Kolumbien: Bogotá baut an der Metro der Zukunft
Zweite Linie steht vor Ausschreibung
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Mit der Metro Bogotá entsteht derzeit eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Kolumbiens. Das rasante Bevölkerungswachstum der Hauptstadt und die zunehmende Überlastung des Bus-Schnellverkehrssystems TransMilenio machen den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs notwendig.
Laut dem Raumordnungsplan der Stadt (POT) soll das künftige Metro-Netz aus insgesamt fünf Linien bestehen. Aktuell befindet sich jedoch lediglich die erste Linie im Bau. Nach jahrzehntelangen Diskussionen und zahlreichen Studien wurde das Projekt 2019 vergeben, der offizielle Baubeginn erfolgte 2021.
Die Linie 1 wird den Südwesten mit dem Norden Bogotás verbinden und gilt als größtes Infrastrukturvorhaben in der Geschichte der Stadt. Die rund 24 Kilometer lange Strecke umfasst 16 Stationen, wobei ein Großteil als Hochbahn ausgeführt wird. Die Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen. Ende Mai 2026 waren bereits knapp 80 % der Bauarbeiten abgeschlossen.
Mit der Linie 2 soll die Anbindung der dicht besiedelten Stadtteile Engativá und Suba verbessert werden. Aufgrund der städtischen Bebauung ist überwiegend eine unterirdische Streckenführung geplant. Nachdem ein erstes Ausschreibungsverfahren Anfang 2026 mangels Bewerbern erfolglos blieb, verstärkte die Stadt ihre internationale Vermarktung, um neue Investoren und Baukonsortien zu gewinnen. Die Vergabe wird derzeit für 2027 erwartet.
Die Metro ist Teil einer umfassenden Mobilitätsstrategie, die künftig Metro, TransMilenio, Seilbahnen, Fahrradwege und weitere Verkehrsträger miteinander verknüpfen soll. Ziel sind kürzere Fahrzeiten, bessere Erreichbarkeit benachteiligter Stadtteile und neue Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung der Hauptstadtregion.
Trotz anhaltender Diskussionen über Kosten und Finanzierung wird die Metro Bogotá von vielen als Schlüsselprojekt für die Zukunft der Metropolregion angesehen. Für internationale Unternehmen ergeben sich dabei interessante Geschäftsmöglichkeiten in den Bereichen Infrastruktur, Bahntechnik, Stadtentwicklung und Mobilität.