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Portrait von Stefan Sternad - im Hintergrund eine Bar
© WKK | Helge Bauer

Sternad: Strengere Regeln gegen Fake-Bewertungen notwendig – Österreich soll nachziehen

Verifizierte, aktuelle und erfahrungsbasierte Online-Bewertungen stärken das Vertrauen der Gäste, sichern fairen Wettbewerb und fördern die Qualitätsentwicklung in der Gastronomie.

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Aktualisiert am 10.04.2026

Die Fachgruppe Gastronomie der Wirtschaftskammer Kärnten spricht sich dafür aus, in Österreich vergleichbare Regeln wie in Italien zur Eindämmung gefälschter und manipulierter Online‑Bewertungen für Restaurants und Hotels zu prüfen. Strengere Vorgaben erhöhen die Glaubwürdigkeit von Bewertungen, schützen Gäste vor irreführenden Informationen und Betriebe vor Rufschädigung. „Online‑Bewertungen sind für Gäste eine wichtige Orientierung. Damit dieses Instrument fair funktioniert, müssen Bewertungen echt, nachvollziehbar und aktuell sein. Regeln wie in Italien sind ein sinnvoller Schritt, um Vertrauen zu stärken und Rufschädigung durch Fake‑Einträge zu begrenzen“, so Stefan Sternad, Obmann der Fachgruppe Gastronomie der Wirtschaftskammer Kärnten

Klare Spielregeln im Interesse von Gästen und Betrieben

Die Kärntner Gastronomie unterstreicht den Wert konstruktiver, sachlicher Rückmeldungen als Beitrag zur Weiterentwicklung der Qualität. Problematisch seien hingegen pauschale, emotionale oder offensichtlich falsche Bewertungen sowie Inhalte von Personen, die keine tatsächliche Leistung in Anspruch genommen haben. Solche Einträge würden die Entscheidungsgrundlage für Konsumentinnen und Konsumenten verzerren und gleichzeitig einen unfairen Wettbewerbsdruck auf Betriebe ausüben. „Unqualifiziertes Feedback, das lediglich Frust ausdrückt, bringt weder den Gästen noch den Betrieben einen Mehrwert. Qualität entsteht durch nachvollziehbare Erfahrungen und konkrete Hinweise – nicht durch Stimmungslagen im Internet“, so Sternad.

Mehr Verlässlichkeit für Gäste bedeutet klare, echte und aktuelle Erfahrungen als Entscheidungsbasis.

Aus Sicht der Fachgruppe ist ein verlässlicher Bewertungsrahmen auch ein wesentlicher Beitrag zum Konsumentenschutz. Gäste müssten sich darauf verlassen können, dass Bewertungen auf tatsächlichen Erlebnissen basieren und zeitnah erfolgen. Nur so bleibe die Aussagekraft von Online-Bewertungen gewährleistet, da sich Betriebe, Abläufe und Standards laufend verändern.

Vorschlag für ein österreichisches Modell

Die Fachgruppe Gastronomie regt daher folgende Eckpunkte zur Diskussion an:

  • Verifizierungsprinzip: Bewertungen nur bei nachweislicher Inanspruchnahme einer Leistung (z. B. Buchungs- oder Belegnachweis)
  • Zeitliche Nähe: Abgabe der Bewertung innerhalb einer definierten Frist nach dem Besuch
  • Relevanzprüfung: Möglichkeit zur Entfernung veralteter Bewertungen nach festgelegten Kriterien
  • Schnelle Verfahren: verbindliche Notice-and-Takedown-Prozesse mit klaren Fristen für Plattformen
  • Missbrauchsbekämpfung: klare Regeln gegen gekaufte, incentivierte oder koordinierte Fake-Bewertungen

Sternad: „Meinungsfreiheit ja – Manipulation nein“

„Kritik ist wichtig und oft auch hilfreich für Betriebe. Sie darf und soll stattfinden. Nicht akzeptabel sind jedoch bewusste Falschdarstellungen, erpresserische Bewertungsandrohungen oder organisierte Manipulationen. Das schadet den Gästen ebenso wie den Betrieben“, so Sternad abschließend. Die Fachgruppe spricht sich für eine gemeinsame Erarbeitung eines österreichischen Modells unter Einbindung von Konsumentenschutz, Plattformbetreibern und Branchenvertretungen aus. Ziel seien praktikable Regeln, rasche Verfahren und wirksame Sanktionen bei Missbrauch.

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