine Kosten für die Verursachung von Luftverschmutzung berechnet. Hier fällt nur der Maut-Teilsatz zur Finanzierung der Infrastruktur an.

Anhand der Schadstoffklasse lässt sich ermitteln, welche Kategorie für die Mautberechnung herangezogen werden muss.

Unter welche Kategorie fällt mein LKW?

KategorienABCDEF
Schadstoff-klasseS6S5,
EEV-Klasse
S3 mit PMK *),
S4
S2 mit PMK,
S3
S2S1, keine SSK
Euro-
Schadstoffklasse
Euro 6Euro 5,
EEV 1
Euro 3 mit PMK,
Euro 4
Euro 2 mit PMK,
Euro 3
Euro 2Euro 1,
Euro 0

*)PMK – Partikelminderungsklassen sind Nachrüstungsstandards zur Senkung des Partikelausstoßes. Für Kategorie D wird die PMK 1 oder höher, für Kategorie C die PMK 2 oder höher benötigt.

Mautsätze pro Kilometer ab 1. Oktober 2015

    Kategorie    Mautsatz-Anteil
(in Cent)
    Achszahl

Mautsatz-Anteil

(in Cent)

  Mautsatz
Kosten für Luftverschmutzung Kosten für Infrastruktur (in Cent)
  A   0 2 8,1 8,1
3 11,3 11,3
4 11,7 11,7
ab 5 13,5 13,5
  B   2,1 2 8,1 10,2
3 11,3 13,4
4 11,7 13,8
ab 5 13,5 15,6
  C   3,2 2 8,1 11,3
3 11,3 14,5
4 11,7 14,9
ab 5 13,5 16,7
  D   6,3 2 8,1 14,4
3 11,3 17,6
4 11,7 18
ab 5 13,5 19,8
  E   7,3 2 8,1 15,4
3 11,3 18,6
4 11,7 19
ab 5 13,5 20,8
  F   8,3 2 8,1 16,4
3 11,3 19,6
4 11,7 20
ab 5 13,5 21,8

Welche Schadstoffklasse hat mein LKW?

Bei mautpflichtigen Fahrzeugen, die nicht in Deutschland zugelassen sind, erfolgt der Nachweis der Emissionsklasse durch Vorlage der in § 8 Absatz 2 der Deutschen LKW-Mautverordnung genannten Unterlagen (Kraftfahrzeugsteuerbescheid oder eventuelle Nachweis der Erfüllung bestimmter Technik-, Sicherheits- und Umweltanforderungen für das Kraftfahrzeug – COP-Dokumente oder CEMT-Papiere).

Können keine der oben genannten Bescheinigungen vorgelegt werden, wird je nach Datum der erstmaligen Zulassung zum Verkehr – folgende Emissionsklasse angenommen: 

  • vor 30.9.1993: Keine Schadstoffklasse
  • ab 1.10.1993: S 1
  • ab 1.10.1996: S 2
  • ab 1.10.2001: S 3
  • ab 1.10.2006: S 4
  • ab 1.10.2009: S 9

Das BAG (Bundesamt für Güterverkehr) kann vom Mautschuldner (Lenker oder Halter) jederzeit den Nachweis verlangen, dass das Fahrzeug tatsächlich der Emissionsklasse angehört, mit der es eingebucht bzw. in der On Board Unit (OBU) eingespeichert wurde. Weitere Informationen finden sich beim Bundesamt für Güterverkehr (pdf).

Wie funktioniert die Bezahlung der LKW Maut?

Die Maut kann durch das Bedienen eines speziellen im LKW eingebauten Geräts, die On-Board-Unit (OBU), durch Einbuchung per Internet oder die Bedienung von Mautterminals an Tank- und Raststätten bezahlt werden. 

Automatische Einbuchung mit On Board Unit (OBU)

Bei der automatischen Einbuchung ermittelt die On Board Unit (OBU) anhand von Satellitennavigation (GPS) die zurückgelegte mautpflichtige Strecke und berechnet daraus die fällige Maut. Über Mobilfunk werden die Daten an das Toll Collect-Rechenzentrum zur Verarbeitung übertragen. Um die Maut automatisch bezahlen zu können, muss in jeden LKW eine OBU eingebaut werden. Die OBU selbst kostet nichts, allerdings ist der Einbau durch den Unternehmer zu bezahlen (geschätzte Arbeitszeit 3-4 Stunden).

Bei der automatischen Einbuchung wird die Maut jeden Monat per Tankkarte, im Lastschriftverfahren oder über ein Guthabenkonto abgerechnet.

