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Gerenderte Kugel auf Moos bestehend aus in Punkten zusammenlaufenden Linien mit weißem Unendlichkeitssymbol mit Pfeil mittig, ringsum kleinere Kugeln mit Symbolen zum Thema Nachhaltigkeit wie Wasserhähne und Fabriksgebäude aus dem ein Blatt ragt
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Labels, Zertifizierungen und Managementsysteme zu Nachhaltigkeit

Unabhängige Dritte prüfen Produkte und Prozesse

Lesedauer: 7 Minuten

Stand: 20.10.2026
Labels, Zertifizierungen und Managementsysteme können Unternehmen dabei unterstützen, Anforderungen in Bereichen wie Umwelt, Energie, Qualität, Arbeitssicherheit oder gesellschaftliche Verantwortung strukturiert umzusetzen. Vorgestellt werden relevante Standards, Umweltmanagementsysteme sowie Zertifizierungsmöglichkeiten für Produkte, Dienstleistungen und sozial verantwortliche Unternehmen.
Hinweis
Seit 27. September 2026 gelten in Österreich neue UWG-Bestimmungen gegen Greenwashing. Die neuen Regelungen betreffen auch Labels bzw. Gütesiegel („Nachhaltigkeitssiegel“). Diese dürfen nur verwendet werden, wenn sie auf einem Zertifizierungssystemen beruhen oder von staatlichen Stellen festgesetzt wurden. Detaillierte Informationen erhalten Sie unter EmpCo: Neue UWG-Bestimmungen gegen Greenwashing.

ISO-Standards und Richtlinien

Mithilfe der ISO-Standards können Sie Abläufe und Prozesse in Ihrem Unternehmen nach international anerkannten Standards gestalten. So können Sie Themen wie Qualität, Umwelt oder Sicherheit strategisch in Ihrem Unternehmen verankern. Falls Sie eine ISO-Zertifizierung anstreben, können Sie anhand von unabhängigen externen Audits prüfen lassen, ob Ihre Prozesse den Vorgaben entsprechen.

Detaillierte Informationen zu den ISO-Standards erhalten Sie über ISO − International Organization for Standardization oder Austrian Standards.

ISO 50001

Die ISO 50001 ist eine internationale Norm für betriebliches Energiemanagement. Die Norm ist branchenübergreifend anwendbar und eignet sich sowohl für kleine als auch große Betriebe.

Mithilfe der ISO 50001 können Sie die energiebezogene Leistung Ihres Unternehmens kontinuierlich verbessern. Konkret unterstützt die ISO 50001 Ihr Unternehmen dabei,

  • Energieflüsse systematisch zu analysieren,
  • Einsparpotenziale zu identifizieren und
  • den Energieverbrauch zu senken.

Durch entsprechende technische, organisatorische oder strategische Maßnahmen können Unternehmen u.a. Energieverbrauch und damit verbundene Treibhausgasemissionen nachhaltig reduzieren.

ISO 14001

Die ISO 14001 ist der international anerkannte Standard für Umweltmanagementsysteme. Die Norm ist branchenübergreifend anwendbar und gut mit der ISO 50001 kombinierbar.

Sie unterstützt Unternehmen dabei, relevante Umweltaspekte wie Energieverbrauch, Emissionen und Ressourceneinsatz systematisch zu erfassen, Maßnahmen festzulegen und die Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern.

ISO 26000

Die internationale Norm ISO 26000 bietet einen  Leitfaden, der Unternehmen dabei unterstützt, gesellschaftlich verantwortungsvoll zu handeln. Die ISO 26000 ist ein freiwilliger Standard, der nicht zertifizierbar ist.

Die ISO 26000 basiert auf folgenden 7 Grundsätzen:

  • Rechenschaftspflicht
  • Transparenz
  • Ethisches Verhalten
  • Achtung der Interessen von Anspruchsgruppen
  • Achtung der Rechtsstaatlichkeit
  • Achtung internationaler Verhaltensstandards
  • Achtung der Menschenrechte

Aus diesen Grundsätzen ergeben sich folgende 7 Kernthemen:

  • Organisation und Organisationsführung
  • Menschenrechte
  • Arbeitspraktiken
  • Umwelt
  • Faire Betriebs- und Geschäftspraktiken
  • Konsumentinnen- und Konsumentenanliegen
  • Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft (ISO 2010: ISO 26000) 

ÖNORM S2500

Die ÖNORM S 2500:2026 ist ein österreichischer Standard für Nachhaltigkeitsmanagement. Sie löst die bisherige ONR 192500 ab und unterstützt Organisationen dabei, Nachhaltigkeit systematisch in Management und Unternehmensführung zu verankern. Die Norm orientiert sich dabei an den Grundsätzen der ISO 26000 zur gesellschaftlichen Verantwortung und ermöglicht eine Zertifizierung des Nachhaltigkeitsmanagementsystems. Die ÖNORM S 2500 kann unabhängig angewendet oder mit bestehenden Managementsystemen, beispielsweise nach ISO 9001 oder ISO 14001, kombiniert werden.

