Modische Branchen stärker unter Druck
Studie zeigt: Österreichs Modehandel kämpft mit Kostenexplosion und unfairem Wettbewerb
Lesedauer: 1 Minute
Der österreichische Bekleidungs- und Schuheinzelhandel befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Eine Analyse des Instituts für Österreichs Wirtschaft im Auftrag des Bundesgremiums Handel mit Mode und Freizeitartikeln der WKÖ zeigt nun, wie sich der Strukturwandel beschleunigt. Steigende Miet- und Personalkosten bei gleichzeitig fast stagnierenden Verkaufspreisen belasten die Branche ebenso wie ein verzerrter Wettbewerb und überholte Vororder-Modelle. "Die Branche schrumpft strukturell. Die Zahl der Unternehmen und Standorte sinkt, Teilzeitbeschäftigung nimmt verhältnismäßig zu, und dies bei rückläufigen Beschäftigtenzahlen", so Studienautor Peter Voithofer. Auch für WK-Gremialobmann Hanns Stattmann ist es Zeit zu handeln: "Es geht um massive Wettbewerbsverzerrung. Heimische Händler müssen sämtliche Auflagen erfüllen, während außereuropäische Plattformen vielfach Vorteile bei Steuern, Zoll und Kontrollen haben. Gleiches Recht für alle Marktteilnehmer muss endlich selbstverständlich werden. Wenn die Politik hier weiter zusieht und den stationären Handel im Regen stehen lässt, werden noch mehr Geschäfte verschwinden." Und die Studie zeigt weiters: Wenn ein Modehandelsunternehmen ein Geschäft aufgibt, bleiben diese Flächen in 42 Prozent der Fälle leer. Meist handelt es sich um sogenannten "harten Leerstand", in dem es keine sichtbare Nachnutzung gibt.