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Christoph Pramhofer, Barbara Eibinger-Miedl, AndreasZakostelsky und Josef Muchitsch
© Fachverband Pensions- und Vorsorgekassen
Pensions- und Vorsorgekassen, Fachverband

Größte Reform der betrieblichen Altersvorsorge beschlossen

Fachverband sowie Vertreter von ÖVP, SPÖ und NEOS begrüßen breiteren Zugang zur Zusatzpension – neue Wahlmöglichkeiten bei der Abfertigung NEU

Lesedauer: 3 Minuten

30.09.2026
Wien, 24. September 2026: Der Nationalrat hat gestern die größte Reform der betrieblichen Altersvorsorge seit Einführung der Pensionskassen in Österreich beschlossen. Der Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen begrüßt den Beschluss als wichtigen Schritt, um mehr Beschäftigten den Zugang zu einer lebenslangenZusatzpension zu ermöglichen.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien präsentierten MMag. Barbara Eibinger-Miedl, Staatssekretärin im Bundesministerium für Finanzen, die Nationalratsabgeordneten Josef Muchitsch von der SPÖ und Mag. Christoph Pramhofer vonden NEOS sowie Mag. Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands der Pensions- und Vorsorgekassen, die zentralen Neuerungen.

Die Reform erleichtert den Zugang zur betrieblichen Vorsorge undschafft zusätzliche Wahlmöglichkeiten bei der Veranlagung der Abfertigung NEU. Beschäftigte sollen ihre Vorsorge künftig stärkeran ihren persönlichen Bedürfnissen und ihrem individuellenAnlagehorizont ausrichten können. Zugleich wird die Möglichkeitgestärkt, angespartes Kapital für eine lebenslange Zusatzpensionzu nutzen.

Meilenstein für Zusatzpension erreicht

"Mit diesem Beschluss ist ein echter Meilenstein für die betriebliche Vorsorge gelungen. Die Reform schafft die Voraussetzungen dafür, dass deutlich mehr Menschen in Österreich Zugang zu einer lebenslangen Zusatzpension erhalten. Damit wird eine langjährigeForderung des Fachverbands umgesetzt", erklärt Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands der Pensions- und Vorsorgekassen.

Die gesetzliche Pension bleibe die zentrale Grundlage der Alterssicherung. Angesichts der demografischen Entwicklunggewinne eine ergänzende Zusatzpension jedoch weiter an Bedeutung.
"Die Menschen wollen ihren Lebensstandard auch imRuhestand absichern. Dafür braucht es einfache Zugänge, attraktive Rahmenbedingungen und Lösungen, die Sicherheit mit langfristigen Ertragschancen verbinden", so Zakostelsky.

Mehr Möglichkeiten für die persönliche Vorsorge

Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl bezeichnet die Reform als wichtigen Schritt: "In Zukunft gibt es die Möglichkeit, dievom Arbeitgeber ohnehin eingezahlten Beiträge aus der Abfertigung Neu kostenlos und steuerfrei in eine Pensionskasse zu übertragen. Damit eröffnen wir allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern dieChance auf eine lebenslange Zusatzpension. Gleichzeitig nutzen wirdamit die Chancen des Kapitalmarkts stärker als bisher und können so langfristig höhere Erträge ermöglichen. Damit stärken wir die zweite Säule unseres Pensionssystems und schaffen zugleich mehr Bewusstsein für den Wert langfristiger Vorsorge."

Zugang zur Pensionskasse für alle Beschäftigten

Für SPÖ-Nationalratsabgeordneten Josef Muchitsch steht derkonkrete Nutzen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer imMittelpunkt: "Bei der betrieblichen Vorsorge müssen die Interessender Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an erster Stelle stehen. Wir öffnen den Zugang zur Pensionskasse für alle Beschäftigte, führen zersplitterte Konten in den Abfertigungskassen zusammen und sorgen mit niedrigeren Verwaltungskosten dafür, dass mehr vom angesparten Geld bei den Menschen bleibt. Gleichzeitig bleibtdie bewährte Abfertigung mit Kapitalgarantie der sichere Standard – niemand wird zu mehr Risiko gedrängt. Und für uns ist klar: Die betriebliche Vorsorge ist eine Ergänzung, die verlässliche Grundlage für ein gutes Leben im Alter bleibt die gesetzliche Pension."

Zweite Säule wird zu tragender Säule

NEOS-Nationalratsabgeordneter Christoph Pramhofer sieht in der Reform einen wichtigen Modernisierungsschritt: "Bisher war diezweite Säule eher eine schmale Stütze in der Altersvorsorge. Mitdieser Reform machen wir daraus eine echte tragende Säule undsorgen dafür, dass das Vorsorgekapital der Menschen endlich stärker für ihre eigene Pension arbeitet. Wer über Jahrzehnte anspart, soll auch von den Chancen des Kapitalmarkts und vom Zinseszinseffekt profitieren können. Gleichzeitig machen wir die betriebliche Zusatzpension für alle Arbeitnehmer zugänglich. Damit geben wir mehr Menschen die Möglichkeit, aus ihrer angesparten Abfertigung eine lebenslange Zusatzpension zu machen."

Potenzial der Zusatzpension stärker nutzen

Der Fachverband sieht den Beschluss als entscheidende Grundlage, um die betriebliche Vorsorge in Österreich breiter aufzustellen. Nun komme es darauf an, die neuen Möglichkeiten einfach undverständlich umzusetzen und Beschäftigte umfassend darüber zuinformieren. 

"Die Reform öffnet eine wichtige Tür. Jetzt müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass möglichst viele Beschäftigte die neuen Möglichkeiten auch nutzen. Unser Ziel ist klar: Die Zusatzpension soll zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Altersvorsorge in Österreich werden – so, wie es Länder wie Dänemark, die Niederlande oder Schweden bereits erfolgreich vorzeigen", so Zakostelsky abschließend.

Christoph Pramhofer, Barbara Eibinger-Miedl, AndreasZakostelsky und Josef Muchitsch
© Fachverband Pensions- und Vorsorgekassen v.l. NEOS-Nationalratsabgeordneter Christoph Pramhofer, Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl, Fachverbandsobmann AndreasZakostelsky und SPÖ-Nationalratsabgeordneten Josef Muchitsch