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Versicherungsagenten, Bundesgremium

Agent-Letter 6/2026

Informationen des Fachverbandes der Versicherungsagenten

Lesedauer: 6 Minuten

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03.06.2026

Liebe Mitglieder,

die erste Hälfte des Jahres 2026 ist erreicht und auch in den kommenden Monaten bleibt unsere Branche von vielfältigen Entwicklungen auf europäischer, nationaler und fachlicher Ebene geprägt.

In dieser Ausgabe informieren wir Sie über den neuen SVS-Vorsorgepass, die Erhöhung des Behandlungsbeitrags der BVAEB ab 1. Juni 2026, aktuelle EPU-Zahlen 2025 in Österreich, zentrale Inhalte des VVO-Jahresberichts 2025 sowie das Fachseminar „IDD in der Praxis“ mit Fokus auf Retail Investment Strategy und Geldwäscheprävention. Ergänzend berichten wir über die 36. StVO-Novelle mit neuen Regelungen für E-Scooter, E-Bikes und E-Mopeds.

KommR Horst Grandits
© BG Versicherungsagenten KommR Horst Grandits, Bundesgremialobmann

Nutzen Sie diese Informationen, um aktuelle Entwicklungen frühzeitig einzuordnen und Ihre Beratungspraxis entsprechend weiterzuentwickeln.

Gerade in einem dynamischen Umfeld ist es entscheidend, auf dem aktuellen Stand zu bleiben und regulatorische sowie fachliche Veränderungen laufend zu berücksichtigen.

Der neue SVS-Vorsorgepass

Mit dem neuen SVS-Vorsorgepass erweitert die SVS ihr Angebot im Bereich Gesundheitsvorsorge und Prävention. Ziel des Programms ist es, Vorsorgemaßnahmen übersichtlich darzustellen und Versicherte durch ein Bonussystem zur regelmäßigen Teilnahme zu motivieren.

Der SVS-Vorsorgepass ist seit Mai 2026 in svsGO verfügbar. Alle seit 1. Jänner 2026 absolvierten und anrechenbaren Maßnahmen werden automatisch berücksichtigt.

Mit dem digitalen Vorsorgepass erhalten Versicherte einen Überblick über ihre individuellen Vorsorgemaßnahmen – abgestimmt auf Alter und Geschlecht. Zusätzlich werden absolvierte Maßnahmen mit Punkten bewertet, die in einen finanziellen Bonus umgewandelt werden können.

Der Vorsorgepass bietet:

  • alle persönlichen Vorsorgemaßnahmen gebündelt
  • eine digitale Übersicht über absolvierte und offene Maßnahmen
  • einen aktuellen Punktestand
  • finanzielle Vorteile durch ein Bonussystem

Die Punkte werden nach Durchführung der jeweiligen Vorsorgemaßnahme automatisch gutgeschrieben. Dabei gilt:

  • 10 Punkte entsprechen 1 Euro Bonus
  • 500 Punkte entsprechen 50 Euro Bonus
  • 1.000 Punkte entsprechen 100 Euro Bonus

Die Auszahlung erfolgt steuerfrei direkt auf das hinterlegte Bankkonto.

Welche Maßnahmen zählen?

Je nach Alter, Geschlecht und empfohlenem Intervall werden unter anderem folgende Vorsorgemaßnahmen berücksichtigt:

  • Vorsorgeuntersuchung
  • Gesundheits-Check Junior
  • Mundhygiene
  • Prostatakrebsvorsorge
  • Brustkrebsfrüherkennung
  • Gebärmutterhalskrebsvorsorge
  • Darmkrebsvorsorge
  • Schutzimpfungen wie Influenza, Pneumokokken oder Herpes Zoster

Der jeweilige Vorsorgebedarf ist direkt in svsGO ersichtlich.

Wer kann teilnehmen?

Teilnahmeberechtigt sind alle bei der SVS nach GSVG oder BSVG krankenversicherten Personen sowie mitversicherte Angehörige einschließlich Kinder ab sechs Jahren.

Mit svsGO wird der SVS-Vorsorgepass zur digitalen Plattform für Gesundheitsvorsorge.

Versicherte können dort ihren Status prüfen, Punkte einsehen, Erinnerungen erhalten, den Bonus beantragen oder direkt mit der SVS kommunizieren.

