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Immobilien-Obmann Paul Perkonig
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Wohnbau zeigt erste Bewegung – Kärnten bleibt unter Druck

Die Kärntner Immobilienwirtschaft zieht im aktuellen Quartalsupdate 01/2026 zum Österreichischen Neubaubericht ein differenziertes Fazit.

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 30.04.2026

Der Wohnbau in Österreich zeigt erste Anzeichen einer Stabilisierung, von einer nachhaltigen Entspannung kann jedoch noch keine Rede sein. Gerade aus Kärntner Sicht bleibt die Entwicklung weiterhin genau zu beobachten. „Wir sehen eine leichte Bewegung in die richtige Richtung. Aber noch lange keine Entwarnung“, so Paul Perkonig, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder Kärnten in der WK Kärnten. „Bauen ist ein langfristiger Prozess. Was heute nicht gestartet wird, fehlt morgen am Markt.“ 

Wohnbau entwickelt sich langsam, bleibt aber unter Bedarf

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Markt schrittweise stabilisiert. Für 2026 wird österreichweit mit rund 27.000 fertiggestellten Wohneinheiten gerechnet, nach rund 24.500 im Jahr 2025. Dennoch bleibt die Bautätigkeit weiterhin unter dem tatsächlichen Bedarf.

Für die Branche ist klar: Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von stabilen und verlässlichen Rahmenbedingungen ab. „Leistbarer Wohnraum entsteht nicht von selbst. Es braucht planbare Verfahren und verlässliche Fördermodelle, damit Projekte wirtschaftlich umgesetzt werden können.“ 

Kärnten bleibt im Bundesländervergleich zurück

Besonders deutlich wird die Herausforderung im Bundesländervergleich: Kärnten zählt weiterhin zu jenen Regionen mit unterdurchschnittlicher Neubauleistung. Laut aktueller Auswertung liegt die Fertigstellungsquote bei nur rund 2,2 Wohneinheiten pro 1.000 Einwohner und damit deutlich unter dem Österreich-Schnitt. „Gerade in Kärnten sehen, wie stark sich fehlende Neubauimpulse unmittelbar auf den Markt auswirken. Das Angebot bleibt knapp. Mit entsprechenden Auswirkungen auf Leistbarkeit und Standortattraktivität“, so Perkonig. Mit Blick auf die Entwicklung durch die Koralmbahn gewinnt das Thema zusätzlich an Bedeutung, die die Nachfrage am Wohnungsmarkt beeinflusst. 

Wohnbau als wichtiger Motor für Wirtschaft und Arbeitsplätze

Neben der Schaffung von Wohnraum hat der Neubau auch eine zentrale wirtschaftliche Bedeutung. Die Immobilienwirtschaft ist ein wesentlicher Treiber für Beschäftigung, regionale Wertschöpfung und Investitionen. „Wohnbau ist mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Er schafft Arbeitsplätze, sichert Wertschöpfung und ist ein entscheidender Faktor für die Entwicklung unserer Regionen“, so Perkonig. „Gerade für Kärnten geht es dabei auch um eine strategische Zukunftsfrage: Eigentum schafft Bindung zum Bundesland. Wenn es nicht gelingt, jungen Menschen den Zugang zu leistbarem Wohnraum zu ermöglichen, verliert Kärnten weiter an Attraktivität als Arbeits- und Lebensstandort. Die demografische Entwicklung zeigt bereits heute deutlich, dass wir gegensteuern müssen. Ohne ausreichende Neubauimpulse droht langfristig ein Verlust an wirtschaftlicher Dynamik. Es braucht gezielte Anreize für Eigentumsbildung, insbesondere für junge Menschen und Familien. Die Wohnbauförderung kann hier wieder eine entscheidende Rolle spielen.“ 

Gemeinsame Verantwortung für leistbares Wohnen

Der Bericht unterstreicht einmal mehr: Wohnbau ist eine gemeinsame Aufgabe. Gewerbliche und gemeinnützige Bauträger leisten gleichermaßen einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit Wohnraum. „Nur wenn es gelingt, Eigentum wieder breiter zugänglich zu machen und gleichzeitig ausreichend neuen Wohnraum zu schaffen, kann Kärnten als Wirtschafts- und Lebensstandort langfristig bestehen. Unser gemeinsames Ziel bleibt es, mehr zu bauen. Effizient, leistbar und nachhaltig.“

Rahmenbedingungen bleiben entscheidend

Aus Sicht der Branche bleiben zentrale Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung des Wohnbaus:

  • mehr Planungssicherheit und effizientere Genehmigungsverfahren
  • verlässliche und treffsichere Fördermodelle
  • stabile Finanzierungsbedingungen für Bauträger und Käufer
  • Rahmenbedingungen, die wirtschaftliches Bauen ermöglichen 

Ausblick: Entwicklung weiter im Fokus

Die leichte Erholung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Markt weiterhin unter Druck steht. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, neue Projekte in ausreichendem Maß auf den Weg zu bringen. „Die weiteren Entwicklungen werden maßgeblich davon abhängen, wie sich die Rahmenbedingungen für den Wohnbau in den kommenden Monaten gestalten“, so Perkonig abschließend.

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