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3D Landkarte Europa mit Flagge im Land Deutschland
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Deutschland-Monitor 1/2026: Fragile Erholung unter globalen Herausforderungen 

Wirtschaftspolitische und konjunkturelle Entwicklungen in Deutschland kurzgefasst

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26.03.2026

Fragile Erholung unter globalen Herausforderungen 

Ende 2025 zeigte die deutsche Wirtschaft nach drei wirtschaftlich schwachen Jahren einen moderaten Aufwärtstrend. Getragen wurde das Wachstum vor allem von inländischen staatlichen Impulsen, insbesondere durch die zunehmend expansive Fiskalpolitik der Regierung. Vom Exportgeschäft gehen hingegen nur geringe Wachstumsbeiträge aus, da es aufgrund struktureller Herausforderungen, zunehmenden Wettbewerbsdrucks aus China sowie der anhaltenden Unsicherheit im Zusammenhang mit den US-Zöllen nur wenig Dynamik entfaltet.

Zusätzlich stellt der Iran-Konflikt seit Ende Februar 2026 einen weiteren Risikofaktor dar. Auch im laufenden Jahr werden geopolitische Spannungen, wachsender Protektionismus und eine verhaltene globale Nachfrage die deutsche Wirtschaft weiterhin beeinflussen. Die staatliche Ausgabentätigkeit dürfte somit auch 2026 die wesentliche Determinante des Wirtschaftswachstums bleiben.

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe

Index (2021 = 100), kalender- und saisonbereinigt 

Ein Kurvendiagramm zur Entwicklung der Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland von Dezember 2018 bis Dezember 2025. Die Kurve entwickelt sich derzeit tendenziell nach unten
© WKÖ Quelle: Destatis.

 

Schwerpunkte im aktuellen Deutschland-Monitor  

  • Nahost-Konflikt dämpft Deutschlands Konjunkturausblick 
  • Staatliche Ausgaben tragen Investitionen 
  • Überraschendes Auftragsplus Ende 2025 
  • Industrieproduktion schwächelt weiter 
  • Hohe Insolvenzzahlen belasten den Arbeitsmarkt 
  • China ist wieder wichtigster Handelspartner 
  • Exporte nach China brechen in Schlüsselindustrien ein 
  • Exporte in die USA von Zöllen belastet 

Fazit

Um die negativen Auswirkungen geopolitischer Spannungen, steigender Energiepreise und struktureller Exporthemmnisse abzufedern, sind gezielte wirtschaftspolitische Maßnahmen erforderlich. Reformen sollten darauf abzielen, strukturelle Hindernisse abzubauen, Standortbedingungen zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit in Schlüsselindustrien zu stärken, um sowohl die Produktion als auch die Exporte und privaten Investitionen zu fördern (BMWE).

Öffentliche Mittel, wie im Rahmen des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) vorgesehen, sollten dabei gezielt als zusätzliche Investitionen in wachstumswirksame Bereiche wie Infrastruktur, Digitalisierung und Bildung fließen, um Zweckentfremdungen der Gelder zu vermeiden.

Europapolitisch sind für unseren wichtigsten Handelspartner ähnliche Weichenstellungen entscheidend, wie für die österreichische Wirtschaft. So bietet die Stärkung des EU-Binnenmarkts einen zentralen Hebel, um Abhängigkeiten von China und den USA zu verringern, während eine stärkere Diversifizierung der Exportmärkte durch neue Handelsabkommen den Außenhandel stabilisiert. 

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