Estland: Verdopplung des Speichermarktes – österreichisches Unternehmen Enery investiert 150 Mio. Euro
Gigantischer Batterie-Komplex mit 650 MWh Kapazität soll ab Mitte 2027 Wind- und Solarstrom rund um die Uhr verfügbar machen und die Netzstabilität sichern
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Das österreichische Energieunternehmen Enery, einer der führenden Produzenten von erneuerbaren Energien in Mittel- und Osteuropa, investiert massiv in die estnische Netzinfrastruktur. Für rund 150 Millionen Euro errichtet der Energieriese einen gigantischen Batteriespeicher-Komplex, der sich über drei estnische Landkreise erstrecken wird. Mit einer geplanten Gesamtkapazität von 650 Megawattstunden (MWh) soll das Megaprojekt innerhalb der nächsten zwölf Monate fertiggestellt werden.
Die Speicheranlagen entstehen in den Regionen Pärnumaa, Ida-Virumaa und Läänemaa und werden direkt an geplante Wind- und Solarparks gekoppelt. Laut Margus Potisepp, dem Geschäftsführer von Enery Estland, sind die Investitionsentscheidungen endgültig getroffen und die technischen Vorbereitungen für den Baustart laufen auf Hochtouren. Nach der Fertigstellung wird dieses Projekt den estnischen Energiespeichermarkt auf einen Schlag verdoppeln – eine Kapazität, die Prognosen zufolge ausreicht, um den gesamten Regelenergie- und Speicherbedarf des Landes zu decken. Grüne Grundlast: Speichertechnologie macht Wind und Sonne planbar
Die größte Herausforderung der Energiewende ist die Volatilität. Wind- und Solaranlagen liefern Strom oft unregelmäßig und nicht zwingend dann, wenn der Verbrauch am höchsten ist. Der neue Batterie-Komplex von Enery soll genau diese Lücke schließen und dafür sorgen, dass grüner Strom rund um die Uhr verlässlich verfügbar bleibt. Indem überschüssige Energie in Spitzenzeiten zwischengespeichert und bei Flaute oder Dunkelheit wieder ins Netz eingespeist wird, wandelt sich der unbeständige Ökostrom in eine wettbewerbsfähige, stabile Grundlast. Gleichzeitig leistet das Projekt einen essenziellen Beitrag zur Netzstabilität im Baltikum.
Enery konnte sich bereits im vergangenen Jahr bei einer langfristigen Ausschreibung des estnischen Netzbetreibers Elering zur Sicherung von Frequenzreserven durchsetzen. Mit den neuen Großbatterien wird das System widerstandsfähiger gegen Frequenzschwankungen und verringert die Abhängigkeit von fossilen Spitzenlastkraftwerken oder unvorhersehbaren Importen aus den Nachbarmärkten.
Ein Meilenstein für die baltische Energieunabhängigkeit
Das Vorhaben ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geopolitisch von strategischer Bedeutung für Estland. Finanziell getragen wird das Projekt maßgeblich durch den Investitionsfonds der Drei-Meeres-Initiative (3SI), an dem sich auch der estnische Staat mit 20 Millionen Euro beteiligt hat. Dies unterstreicht das öffentliche Interesse an einer robusten, autarken Energieversorgung in der Region. Enery verfolgt im Baltikum ehrgeizige Ziele: Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre will das Unternehmen die Kapazität seiner erneuerbaren Energieanlagen in Estland auf mindestens 1.000 Megawatt ausbauen.
Damit könnte der Erzeuger künftig knapp 20 Prozent des gesamten estnischen Stromverbrauchs decken. Das Zusammenspiel aus massivem Ausbau von Erzeugungskapazitäten und der Verdopplung des nationalen Speichermarktes gilt in der Branche als internationales Musterbeispiel dafür, wie moderne Infrastruktur zur tragenden Säule für nationale Sicherheit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit wird.