Australien: Strompreise sinken dank erneuerbarer Energien & Batteriespeicher
Energiewende zahlt sich aus: Mehr Kapazitäten bei Wind, Solar und Speichern führen zu niedrigeren Großhandelspreisen
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Die Stromkosten für Haushalte und kleine Unternehmen in Australien sollen im Vergleich zum Vorjahr in den meisten Regionen sinken. Verantwortlich dafür sind vor allem stabilere Energiepreise, sowie der zunehmende Ausbau von Wind- und Solaranlagen. Gemeinsam mit wachsenden Batteriespeicherkapazitäten sorgen sie für niedrigere Großhandelspreise und erhöhen zugleich die Stabilität des lokalen Strommarktes.
Die unabhängige australische Energieregulierungsbehörde (AER) hat neue Preisobergrenzen für Standard-Stromtarife in New South Wales, Südost-Queensland und Südaustralien festgelegt. Das Standardmarktangebot ist zwar nicht unbedingt der günstigste verfügbare Tarif, bietet aber eine faire Option für Haushalte, die sich nicht aktiv mit dem Strommarkt beschäftigen möchten. Verbraucher sollten dennoch prüfen, ob ihr aktueller Vertrag weiterhin konkurrenzfähig ist, da ältere Angebote nach dem 1. Juli möglicherweise teurer sind als neue Tarife.
In New South Wales sollen die Strompreise für Haushalte um 3,4 bis 5,0% (72–211 AUD pro Jahr) sinken. Für kleine Unternehmen wird ein Rückgang von 9,4 bis 20,9% (449–1.303 AUD) erwartet. In Südost-Queensland sollen die Kosten für Haushalte um 7,2% (155 AUD) und für kleine Unternehmen um 10,4% (445 AUD) sinken. Auch in Victoria werden die Strompreise voraussichtlich zurückgehen. Im Durchschnitt geht es um rund 84 AUD pro Jahr für Haushalte und etwa 241 AUD für kleine Unternehmen.
Eine Ausnahme bildet Südaustralien, da dort die Kosten für Haushalte mit Standardtarifen leicht um 1,4% (33 AUD) ansteigen sollen. Nutzer zeitabhängiger Tarife können jedoch im Durchschnitt etwa 25 AUD pro Jahr sparen, kleine Unternehmen sogar rund 673 AUD.
Laut AER sind die Großhandelspreise trotz geopolitischer Konflikte stabil geblieben. Obwohl diese Konflikte die Preise fossiler Energieträger erhöhen, sinken die Strompreise, weil das Stromangebot in Australien schneller wächst, als die Nachfrage. Die meisten neuen Investitionen im Energiesektor fließen in erneuerbare Energien, Speichertechnologien und Netze, während neue Kohle- oder Atomprojekte kaum eine Rolle spielen. Zudem wurde die Berechnung der Netzkosten angepasst, um die zunehmende Nutzung von Smart Metern zu berücksichtigen. Australien plant deren flächendeckende Einführung bis 2030.
Die niedrigeren Strompreise sollen die Wettbewerbsfähigkeit Australiens stärken und Investitionen fördern. Davon könnten auch österreichische Unternehmen profitieren, insbesondere durch Projekte im Bereich erneuerbare Energien, Speichertechnologien und Netzausbau. Westaustralien, Tasmanien, das Australian Capital Territory (ACT) und das Northern Territory verfügen über eigene Strompreissysteme und sind deswegen von den Änderungen ausgenommen.