Israel: Neue Chancen für österreichische Lebensmittel und Getränke
Wachsender Markt mit zusätzlichem Exportpotenzial für Lebensmittel und Getränke
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Für 2026 wird ein Wirtschaftswachstum von 3,5–4 % erwartet. Gleichzeitig verfügt Israel über eine starke Innovationslandschaft und eine hohe Forschungs- und Entwicklungsquote. Daraus ergeben sich interessante wirtschaftliche Perspektiven und neue Exportchancen für österreichische Unternehmen.
Österreich exportiert derzeit Lebensmittel und Getränke im Wert von rund 23 Millionen Euro nach Israel. Dem stehen israelische Lebensmittelimporte von insgesamt etwa 9,32 Milliarden Euro gegenüber. Der österreichische Marktanteil ist damit bislang vergleichsweise gering.
Webinar
In diesem Zusammenhang hat das AußenwirtschaftsCenter Tel Aviv ein Webinar zum israelischen Lebensmittelmarkt organisiert. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Marktchancen für österreichische Lebensmittel- und Getränkehersteller, geeignete Vertriebsstrategien, die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern sowie praktische Erfahrungen österreichischer Unternehmen beim Markteintritt.
Expert:innen aus Israel und Österreich gaben dabei Einblicke in Marktpotenziale, Import und Distribution, Lieferketten sowie die Bedeutung von Koscher-Zertifizierung und saisonaler Planung.
Das Webinar kann auf dem YouTube-Kanal der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA nachgesehen werden.
Bis 2030 besteht ein zusätzliches österreichisches Exportpotenzial von rund 55 Millionwn Euro.
Besonders interessante Produktgruppen sind:
- Mineralwasser
- alkoholische Getränke
- Schokolade
- Backwaren
- Käse
Neue Marktchancen durch veränderte Lieferstrukture
Der israelische FMCG-Experte Rotem Segev sieht zusätzliche Chancen durch den Rückgang des Handels mit der Türkei und die dadurch entstandenen Versorgungslücken. Gute Perspektiven bestehen insbesondere für qualitativ hochwertige Produkte und für Unternehmen, die mit geeigneten lokalen Import- und Vertriebspartnern zusammenarbeiten.
Lieferfähigkeit und richtige Marktplanung sind entscheidend
Jonas Smietana, CEO der White Whale GmbH und Berater von „Dreh und Trink“, zeigte anhand seiner Erfahrungen, wie Unternehmen ihre Lieferfähigkeit auch unter instabilen Rahmenbedingungen sicherstellen können.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist außerdem die frühzeitige Berücksichtigung des israelischen Feiertags- und Saisonkalenders. Dazu zählen unter anderem Rosh Hashanah, Hanukkah, Weihnachten, Novy God, Ramadan und Eid, Purim sowie Pesach.
Produktions-, Lager- und Marketingplanung sollten entsprechend frühzeitig angepasst werden. Für Pesach ist zudem eine eigene Koscher-für-Pessach-Zertifizierung erforderlich.
Lokale Partner als Schlüssel zum Markteintritt
Die Nama Group, vertreten durch CEO Raed Nama und Business Development Manager Christine Copty, stellte ihr Vertriebsmodell für Israel und das Westjordanland vor. Das Unternehmen begleitet den gesamten Prozess von der Herstellerseite über Import und Distribution bis zum Wiederkauf durch den Endkunden.
Damit zeigt sich einmal mehr: Die Wahl des richtigen lokalen Partners ist für einen erfolgreichen Markteintritt von zentraler Bedeutung.
Koscher-Zertifizierung: Nicht für jedes Produkt erforderlich
Eine Koscher-Zertifizierung ist nicht für jedes Produkt und jeden Vertriebskanal zwingend notwendig.
Neben dem koscheren Markt umfasst der nicht-koschere Markt in Israel und den palästinensischen Gebieten rund 5 Millionen Konsument:innen. Chancen bestehen insbesondere für
- Spezialitäten und Premiumprodukte
- internationale Lebensmittel
- Gastronomie und HoReC
Ob eine Koscher-Zertifizierung erforderlich oder wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt daher wesentlich von Zielgruppe, Produktpositionierung und Vertriebskanal ab
Delegationsreise „Wine Tech and Food Store Check“ 2027
Sie möchten den israelischen Lebensmittel- und Weinmarkt aus erster Hand kennenlernen?
Anfang Februar 2027 plant das AußenwirtschaftsCenter Tel Aviv die Delegationsreise „Wine Tech and Food Store Check“ nach Israel. Im Mittelpunkt stehen der lokale Lebensmittel- und Weinmarkt sowie konkrete Möglichkeiten für die Vermarktung österreichischer Produkte und Technologien.
Bei Interesse an einer Teilnahme können sich österreichische Unternehmen bereits jetzt beim AußenwirtschaftsCenter Tel Aviv melden.