Italien: Rekordbestände prägen das Weinjahr 2026
Steigende Lagerbestände und sinkende Preise beeinflussen die strategischen Entscheidungen der Weinkonsortien
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Italien San Marino Vatikan Wein/Bier/SpirituosenDie anhaltende Dürre hat die Ernte der aktuellen Weinlese in Italien reduziert - mehr als der Rückgang der Produktivität bereiten den italienischen Winzern jedoch die hohen Lagerbestände Sorge.
Nach den vom italienischen Landwirtschaftsministerium veröffentlichten Daten befanden sich zum 31. Juli 2026 in den italienischen Weinbaubetrieben 42,6 Mio. Hektoliter Wein, 3,1 Mio. Hektoliter Most sowie 42.027 Hektoliter Jungwein in Gärung. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2025 zeigt sich ein höherer Lagerbestand bei Wein (+6,9 %) und Most (+31,5 %), während die Menge an Jungwein in Gärung deutlich geringer ausfällt (‑28,5 %). Dies führt zu einer Angebotslast, die sich dämpfend auf die Preise auswirkt. Vor diesem Hintergrund wird die Möglichkeit einer überdurchschnittlich hohen Produktion mit einer gewissen Sorge betrachtet.
55,9 % des italienischen Weins werden in den nördlichen Regionen gelagert, vorwiegend in Venetien. 55,4 % der Bestände entfallen auf Weine mit der italienischen Herkunftsbezeichnung DOP (Denominazione di Origine Protetta), 25,8 % auf Weine mit der Bezeichnung IGP (Indicazione Geografica Protetta); Sortenweine machen lediglich 1,7 % des Gesamtvolumens aus. Weitere 17,1 % entfallen auf sonstige Weine. Die Lagerbestände der geografisch geschützten Weine sind stark konzentriert: 20 der insgesamt 523 Herkunftsbezeichnungen vereinen 57,6 % der gesamten Bestände auf sich.
In den vergangenen Monaten haben zahlreiche Konsortien von Weinen mit geschützter Ursprungsbezeichnung die Umwandlungsmenge von Trauben in Wein reduziert, d.h. die zulässige Höchstmenge an Trauben pro Hektar, die für die Erzeugung von Wein Herkunftsbezeichnung DOC (Denominazione di Origine Controllata) verwendet werden darf. Bemerkenswert ist, wie diese Maßnahme umgesetzt wurde: beim Brunello di Montalcino (70 dz/ha, ‑12,5 %), beim Chianti Classico (65 dz, ‑13,3 %), beim Valpolicella (100 dz, ‑16,7 %), beim Soave (130 dz, ‑10 %), beim Pinot Grigio delle Venezie (160 dz, ‑11,1 %) sowie beim Barbera d’Alba (90 dz, ‑10,5 %), beim Asti DOCG (85 dz, ‑15 %) und schließlich beim Montepulciano d’Abruzzo und beim Verdicchio dei Castelli di Jesi mit Kürzungen von ‑10 % bzw. ‑21,4 %.
Nähere Informationen zum Weinmarkt erhalten Sie beim AußenwirtschaftsBüro Padua.