ISO 37301

Die ISO 37301 legt Anforderungen und Leitlinien fest, wie Organisationen ein wirksames Compliance-Management-System aufbauen, betreiben und verbessern können. Dies hilft Ihnen dabei, gesetzliche, regulatorische und interne Vorgaben einzuhalten.

Hinweis
Unser Tipp für Ihren nachhaltigen Erfolg:

Die Bundessparte Handel hat ein „Compliance Tool“ entwickelt, mit dem Sie Compliance Schritt für Schritt umsetzen können. Die Vorlagensammlung ist an den ISO 37301 angelehnt und eignet sich für Unternehmen jeder Größe sowie Risikostufe. Denn es unterstützt von der Selbstverpflichtung bis hin zum umfangreichen Compliance-Management-System. Obwohl das Tool für Handelsunternehmen entwickelt wurde, kann es auch branchenübergreifend als grundlegende Hilfestellung dienen.

• Zum Compliance-Tool der Bundessparte Handel

ISO 45001

Die ISO 45001 ist eine internationale Norm für Arbeitsschutzmanagementsysteme. Sie unterstütz Unternehmen dabei, die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz systematisch zu verbessern.

Umweltmanagementsysteme

EMAS

EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ist das Umweltmanagementsystem der Europäischen Union und baut auf die ISO 14001 auf. Darüber hinaus stellt EMAS zusätzliche Anforderungen, etwa an die Bewertung und kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung.

EMAS unterstützt Unternehmen dabei, ihre Umweltauswirkungen systematisch zu erfassen und Verbesserungspotentiale zu identifizieren.  Durch einen effizienten Einsatz von Energie und Ressourcen können dabei auch betriebliche Kosten gesenkt werden.

Unternehmen legen im Rahmen von EMAS Umweltziele und Maßnahmen fest und entwickeln ihre Umweltleistung kontinuierlich weiter.  Ein wesentlicher Bestandteil ist die Umwelterklärung, in der Unternehmen über Umweltziele, Maßnahmen und erreichte Leistungen berichten. Das Unternehmen kann nach erfolgreicher Prüfung durch zugelassene Gutachter:innen in das öffentliche EMAS-Register eingetragen werden.

EMAS easy bietet Kleinst- und Kleinunternehmen einen vereinfachten Ansatz zur Einführung von EMAS.

ÖKOPROFIT

ÖKOPROFIT ist ein Beratungs- und Umweltmanagementprogramm für Unternehmen. Es verbindet Workshops, betriebliche Beratung und Erfahrungsaustausch zwischen teilnehmenden Unternehmen.

ÖKOPROFIT Beratungsprogramme können in einzelnen Bundesländern gefördert werden.

Im Mittelpunkt stehen u.a.:

  • Aufbau eines umsetzungsorientierten Umweltmanagementsystems (UMS),
  • Identifikation von ökologischen und ökonomischen Verbesserungspotentialen,
  • Entwicklung konkreter Maßnahmen
  • Erfahrungsaustausch und Vernetzung

Die drei wesentlichen Eckpunkte des Programms sind:

  • Workshopreihe,
  • begleitende Analyse- und Umsetzungsberatung,
  • Zertifizierung nach ÖKOPROFIT

Links zu ÖKOPROFIT:

Integrierte Managementsysteme (IMS)

Durch den Einsatz unterschiedlicher Managementsysteme entstehen in Unternehmen und Organisationen häufig Schnittstellenprobleme, die aus Sicht des Gesamtunternehmens ineffizient sind. Ein integriertes Managementsystem bündelt verschiedene Managementsysteme (wie z.B. ISO 9001, ISO 14001) in einer gemeinsamen Struktur, um Prozesse effizienter und ressourcenschonender zu steuern. 

Folgende Regelwerke werden beim Integrierten Management berücksichtigt:

  • ASchG (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz),
  • Ö-SGMS (Österreichischer Leitfaden zu SGM-Systemen),
  • AUVA-SGM (Sicherheits- und Gesundheitsmanagementsystem der AUVA),
  • OHSAS 18001 (Occupational Health and Saftey Assessment System),
  • SCC (Sicherheits-Certifkat-Contraktoren Checkliste),
  • EMAS-VO (Eco-Management and Audit Scheme),
  • ISO 14001 (International Standardisation Organisation),
  • ISO 9001:2000 (Quality Managements Systems – Requirements)
  • ISO 9004:2000 (Quality Managements Systems – Guidelines for performance improvements)

Zertifizierungsmöglichkeiten für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen

Europäisches Umweltzeichen

Das Europäische Umweltzeichen (EU Ecolabel) dient als EU-weit einheitliche Kennzeichnung für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Für viele Produktgruppen sind die Anforderungskriterien des Europäischen und Österreichischen Umweltzeichen harmonisiert. 

