F&E: Unternehmen tragen Österreichs Innovationsleistung
Informationen der Bundessparte Industrie
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2026 fließen 17,6 Mrd. Euro in F&E, die Quote liegt bei 3,34 %. Unternehmen finanzieren davon die Hälfte, inklusive Auslandsfinanzierung zwei Drittel.
Österreich investiert 2026 - laut aktueller Globalschätzung von Statistik Austria - rund 17,6 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung (F&E). Das entspricht einer Forschungsquote von 3,34 % des nominellen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit liegt Österreich EU-weit weiterhin auf Platz 3 – hinter Schweden (3,56 %) und Belgien (3,36 %) – und deutlich über dem EU-27-Durchschnitt (2,24 %; Deutschland: 3,13 %).
Gegenüber dem Höchstwert 2025 (3,39 %) ist die Quote leicht gesunken und liegt wieder auf dem Niveau von 2024 (3,34 %). Der Rückgang ist vor allem ein Recheneffekt: Die F&E-Ausgaben steigen zwar, das BIP aber stärker. Zudem bleibt die Finanzierung aus Unternehmen und öffentlichen Mitteln 2026 weitgehend stabil.
Als Verhältnis zur Wirtschaftsleistung schwankt die Forschungsquote auch mit der konjunkturellen Entwicklung des nominellen BIP. Im Langzeitvergleich ist der Trend aber klar positiv: 2006 lag die Quote bei 2,38 %, seit 2014 wird das EU‑Ziel von 3 % dauerhaft erreicht.
Unternehmen und Industrie bleiben tragende Säule der F&E
Heimische Unternehmen finanzieren 2026 rund 8,9 Mrd. Euro bzw. etwa 50 % der gesamten F&E-Ausgaben. Darin enthalten sind auch Begünstigungen über die steuerliche Forschungsförderung (Forschungsprämie), die im statistischen Konzept als Unternehmensfinanzierung ausgewiesen werden.
Aus dem Ausland kommen 2026 rund 2,9 Mrd. Euro (16 %) – überwiegend als konzerninterne Finanzierungsströme multinationaler Unternehmen. Zählt man diese Mittel zur Unternehmensfinanzierung hinzu, ergibt sich in Summe ein Anteil von rund zwei Dritteln.
Die öffentlichen Mittel bleiben weitgehend stabil: 2026 entfallen 4,8 Mrd. Euro auf den Bund, die Länder steuern rund 770 Mio. Euro bei. Insgesamt werden dem Staat knapp 5,8 Mrd. Euro bzw. 33 % der F&E-Finanzierung zugerechnet.
Industriepolitische Weichenstellungen entscheidend
Aus Sicht der Bundessparte Industrie unterstreichen die aktuellen Zahlen die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für Forschung, Technologie und Innovation. Unternehmen tragen bereits heute den Großteil der F&E‑Ausgaben – und sichern damit Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und hochwertige Beschäftigung.
Für Investitionsentscheidungen sind stabile und planbare Förder- und Rahmenbedingungen entscheidend. Wichtig sind dabei bewährte Instrumente – insbesondere die Forschungsprämie und die FFG‑Basisprogramme –, die in vielen Industrieunternehmen Kontinuität in der Forschung ermöglichen. Ergänzend sind der Fonds Zukunft Österreich und der FTI‑Pakt zentrale Bausteine einer zukunftsorientierten Standort‑ und Industriepolitik.
Die weitere Entwicklung der F&E‑Ausgaben wird wesentlich davon abhängen, wie sich öffentliche Finanzierung und zentrale Förderinstrumente in den kommenden Jahren entwickeln.
Autorin:
Mag. Sandra Lengauer
E-Mail: sandra.lengauer@wko.at