Australian Federal Budget 2026-2027
Defizit-Rekord, Steuerentlastungen und schärfere Regeln für den Wohnungsmarkt
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Das neue Australian Federal Budget 2026–2027 setzt Schwerpunkte auf mehr intergenerationale Fairness am Wohnungsmarkt, Steuerentlastungen für Arbeitnehmer:innen, Rekordinvestitionen in das Gesundheits- und Pflegesystem, sowie strengere Regeln für Negative Gearing und die Kapitalertragssteuer.
Budgetlage
Das Budget 2026–27 bleibt mit 31,5 Mrd. AUD im Defizit und beendet damit die zuletzt erwarteten Budgetüberschüsse der Albanese-Regierung. Die Staatsverschuldung wird 2026-2027 erstmals die Marke von 1 Billion AUD überschreiten. Ein ausgeglichener Staatshaushalt wird frühestens ab 2034–35 erwartet, ein Überschuss erst ab 2036. Die Regierung begründet das anhaltende Defizit vor allem mit steigenden globalen Kosten infolge des Nahostkonflikts, anhaltendem Inflationsdruck sowie umfangreichen Reform- und Entlastungsmaßnahmen.
Budget Ankündigungen
Ab Juli 2027 sollen mehr als 13 Millionen Arbeitnehmer:innen eine dauerhafte jährliche Steuererleichterung von 250 AUD im Rahmen des neuen „Working Australians Tax Offset“ (WATO) erhalten. Die Auszahlung erfolgt über die Steuererklärung 2028.
Im Wohnungsmarkt werden die Regeln für Negative Gearing verschärft, wobei steuerliche Vorteile künftig nur noch für neu gebaute Immobilien gelten. Gleichzeitig wird die Kapitalertragssteuer reformiert. Der seit 1999 geltende pauschale 50%-Rabatt wird abgeschafft und durch eine inflationsangepasste Besteuerung mit einem Mindeststeuersatz von 30% ersetzt.
Gleichzeitig sollen rund 220 Mrd. AUD in öffentliche Krankenhäuser investiert, und die Gesundheits- und Pflegeversorgung weiter ausgebaut werden. Auch die Finanzierung von Urgent Care Clinics, sowie zusätzliche Pflegeplätze, sollen langfristig abgesichert werden. Der Bildungssektor bleibt weiterhin unter Druck, durch fehlende strukturelle Reformen, sowie Finanzierungslücken.
Weitere Investitionen sollen in Energie- und Treibstoffsicherheit, sowie in die Verteidigung im Rahmen der AUKUS-Partnerschaft (Australien, UK, USA) fließen. Maßnahmen zur Entlastung bei hohen Lebenshaltungskosten, etwa bei Energiekosten, sollen auch fortgeführt werden.
Wer profitiert davon?
Vom Budget 2026–27 sollen vor allem Arbeitnehmer:innen durch den neuen Steuerrabatt (WATO), Erstkäufer:innen durch mehr Wohnraum und weniger Konkurrenz durch Investoren sowie Patient:innen durch höhere Gesundheits- und Pflegeleistungen profitieren. Belastet werden hingegen bestehende Immobilieninvestor:innen durch strengere Steuerregeln, sowie der Universitätssektor durch ausbleibende Reformen und einem anhaltenden Finanzdruck.
Für österreichische Unternehmen ergeben sich durch diese Ankündigungen vor allem Chancen in den Bereichen Infrastruktur, Wohnbau, Gesundheit, Energie und Verteidigung. Die hohen staatlichen Investitionen könnten die Nachfrage nach Technologien, nachhaltigen Lösungen und spezialisierten Dienstleistungen erhöhen. Gleichzeitig sollten Unternehmen die steuerlichen Änderungen und die weiterhin angespannte Budgetlage Australiens bei Investitionsentscheidungen berücksichtigen.