Mongolei weiterhin auf Wachstumskurs
Ein Webinar über die Wirtschaftslage und Chancen des mongolischen Marktes
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In der Mongolei setzt sich die Wachstumsserie der vergangenen 30 Jahre fort. Seit 2025 trägt das Land offiziell den Status eines „Landes mit mittleren Einkommen“. Auch für 2026 wird ein Wirtschaftswachstum von rund 5–7 % erwartet – vor allem dank stabiler Einnahmen aus dem Bergbausektor.
Der Staat mit rund 3,6 Millionen Einwohner:innen und einer Fläche 19‑mal so groß wie Österreich, gelegen zwischen den beiden großen Nachbarländern China und Russland, verfolgt eine aktive Strategie zur Ausweitung seiner Beziehungen zu Drittstaaten. Österreich ist dabei insbesondere seit dem Staatsbesuch von Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Jahr 2025 verstärkt in den Fokus gerückt und genießt große Sympathie.
Im Webinar des AußenwirtschaftsCenter Peking am 1. April 2026 wurde ein Überblick über die wirtschaftliche Lage der Mongolei sowie über Geschäftschancen für österreichische Unternehmen gegeben. Zudem wurden zentrale Ansprechpartner:innen für die Marktbearbeitung vorgestellt.
Durch die Teilnahme an der Wirtschaftsmission vom 15.–17. Juni 2026 nach Ulaanbaatar haben österreichische Unternehmen die Möglichkeit, direkte Geschäftskontakte vor Ort zu knüpfen. Die Wirtschaftsmission findet zeitgleich mit der nächsten Tagung der Gemischten Wirtschaftskommission beider Länder statt. In diesem Rahmen können auch konkrete Firmenanliegen durch das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus mit der mongolischen Seite besprochen werden.
Der Botschafter der Mongolei in Österreich, S.E. Tsengeg Mijiddorj, unterstrich die sehr guten bilateralen Beziehungen sowie das große Interesse seines Landes, über Lieferungen in den Infrastrukturbereich hinaus mehr österreichische Unternehmen willkommen zu heißen.
Frau Baasansuren Sunduijav, Associate Director bei der European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) in Ulaanbaatar, berichtete aus der Praxis der Entwicklungsbank, die in der Mongolei bereits über 160 Projekte realisiert hat. Der Bergbau bleibt ein Schlüsselbereich: Bei Förderung, Transport und entlang der Zulieferketten bestehen vielfältige Geschäftsmöglichkeiten. Der weitere Ausbau der Infrastruktur sowie der anhaltende Zuzug in die Hauptstadt Ulaanbaatar beflügeln unter anderem den Bau‑ und Transportsektor. Gleichzeitig verfolgt die Mongolei eine stärkere Diversifizierung ihrer Wirtschaft. Die eigene Nahrungsmittelversorgung soll ausgebaut werden; Investitionen in Landwirtschaft und Nahrungsmittelverarbeitung sind vorgesehen. Anstelle des Exports von Kaschmirwolle soll künftig verstärkt eine Verarbeitung im eigenen Land erfolgen. Auch der Tourismussektor gilt als vielversprechender Zukunftsbereich. Österreichische Unternehmen können sich für Ausschreibungen aus von der EBRD finanzierten Projekten über die Ausschreibungsplattform ECEPP registrieren.
Die Generalsekretärin der Mongolian National Chamber of Commerce and Industry (MNCCI), Ms. Saruul Bulgan, präsentierte die Kammer als zentrale Plattform zur Vernetzung mit ihren mehr als 7.000 Mitgliedsunternehmen. Ergänzend gab der Geschäftsführer der European Mongolian Joint Chamber of Commerce and Industry (EuroChamber Mongolia) praxisnahe „Do’s and Don’ts“ im Umgang mit mongolischen Geschäftspartner:innen.