Österreichisches Umweltzeichen

Das Österreichische Umweltzeichen wurde 1990 vom Umweltministerium eingeführt und ist das einzige umfassend staatlich geprüfte Umweltsiegel in Österreich. Zu den wesentlichen Zielen zählen bewusster Konsum, umsichtiger Umgang mit Ressourcen, nachhaltiges Wirtschaften und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.

Die Zertifizierung steht für die hohe Umweltqualität von Produkten und Dienstleistungen, nachhaltige Betriebsführung und soziale Verantwortung. Ausgezeichnet werden jene Produkte und Dienstleistungen, die geringere Umweltauswirkungen aufweisen als vergleichbare Alternativen. 

Das österreichische Umweltzeichen umfasst folgende Kategorien:

  • Produkte und Dienstleistungen
  • Tourismus & Gastronomie
  • Schulen und Bildungseinrichtungen
  • Green Meetings & Events
  • Kunst & Kultur

AMA-Biosiegel und AMA-Biosiegel Austria

Das AMA-Biosiegel ist neben dem EU-Bio-Logo das einzige behördliche Siegel für Bio-Lebensmittel in Österreich. Die Anforderungen des AMA-Biosiegels umfassen Qualitätskriterien, zusätzliche Umweltstandards und die Nachvollziehbarkeit der Herkunft. Das AMA-Biosiegel AUSTRIA kennzeichnet Produkte, deren landwirtschaftliche Rohstoffe aus Österreich stammen und auch hier be- und verarbeitet wurden.

FAIRTRADE-Siegel für fair angebaute und gehandelte Produkte

Das FAIRTRADE-Siegel kennzeichnet Produkte, die nach den jeweils geltenden FAIRTRADE-Standards zertifiziert wurden. Die Standards umfassen soziale, ökologische und ökonomische Kriterien. Im Zentrum der Bemühungen steht, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen im Globalen Süden zu verbessern.

„Green Events“: Nachhaltige Veranstaltungen

Als „Green Events“ werden Veranstaltungen bezeichnet, bei deren Planung und Umsetzung bestimmte ökologische, soziale, ökonomische und kulturelle Aspekte berücksichtigt werden. 

Für eine entsprechende Kennzeichnung bestehen unterschiedliche Systeme, wie z.B.: 

Zertifizierungsmöglichkeiten für sozial verantwortliche Unternehmen

Verified Social Enterprise

Seit 1. Dezember 2022 können sich Unternehmen, Genossenschaften und Vereine erstmals als „Verified Social Enterprise“ registrieren lassen.

Das Label wird vom Bundesministerium Wirtschaft, Energie und Tourismus vergeben und von der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws) in enger Zusammenarbeit mit dem Social Entrepreneurship Network Austria (SENA) sowie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) abgewickelt.

Werden bestimmte Kriterien erfüllt, können Social Enterprises das Label über das Einreichportal der aws − Austria Wirtschaftsservice beantragen. Ein unabhängiges Impact Board prüft das Vorliegen des gesellschaftlichen Beitrags. Bei positiver Beurteilung wird das Unternehmen zudem im WKO Firmen A-Z als „Verified Social Enterprise“ ausgewiesen.

berufundfamilie

berufundfamilie ist ein Zertifizierungsprozess für Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Betriebsgrößen. Im Audit werden Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf definiert, evaluiert und umgesetzt.

Hinweis
Unser Tipp für Ihren nachhaltigen Erfolg:
Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter:innen, um Fachkräfte zu gewinnen und Mitarbeiter:innen langfristig zu binden: Neben der Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielen auch Aus- und Weiterbildung, Gesundheit und Sicherheit oder Chancengleichheit eine wichtige Rolle. Mehr dazu erfahren Sie unter Nachhaltiges Personalmanagement.

Webinare zu Labels, Zertifizierungen und Managementsystemen für Nachhaltiges Wirtschaften

In diesem Abschnitt finden Sie unsere bisherigen Webinare, in denen Expert:innen Labels, Zertifizierungen und Managementsystemen für Nachhaltiges Wirtschaften vorstellen.


Hinweis
Unser Tipp für Ihren nachhaltigen Erfolg:
Besuchen Sie unsere österreichweite Webinar-Übersicht für nachhaltiges Wirtschaften. Die Themenpalette reicht von Richtlinien & gesetzliche Verpflichtungen über Services & Tools bis hin zu konkreten Handlungsempfehlungen.

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