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Fünf Türmchen aus aufeinandergestapelten Euro-Münzen, auf denen kleine Figuren von Personen sitzen
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Japan reformiert Corporate Governance Code für mehr Wachstum

Neue Regeln stärken Investitionen, Transparenz und unabhängige Aufsicht – mit Folgen für Unternehmen und Investoren

Lesedauer: 1 Minute

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Japan Banken/Versicherungen Beratung
Stand: 22.07.2026

Japan setzt auf “Growth Governance“ statt reiner Regelbefolgung

Japan hat seinen (nicht-bindenden) Corporate Governance Code erstmals seit fünf Jahren grundlegend überarbeitet. Ziel der Reform ist es, börsennotierte Unternehmen stärker auf nachhaltiges Wachstum und eine effizientere Kapitalallokation auszurichten. Unternehmen sollen vor allem zukünftig auch Maßnahmen nachvollziehbar begründen und den Dialog mit Investoren intensivieren – die japanische Finanzaufsicht (FSA) und die Toyko Stock Exchange (TSE) sprechen hierbei von einer tatsächlichen Umsetzung gute Unternehmensführung („substance over form“).

Mehr Investitionen statt Kapitalpuffer

Kernpunkt der Reform ist die Aufforderung an Vorstände und Aufsichtsgremien, vorhandene Finanzmittel gezielter für Wachstum einzusetzen. Anstatt überschüssige Liquidität primär für Dividenden oder Aktienrückkäufe zu verwenden, sollen Unternehmen verstärkt in Forschung, Entwicklung und Digitalisierung, sowie Fusionen und Übernahmen investieren. Sie werden durch die Reform ausdrücklich aufgefordert die Kapitalallokation regelmäßig zu prüfen und konkrete Wachstumsstrategien offenzulegen. 

Höhere Anforderungen an Transparenz und Aktionärsrechte

Auch die Informationsrechte von Aktionären werden durch den neuen Corporate Governance Code gestärkt. Unternehmen sind aufgefordert Wertpapierberichte bereits mindestens drei Wochen vor dem Aktionärstreffen zu veröffentlichen. Darüber hinaus wird eine klare Offenlegung von Unternehmensstrategie, Governance-Strukturen, Vergütungssystemen und Risikomanagementmaßnahmen verlangt.

Unabhängige Aufsicht und Risikomanagement gewinnen an Bedeutung

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung unabhängiger Board-Mitglieder. Unternehmen des TSE Prime Market, das höchste Börsensegment der Tokyo Stock Exchange, waren bereits zuvor ermutigt ihre Boards mit zumindest einem Drittel an unabhängigen Directors zu besetzen – der reformierte Code verlangt nun eine Mehrzahl an unabhängigen Vorstandsmitgliedern.

Zudem erweitert die Reform den Fokus des Risikomanagements um Themen wie Cybersicherheit, geopolitische Risiken, Lieferkettenunterbrechungen und den Schutz sensibler Technologien.

Bedeutung für österreichische Unternehmen

Für österreichische Unternehmen mit Niederlassungen, Beteiligungen oder Geschäftspartnern in Japan sind die Änderungen ein wichtiges Signal. Die Anforderungen an Transparenz, Governance und Kapitalstrategie steigen. Gleichzeitig eröffnet die stärkere Fokussierung auf Innovation, M&A-Aktivitäten und internationale Investitionen neue Kooperations- und Marktchancen.


Für weiterführende Informationen zum japanischen Markt sowie zu kommenden Veranstaltungen steht das AußenwirtschaftsCenter Tokio jederzeit gerne zur Verfügung. Bei Fragen wenden Sie sich bitte gerne an Christina Schösser (+81-(0)3-3403-1777).

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