>>Weitere Informationen

BVAEB erhöht Behandlungsbeitrag ab 1. Juni 2026

Mit Wirksamkeit ab 1. Juni 2026 wurde der Behandlungsbeitrag in der Krankenversicherung der BVAEB von bisher 10 % auf 20 % angehoben. Die entsprechende Anpassung wurde von der Hauptversammlung der BVAEB beschlossen.

Nach Angaben der BVAEB erfolgt die Festsetzung des Behandlungsbeitrags auf Grundlage von § 63 Abs. 4 B-KUVG unter Berücksichtigung der finanziellen Leistungsfähigkeit der Versicherungsanstalt. Im Jahr 2016 war der Behandlungsbeitrag aufgrund damals vorhandener Rücklagen von 20 % auf 10 % gesenkt worden. Da diese Rücklagen mittlerweile aufgebraucht sind, wurde nun die Rückkehr zum früheren Beitragssatz beschlossen.

Kinder bleiben weiterhin vom Behandlungsbeitrag ausgenommen. Für Versicherte und Familien mit geringem Einkommen bestehen zudem weiterhin Möglichkeiten zur Befreiung beziehungsweise Nachsicht des Behandlungsbeitrags.

Beispiele für die Auswirkungen der Anpassung

Leistung Bisher (10 %) Ab 1.6.2026 (20 %)
Erste Ordination Allgemeinmedizin EUR 2,71 EUR 5,43
Weitere Ordination Allgemeinmedizin EUR 1,56 EUR 3,12
Erste Ordination Internist EUR 3,57 EUR 7,15
Weitere Ordination Internist EUR 2,32 EUR 4,65
MRT EUR 17,81 EUR 35,61
Physiotherapie (30 Minuten) EUR 3,80 EUR 7,60
Wurzelbehandlung (einkanalig) EUR 10,76 EUR 21,51
Zweiflächenfüllung EUR 6,32 EUR 12,64

Versicherte können sich über die konkreten Auswirkungen sowie über mögliche Befreiungs- und Nachsichtsregelungen direkt bei der BVAEB informieren.
>>Weitere Informationen

Factsheet: EPU-Zahlen 2025 in Österreich

Die aktuellen EPU-Zahlen 2025 zeigen deutlich die zentrale Bedeutung von Ein-Personen-Unternehmen (EPU) für die österreichische Wirtschaft. Rund 60 % aller Unternehmen in Österreich sind EPU. Insgesamt werden 376.112 Unternehmen ohne unselbständig Beschäftigte als Ein-Personen-Unternehmen geführt. Bezogen auf den Gesamtmitgliederstand von 605.826 aktiven Mitgliedern ergibt sich damit ein EPU-Anteil von 62,1 %.

Ein Blick auf die Gründungsmotive zeigt, warum sich viele Menschen für die Selbstständigkeit entscheiden:

  • 83 % nennen Unabhängigkeit als Hauptgrund
  • 77 % streben Selbstverwirklichung an
  • 71 % möchten eine flexiblere Zeiteinteilung erreichen

Auch die Form der selbstständigen Tätigkeit ist unterschiedlich ausgeprägt:

  • 49 % der EPU sind hauptberuflich Vollzeit selbstständig,
  • 25 % hauptberuflich in Teilzeit tätig und
  • 26 % üben ihre Selbstständigkeit nebenberuflich aus.

Bei der Rechtsform dominiert klar das Einzelunternehmen:

  • 88,0 % sind nicht eingetragene Einzelunternehmer: innen
  • 6,1 % eingetragene Einzelunternehmer: innen
  • 5,9 % sind als GmbH organisiert

Besonders hoch ist der EPU-Anteil in einzelnen Branchen bzw. Fachgruppen. Ein Beispiel sind Versicherungsagenten, wo der Anteil bei 73 % EPU liegt.
>>Weitere Informationen

VVO: Versicherungswirtschaft zwischen Regulierung, Vorsorge und Digitalisierung

Der Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO) sieht die Versicherungswirtschaft zunehmend als zentralen Akteur bei gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Im aktuellen Jahresbericht 2025 stehen insbesondere Themen wie Altersvorsorge, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Regulierung sowie Naturkatastrophenprävention im Fokus.

