Australien fördert 19 neue Wind- und Solarprojekte mit 7,8 GW Leistung
Zuschläge für neue Wind- und Solarprojekte im Rahmen des Capacity Investment Scheme
Lesedauer: 1 Minute
Die australische Bundesregierung hat im Rahmen der bislang größten Ausschreibung des Capacity Investment Scheme (CIS) Förderverträge für 19 neue Wind- und Solarprojekte vergeben. Obwohl ursprünglich nur 5 Gigawatt (GW) ausgeschrieben waren, wurden Projekte mit insgesamt 7,8 GW Leistung ausgewählt. Die Regierung begründet dies mit dem hohen Bedarf an neuen erneuerbaren Energien. Mit dem CIS sollen Investitionen gefördert und das Ziel, bis 2030 einen Anteil von 82% erneuerbarer Energien im Stromnetz zu haben, erreicht werden.
Unter den Gewinnern befinden sich zehn Wind- und neun Solarprojekte. Windkraft dominiert mit 4,8 GW, während auf Solarenergie 3 GW entfallen. Acht Projekte sollen als Hybridprojekte umgesetzt werden und erneuerbare Stromerzeugung mit Batteriespeichern kombinieren. Darunter befinden sich sechs Solar- und zwei Windkraftprojekte mit integrierten Speichern.
Zu den größten Vorhaben zählen der Windpark Yanco Delta Wind Farm von Origin Energy (1,45 GW), das Wind- und Batteriespeicherprojekt Bungaban Wind Project von Windlab (1,15 GW), sowie das Windprojekt Theodore Wind Farm von RWE (1 GW). Das größte Solar- und Batteriespeicherprojekt ist das Birriwa Solar and Battery Project mit 600 MW Solarleistung und 2.400 MWh Speicherkapazität.
Die meisten Zuschläge sollen an New South Wales (acht Projekte), gefolgt von Queensland (fünf) gehen. Nach Angaben der Bundesregierung sollen die Projekte rund 17 Mrd australische Dollar an privaten Investitionen auslösen und etwa 19.000 Arbeitsplätze während der Bauphase schaffen. Zudem wurden soziale und regionale Investitionen von knapp 1,2 Mrd Dollar zugesagt, unter anderem für lokale Gemeinden, First-Nations-Initiativen und Gesundheitsprogramme. Für die Umsetzung der Projekte sollen außerdem australische Stahlprodukte im Wert von rund 257 Mio Dollar verwendet werden.
Die Regierung sieht die Projekte als wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit, Emissionsreduktion und zum Ausbau erneuerbarer Energien. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie rasch die Vorhaben umgesetzt werden, da von den 39 Projekten früherer CIS-Ausschreibungen bislang nur wenige die Finanzierungs- oder Bauphase erreicht haben. Dies löst auch Zweifel aus, ob das Ziel des Anteils von 82% erneuerbarer Energien, bis 2030 erreicht werden kann.
Für österreichische Unternehmen könnten sich durch den Ausbau Chancen in Bereichen wie Energiespeicherung, Netzintegration, Leistungselektronik, digitale Energielösungen sowie Ingenieur- und Beratungsdienstleistungen ergeben.