Namibia nimmt Afrikas erstes Wasserstoffzentrum in Betrieb
Anlage in Walvis Bay vereint Solarenergie, Wasserstoffproduktion und Energiespeicherung
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Namibia EnergiewirtschaftNamibia hat in Walvis Bay die erste vollständig integrierte Anlage für grünen Wasserstoff in Afrika in Betrieb genommen. Das Projekt kombiniert Solarstromerzeugung, Wasserstoffproduktion und Energiespeicherung an einem Standort und gilt als wichtiger Meilenstein für die Entwicklung einer klimafreundlichen Energie- und Industrieinfrastruktur auf dem Kontinent.
Die Anlage wurde errichtet, um erneuerbaren Wasserstoff für lokale Industrieanwendungen bereitzustellen und gleichzeitig die Grundlage für eine spätere Expansion in den Bereich maritimer Kraftstoffe sowie für Exportmärkte zu schaffen. Das Projekt zeigt, wie erneuerbare Energien und grüner Wasserstoff bereits heute für industrielle Anwendungen eingesetzt werden können und nicht mehr nur Zukunftsvisionen darstellen.
„Afrikas erste vollständig integrierte Anlage für grünen Wasserstoff zeigt, dass groß angelegte saubere Energieproduktion keine Zukunftsambition mehr ist, sondern bereits heute Realität“, erklärte Sabine Dall’Omo, CEO von Siemens Sub-Saharan Africa.
Die Anlage nutzt Solarstrom, um einen Elektrolyseur zu betreiben, der Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Der erzeugte grüne Wasserstoff wird zunächst für lokale Anwendungen eingesetzt, darunter Dual-Fuel-Lkw, Generatoren sowie Namibias erste wasserstoffbetriebene Güterlokomotive. Langfristig soll das Projekt zudem zur Dekarbonisierung der Schifffahrt beitragen, indem aus grünem Wasserstoff Ammoniak als alternativer Schiffskraftstoff hergestellt wird.
Namibia verfügt mit rund 300 Sonnentagen pro Jahr über ausgezeichnete Voraussetzungen für die Produktion erneuerbarer Energien. In Walvis Bay versorgt ein 5-MWp-Solarpark auf einer Fläche von 6,5 Hektar einen 5-MW-Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyseur (PEM) sowie ein Batteriespeichersystem mit einer Kapazität von 5,9 MWh. Der Elektrolyseur arbeitet vollständig netzunabhängig und nutzt ausschließlich den vor Ort produzierten Solarstrom, der bei Bedarf im Batteriesystem gespeichert wird.
Neben dem solarbetriebenen Elektrolyseur umfasst das Projekt eine Wasserstofftankstelle für Fahrzeuge und industrielle Anwendungen sowie eine Hydrogen Academy, die Fachkräfte für den Umgang mit der neuen Technologie ausbildet. Die Entwicklung lokaler Kompetenzen spielt eine zentrale Rolle. Von den 25 Beschäftigten der Anlage stammen 24 aus Namibia und wurden über die Hydrogen Academy ausgebildet. Darüber hinaus arbeitet das Projekt mit lokalen Universitäten sowie dem Namibia Institute for Mining Technology zusammen, um Ingenieure und Techniker für die entstehende Wasserstoffwirtschaft auszubilden. Durch die Ausbildung einer neuen Generation von Fachkräften könne Namibia nicht nur grünen Wasserstoff exportieren, sondern langfristig auch technologisches Know-how und qualifizierte Expertise anbieten.
Die Entwicklung Namibias zu einem Zentrum für grünen Wasserstoff eröffnet auch für österreichische Unternehmen interessante Geschäftsmöglichkeiten. Gefragt sind Technologien und Dienstleistungen in den Bereichen erneuerbare Energien, Elektrolyse, Netz- und Speichertechnik, Wasseraufbereitung, Automatisierung, Anlagenbau sowie Aus- und Weiterbildung. Darüber hinaus ergeben sich Chancen für österreichische Zulieferer in den Sektoren Logistik, Schienenverkehr, Hafeninfrastruktur und grüner Transport. Mit dem geplanten Ausbau der Solarleistung auf bis zu 500 MW und den langfristigen Ambitionen Namibias, grünen Wasserstoff und daraus gewonnene Energieträger nach Europa zu exportieren, entstehen attraktive Möglichkeiten für österreichische Unternehmen, sich als Technologiepartner, Investoren oder Anbieter spezialisierter Lösungen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette zu positionieren.
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