Italien: Longevity als Leitmotiv des Konsums
Marktentwicklungen und Konsumtrends im Beauty‑ und Lebensmittelsektor
Lesedauer: 1 Minute
Italien San Marino Vatikan Bio/Organic Food Nahrungsmittel/Softdrinks Life Science & PharmaDie steigende Lebenserwartung führt zur sogenannten Longevity Economy – einem wirtschaftlichen Gefüge aus Aktivitäten, Produkten und Dienstleistungen verschiedener Branchen, das auf die Bedürfnisse einer zunehmend älteren Bevölkerung ausgerichtet ist.
Im italienischen Beauty-Sektor zeigt sich dieses Phänomen besonders deutlich, da das Land zu den langlebigsten der Welt zählt. Die über 50-Jährigen erwirtschaften rund die Hälfte des nationalen BIP, was rund 845 Mrd. Euro entspricht. Bis 2040 könnte dieser Wert auf 1.462 Mrd. Euro steigen; ihr Anteil am Konsum könnte dann bis zu 75 % der gesamten Haushaltsausgaben ausmachen.
Der Beauty-Bereich gehört zu den dynamischsten Segmenten der Longevity Economy, da er den zentralen Bedarf einer zunehmend älteren Bevölkerung adressiert: gesund zu altern und dabei eine hohe Lebensqualität zu erhalten. Das Verständnis von Schönheit entwickelt sich dabei zunehmend vom klassischen „Anti-Age“ hin zu einem ganzheitlicheren Konzept des Healthy Aging.
Zudem ist Langlebigkeit längst kein ausschließlich wissenschaftliches oder medizinisches Thema mehr. Sie prägt zunehmend den Alltag und beeinflusst zudem, wie Verbraucher Lebensmittel auswählen und den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit bewerten. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die reine Verlängerung der Lebenszeit als vielmehr die Verbesserung der Lebensqualität. Ernährung nimmt dabei eine wesentliche Rolle in der Prävention ein.
Laut einer YouGov-Studie berücksichtigen 51 % der Italiener beim Lebensmitteleinkauf häufig oder immer ihre langfristige Gesundheit. Zwischen März 2025 und März 2026 stieg der Konsum verschiedener Produkte, die mit Wohlbefinden und einem gesundheitsorientierten Lebensstil assoziiert werden: Vitaminpräparate (+5,8 %), alkoholfreies Bier (+15,9 %), Sojakäse (+17,9 %) und frische Säfte (+7,8 %). Auch traditionelle, als ausgewogen wahrgenommene Lebensmittel verzeichnen Zuwächse, darunter natives Olivenöl extra (+3,3 %) und Thunfisch natur (+2,1 %).
Besonders sichtbar wird dieser Wandel bei Produkten für die Darmgesundheit sowie im Frühstückssegment. Die Nachfrage nach Lebensmitteln, die als Bestandteil einer gesundheitsorientierten Ernährung gelten, nimmt zu – darunter Kefir, 100 % Nusscremes ohne Zuckerzusatz, Beerenfrüchte und laktosefreie Joghurts.
Nähere Informationen zum Lebensmittel und Getränke erhalten Sie beim AußenwirtschaftsBüro Padua.