USA eilen Europa bei digitalen Investitionen davon
Europas Unternehmen investieren deutlich weniger in digitale Technologien als ihre US-Konkurrenten. Das bremst das Produktivitätswachstum und vertieft die transatlantische Wohlstandslücke
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Seit der globalen Finanzkrise hat die Investitionstätigkeit in vielen Industrieländern spürbar an Dynamik verloren. Die OECD-Länder sind davon unterschiedlich stark betroffen. So stiegen die realen Unternehmensinvestitionen in Deutschland zwischen 2014 und 2024 lediglich um 7 %, während sie im gleichen Zeitraum in den USA um 45 % wuchsen (OECD).
Rund 90% des US-Vorsprungs entfallen auf umfangreichere digitale Investitionen. US-amerikanische Unternehmen erhöhten ihre realen Investitionen in Software und Daten zwischen 2014 und 2023 um 159 %, europäische Firmen dagegen lediglich um 55 %. Auch in IKT-Hardware investieren US-Unternehmen deutlich stärker als ihre europäischen Wettbewerber.
Standortfaktor Digitalisierung
In seiner Strategie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas betonte Mario Draghi, dass die starke US-Digitalwirtschaft wesentlich zum höheren Produktivitätswachstum der USA und damit zur transatlantischen Wohlstandslücke zwischen Europa und den USA beiträgt.
Die Vereinigten Staaten dominieren nicht nur bei den gesamten digitalen Investitionen, sondern insbesondere auch beim Ausbau von Rechenzentren, die für das Training und den laufenden Betrieb von Künstlicher Intelligenz (KI) von besonderer Relevanz sind.
Im Jahr 2024 entfielen 43 % der weltweit installierten Rechenzentrumskapazitäten auf die USA, 25 % auf China und lediglich 16 % auf Europa (IEA). Darüber hinaus setzen die Vereinigten Staaten auch in der Forschung und Entwicklung einen stärkeren Fokus auf digitale Technologien als Europa.
Fazit: Digitale Investitionen gezielt stärken
Digitale Investitionen sind zentrale Wachstums- und Produktivitätstreiber. Sie werden vor allem durch kostengünstige Finanzierungsmöglichkeiten, ausreichende digitale Kompetenzen sowie den Zugang zu großen, integrierten Märkten mit niedrigen Handelsbarrieren begünstigt.
In Europa bestehen erhebliche Potenziale: Um die transatlantische Produktivitätslücke zu schließen, sind der Ausbau digitaler Infrastrukturen, die Förderung digitaler Kompetenzen und die gezielte Unterstützung digitaler Innovationen von wesentlicher Bedeutung.
Darüber hinaus braucht es eine deutliche Budgeterhöhung auf EU-Ebene: Derzeit entfallen nur 7% des Budgetvolumens des Mehrjährigen Finanzrahmens der EU auf Digitales – um die wachstums- und produktivitätssteigernde Wirkung digitaler Technologien substanziell zu stärken, wäre eine Erhöhung auf mindestens 25 % notwendig.
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