Zum Inhalt springen
Eine Person in einem hellen Oberteil sitzt an einem Schreibtisch. Mit der rechten Hand tippt sie auf einem Taschenrechner. In der linken Hand hält sie eine Rechnung. Auf dem Tisch liegen weitere Rechnungen
© Kittiphan | stock.adobe.com

Australian Federal Budget 2026-2027

Defizit-Rekord, Steuerentlastungen und schärfere Regeln für den Wohnungsmarkt

Lesedauer: 1 Minute

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Australien Beratung
26.05.2026

Das neue Australian Federal Budget 2026–2027 setzt Schwerpunkte auf mehr intergenerationale Fairness am Wohnungsmarkt, Steuerentlastungen für Arbeitnehmer:innen, Rekordinvestitionen in das Gesundheits- und Pflegesystem, sowie strengere Regeln für Negative Gearing und die Kapitalertragssteuer.

Budgetlage

Das Budget 2026–27 bleibt mit 31,5 Mrd. AUD im Defizit und beendet damit die zuletzt erwarteten Budgetüberschüsse der Albanese-Regierung. Die Staatsverschuldung wird 2026-2027 erstmals die Marke von 1 Billion AUD überschreiten. Ein ausgeglichener Staatshaushalt wird frühestens ab 2034–35 erwartet, ein Überschuss erst ab 2036. Die Regierung begründet das anhaltende Defizit vor allem mit steigenden globalen Kosten infolge des Nahostkonflikts, anhaltendem Inflationsdruck sowie umfangreichen Reform- und Entlastungsmaßnahmen.

Budget Ankündigungen

Ab Juli 2027 sollen mehr als 13 Millionen Arbeitnehmer:innen eine dauerhafte jährliche Steuererleichterung von 250 AUD im Rahmen des neuen „Working Australians Tax Offset“ (WATO) erhalten. Die Auszahlung erfolgt über die Steuererklärung 2028.

Im Wohnungsmarkt werden die Regeln für Negative Gearing verschärft, wobei steuerliche Vorteile künftig nur noch für neu gebaute Immobilien gelten. Gleichzeitig wird die Kapitalertragssteuer reformiert. Der seit 1999 geltende pauschale 50%-Rabatt wird abgeschafft und durch eine inflationsangepasste Besteuerung mit einem Mindeststeuersatz von 30% ersetzt.

 

Gleichzeitig sollen rund 220 Mrd. AUD in öffentliche Krankenhäuser investiert, und die Gesundheits- und Pflegeversorgung weiter ausgebaut werden. Auch die Finanzierung von Urgent Care Clinics, sowie zusätzliche Pflegeplätze, sollen langfristig abgesichert werden. Der Bildungssektor bleibt weiterhin unter Druck, durch fehlende strukturelle Reformen, sowie Finanzierungslücken.

Weitere Investitionen sollen in Energie- und Treibstoffsicherheit, sowie in die Verteidigung im Rahmen der AUKUS-Partnerschaft (Australien, UK, USA) fließen. Maßnahmen zur Entlastung bei hohen Lebenshaltungskosten, etwa bei Energiekosten, sollen auch fortgeführt werden.

Wer profitiert davon?

Vom Budget 2026–27 sollen vor allem Arbeitnehmer:innen durch den neuen Steuerrabatt (WATO), Erstkäufer:innen durch mehr Wohnraum und weniger Konkurrenz durch Investoren sowie Patient:innen durch höhere Gesundheits- und Pflegeleistungen profitieren. Belastet werden hingegen bestehende Immobilieninvestor:innen durch strengere Steuerregeln, sowie der Universitätssektor durch ausbleibende Reformen und einem anhaltenden Finanzdruck.

Für österreichische Unternehmen ergeben sich durch diese Ankündigungen vor allem Chancen in den Bereichen Infrastruktur, Wohnbau, Gesundheit, Energie und Verteidigung. Die hohen staatlichen Investitionen könnten die Nachfrage nach Technologien, nachhaltigen Lösungen und spezialisierten Dienstleistungen erhöhen. Gleichzeitig sollten Unternehmen die steuerlichen Änderungen und die weiterhin angespannte Budgetlage Australiens bei Investitionsentscheidungen berücksichtigen.

Weitere interessante Artikel
  • Vogelperspektive auf einen Steinbruch mit Baggern und Lastkraftwägen, kurvige Straße im rechten Bildausschnitt

    12.05.2026

    Australien: Aktuelle Trends zu Bergbau und Rohstoffen
    Weiterlesen
  • Nahaufnahme eines Zettels mit vielen Zahlen. Eine Person deutet mit einem Finger auf eine Stelle auf dem Zettel sowie hält einen Stift

    26.05.2026

    Australien: Strengere Regelungen beim „Negative Gearing“
    Weiterlesen
  • Detailansicht eine leuchtenden Motherboards

    25.03.2026

    Japans Regierung definiert prioritäre 61 Zukunftstechnologien für Investitionen
    Weiterlesen