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Portrait von Stefan Sternad - im Hintergrund eine Bar
© WKK | Helge Bauer

„Praxisfernes Sammelsurium dient niemandem“

Ergebnislos vertagt wurden die KV-Verhandlungen im Hotel- und Gastgewerbe. Stefan Sternad, WK-Sprecher der Kärntner Gastronomie, stuft die Vorschläge der Gewerkschaft als „Sammelsurium aus dem Kuriositätenkabinett“ ein und fordert vom Sozialpartner mehr Ernsthaftigkeit und Seriosität bei Argumentation und Verhandlung.

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Aktualisiert am 13.03.2026

Die Gewerkschaftsforderungen seien in der derzeitigen Situation überzogen und wirtschaftlich schlicht nicht umsetzbar. Sternad verweist auf eine geforderte Lohn- und Gehaltserhöhung von 3,6 Prozent, zusätzlich werde eine bezahlte Mittagspause gewünscht, was einer weiteren sechsprozentigen Lohnerhöhung gleichkäme.

Praxisferne Forderung

Allein die Forderung nach einer bezahlten Mittagspause zeuge von der Praxisferne der gewerkschaftlichen Verhandler. „Ja sollen wir unseren Gästen sagen, kommt bitte vor oder nach unserer eigenen Mittagspause“, weist der Wirtesprecher die Forderung der Gewerkschaft zurück. An Vida-Vorsitzenden Roman Hebenstreit – er hatte im Vorfeld der Verhandlungen zu einem gehässigen Rundumschlag gegen die gesamt Branche ausgeholt – appelliert Sternad: „Da Sie sich vom Verhandlungstisch fernhalten, wäre es nur konsequent, wenn Sie sich auch mit Zwischenrufen fernhalten.“ Trotzdem könne es nicht schaden, wenn der Vida-Chef einmal persönlich bei den Verhandlern vorstellig würde – als Zeichen von Wertschätzung und gegenseitigem Respekt.

Betriebe gingen massiv in Vorleistung

Was die Interessenvertreter der heimischen Gastronomie nicht nachvollziehen können: Die KV-Abschlüsse in den vergangenen vier Jahren waren durchwegs signifikant über der Inflation und haben sich auf ein Plus von 27,1 Prozent summiert. Zusätzlich habe der neue Rahmenkollektivvertrag in den Jahren 2024 und 2025 weitere spürbare Reallohnerhöhungen bewirkt. Sternad gibt zu bedenken: „Wir Gastronomen sind massiv in Vorleistung gegangen, was für viele Betriebe ein enormer finanzieller Kraftakt war. Das will unser sozialpartnerschaftliches Vis-a-vis nicht zur Kenntnis nehmen und phantasiert von einer ‚großartigen wirtschaftlichen Lage‘ unserer Branche.“

Massiver Kostenschub drückt auf Betriebsergebnisse

Daten der Statistik Austria, der österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) und anderer unabhängiger Institutionen würden aber das Gegenteil besagen. Zu den überdurchschnittlichen KV-Abschlüssen kommen massive Steigerungen bei Energiekosten und Wareneinsatz hinzu, was für starken wirtschaftlichen Druck in der heimischen Gastronomie sorgt. Für neun von zehn Betrieben sei eine vollständige Weitergabe der gestiegenen Kosten über Preisanpassungen nicht möglich. Die Kosten steigen damit schneller als die Erträge – die Betriebsergebnisse geraten zunehmend unter Druck. 

Hand bleibt ausgestreckt

Sternad appelliert an die Gewerkschaft für eine nächste Verhandlungsrunde Realitätssinn und den Blick für das Machbare zu schärfen. „Wir können nur im Team mit unseren Mitarbeitenden erfolgreich sein – sie sind das Herzstück für leidenschaftliche und erfolgreiche Gastronomie. Wir sind bereit, das auch monetär zu würdigen, schlussendlich muss das aber auch jemand bezahlen“, so Sternad, „unsere Hand als Arbeitgeber bleibt für weitere Verhandlungen jedenfalls ausgestreckt.“

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