Pflichten des Lenkers bei automatischer Buchung

  • Überprüfung der OBU vor und nach Fahrtantritt (Tasten laut Anweisung am Display drücken, eventuell Mautkategorie ändern – mit/ohne Anhänger)
  • Während der Fahrt auf den Piepston achten
  • Bei der Änderung der Achsenanzahl (Anhänger an- oder abhängen) Achsenzahl verstellen
  • Bei Unterbleiben der Mautzahlung (Systemausfall, OBU defekt) bei der nächsten Gelegenheit manuell einbuchen (Internet oder Terminal) 

Die manuelle Bezahlung der Maut ist vor Fahrtantritt notwendig, wenn keine OBU im Fahrzeug eingebaut ist.

Manuelle Mautzahlung durch das Internet

Vor der Benutzung der Autobahn muss die geplante Strecke über das Internet auf der Seite eingebucht und bezahlt werden. Einbuchungen sind bis zu drei Tage im Voraus möglich und es ist eine vorherige Registrierung des Unternehmens bei Toll Collect notwendig. Nach erfolgreicher Buchung wird ein 15-stelliger Buchungscode übermittelt, den der Lenker für etwaige Kontrollen mit sich führen muss. 

Pflichten des Lenkers bei der Internetbuchung

  • Vor Benutzung der Autobahn Selbstbuchung per Internet (Benutzerkennung und Passwort erforderlich)
  • Mitführen der Buchungsnummer
  • Einhalten der Strecke
  • Einhalten der vorgegebenen Zeit
  • Umbuchung, wenn Strecke geändert oder Zeit überschritten werden muss

Manuelle Mautzahlung bei einem Terminal

Hierfür werden an einem der 3.500 Automaten in Autobahnnähe (z.B. an Raststätten oder Tankstellen) die LKW-Daten und die geplante Strecke (genaue Auf- und Abfahrt) eingegeben. Die Bezahlung erfolgt mittels Tank- oder Kreditkarte oder an der Kassa. 

Pflichten des Lenkers bei der Buchung am Terminal

  • Kauf eines Tickets vor Benutzung der Autobahn
  • Einhalten der Strecke
  • Einhalten der vorgegebenen Zeit
  • Umbuchung, wenn die Strecke geändert oder die Zeit überschritten werden muss.

Toll2Go - Nur ein Gerät für Deutschland und Österreich

Fahrzeuge, die dem OBU von Toll Collect ausgerüstet sind, können ohne
eine sonst zusätzlich notwendige „Go-Box“ auch die Maut in Österreich entrichten. Die Anmeldung zu Toll2Go ist auf über das vollelektronische SelfCare Portal der ASFINAG möglich. Die bisher verpflichtend notwendige „Go-Box“ braucht dann nicht mehr angebracht bzw. kann an die ASFINAG zurückgegeben werden. Die Abrechnung der zu entrichtenden Mautentgelte erfolgt wie gewohnt weiterhin durch beide Mautbetreiber separat.

Kontrolle und Folge von Verstöße der Mautpflicht 

Das Kontrollsystem unterscheidet zwischen automatischen Kontrollen durch Kontrollbrücken, stationären sowie mobilen Team-Kontrollen und Betriebskontrollen. Die uniformierten Kontrollorgane haben ein Anhalterecht und sind berechtigt Strafen einzuheben. 

Bei eindeutig festgestellter Nichtentrichtung oder nicht vollständiger Entrichtung der Maut wird die Gebühr für die gefahrene Strecke nachträglich erhoben und es kann ein Bußgeld verhängt werden. Sofern die tatsächliche Wegstrecke nicht festgestellt werden kann, findet eine Nacherhebung der Maut für eine Wegstrecke von 500 Kilometern statt. Bei der Kontrolle werden die erforderlichen Eingabedaten, wie Kfz-Kennzeichen oder Gebührenklasse erhoben. Dann wird sofort ein Bußgeldverfahren durch das BAG eingeleitet.

Bei Nichtbezahlung der Maut wird vom Fahrzeuglenker ein Bußgeld iHv 240 € und vom Unternehmer iHv 480 € verlangt. Der Begriff Unternehmer gilt für Halter/Eigentümer/Beförderer sowie vertretungsberechtigte Organe bzw. Gesellschafter wie Geschäftsführer oder Vorstand.Der Gesetzgeber hat bei Verstößen ein Bußgeld bis zu 20.000 € vorgesehen.

Weitere Bußgelder bei Falschzahlen der Maut sind im Bußgeldkatalog des Bundesamts für Güterverkehr ersichtlich.

Weiterführende Informationen

Das deutsche Mautsystem wird von der Toll Collect GmbH mit Sitz in Berlin betrieben.

  • Anrufe aus Deutschland: 0800 222 26 28
  • Anrufe aus dem Ausland: 008000 222 26 28
Bitte wählen Sie oben ein Bundesland aus, um Kontakte und Serviceangebote des Bundeslandes zu erhalten.