Ein wesentlicher Schwerpunkt bleibt die Stärkung der zweiten und dritten Säule der Altersvorsorge. Der VVO spricht sich unter anderem für höhere steuerliche Freibeträge bei der Zukunftssicherung, flexiblere Vorsorgemodelle sowie bessere Rahmenbedingungen für private und betriebliche Pensionsvorsorge aus.

Auch auf europäischer Ebene beschäftigen zahlreiche regulatorische Entwicklungen die Branche. Dazu zählen unter anderem die Umsetzung des EU-Geldwäschepakets, die Retail Investment Strategy (RIS), FiDA (Framework for Financial Data Access) sowie Solvency II. Der VVO setzt sich dabei nach eigenen Angaben für praktikable, risikobasierte und verhältnismäßige Regelungen ein.

Im Bereich Digitalisierung stehen die elektronische Kommunikation im Versicherungsvertragsrecht, neue digitale Prozesse in der Krankenversicherung sowie die Modernisierung technischer Systeme im Mittelpunkt. Gleichzeitig gewinnt das Thema Datenschutz weiterhin an Bedeutung.

Breiten Raum nehmen zudem Naturkatastrophen und Prävention ein. Der VVO verweist auf zunehmende klimabedingte Schäden und die Bedeutung digitaler Präventionsinstrumente wie HORA zur Hochwasser- und Naturgefahrenbewertung.

Weitere Themen des Jahresberichts betreffen:

• die Umsetzung neuer EU-Richtlinien • Entwicklungen in der privaten Krankenversicherung • motorbezogene Versicherungssteuer für E-Fahrzeuge • Finanzbildung und Risikokompetenz • Digitalisierung von Verwaltungs- und Zulassungsprozessen • aktuelle Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit und ESG

Der vollständige Jahresbericht 2025 des VVO ist online abrufbar. 
Publikationen

IDD in der Praxis – Seminar zur Retail Investment Strategy und Geldwäscheprävention

Im Rahmen aktueller Weiterbildungsangebote wird ein Fachseminar unter dem Titel „IDD in der Praxis“ angekündigt. Das Seminar befasst sich mit aktuellen regulatorischen Entwicklungen im Versicherungsvertrieb, insbesondere mit den Auswirkungen der europäischen Retail Investment Strategy (RIS) sowie den aktuellen Vorschriften zur Geldwäscheprävention (AML).

Schwerpunkte der Veranstaltung sind die praktische Umsetzung neuer regulatorischer Anforderungen im Versicherungsvertrieb, insbesondere im Hinblick auf Geschäftsmodelle, Organisations- und Prozessanpassungen. Behandelt werden unter anderem das „Value for Money“-Konzept, Anforderungen an Transparenz und Kostenoffenlegung sowie Auswirkungen auf Vergütungssysteme, Provisionen, Beratungsprozesse und Dokumentationspflichten.

Darüber hinaus umfasst das Programm zentrale Themen der IDD-Compliance, insbesondere Governance-Anforderungen, Product Oversight and Governance (POG) sowie aktuelle internationale Entwicklungen im Versicherungsvertrieb.

Das Seminar wird mit 6 IDD-Weiterbildungspunkten angerechnet und findet am 17. November 2026 von 09:00 bis 17:00 Uhr in Wien statt (genauer Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben).

Teilnahmebeitrag (laut Ausschreibung):

  • Regulär: EUR 590,00 zzgl. 20 % MwSt.
  • WKO-Spezialtarif: EUR 413,00 zzgl. 20 % MwSt. (Rabattcode WKO30)
  • Bei Online-Teilnahme wird ein zusätzlicher Rabatt ausgewiesen.

Im Teilnahmebeitrag enthalten sind laut Anbieter ein Praxishandbuch IDD, Arbeitsunterlagen, Mittagessen, Kaffeepausen sowie eine Teilnahmebestätigung über 6 IDD-Weiterbildungspunkte.

Anmeldung und weitere Informationen erfolgen über den Veranstalter: buschek@finanzverlag.at www.finanzverlag.at Tel. +43 1 713 53 34-21

36. StVO-Novelle: Neue Regelungen für E-Scooter, E-Bikes und E-Mopeds

Wir haben in unserer Newsletter-Ausgabe Mai 2026 bereits über die 36. StVO-Novelle – neue Regelungen für E-Scooter, E-Bikes und E-Mopeds berichtet.

>>Ergänzende Informationen