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Teilnehmer:innen auf Podium
© Iris Haidau Photography

Europa zwischen Stargate und Deepseek – Aufbruch in die nächste digitale Ära

Rückblick 24.3.3025: Gemeinsam mit der bayerischen Industrie- und Handelskammer hat die WKÖ in Brüssel einen Veranstaltungstag rund um Europas Zukunft im KI-Innovationsrennen gestaltet.

Lesedauer: 3 Minuten

02.02.2026

Nur gemeinsam kann Europa im globalen Wettbewerb um Künstliche Intelligenz mithalten. Es braucht mehr Innovation, weniger Hürden. Mehr Wettbewerbsfähigkeit, weniger Bürokratie. Sonst droht Europa, sich im Dickicht der Regulierung und fragmentierten Umsetzungswege zu verlieren und weitere Abhängigkeiten zu riskieren. 

Welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um die Entwicklung und Nutzung von KI in Unternehmen zu stärken, wurde am 24. März 2025 bei zwei Veranstaltungen der bayerischen Industrie- und Handelskammern in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) von Expert:innen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in Brüssel diskutiert.

Regulieren, ohne zu blockieren – was Unternehmen jetzt brauchen

Bei der Mittagsrunde „Regulieren ohne zu blockieren“ diskutierten rund 30 Unternehmensvertreter:innen mit Expert:innen aus dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission, wie der AI Act praxisnah umgesetzt werden kann, um den bürokratischen Aufwand für Unternehmen zu minimieren. 

Prof. Philip Hacker von der Europa-Universität Viadrina (Frankfurt/Oder) zeigte in seinem Impuls zu Beginn Inkonsistenzen und Doppelregulierungen zwischen dem AI Act und anderen EU-Vorgaben auf, die zu Unsicherheiten und Doppelbelastungen führen. 

Die Diskussion machte deutlich: Unternehmen brauchen kurzfristig konkrete Hilfestellungen wie Leitfäden und Best-Practice-Beispiele für die Umsetzung des AI Act. Diese sollen vom AI Office der EU sowie der deutschen Aufsichtsbehörde bereitgestellt werden. Grundsätzlich geht es aber auch um dringend notwendige Harmonisierung des KI-Gesetzes mit sektoralen Regulierungen und horizontalen digitalen Verordnungen – etwa der DSGVO. Ziel: klare Regeln und einheitliche Standards, um Doppelarbeit zu vermeiden.

Pragmatismus und schnelle Vereinfachung sind entscheidend. 

Innovation vorantreiben – Europas Chance im globalen Wettbewerb

Am Abend stand die Frage im Mittelpunkt, wie Europa im internationalen Wettbewerb Innovation im Bereich KI gezielt vorantreiben kann. Zum Auftakt präsentierte das Leibniz-Rechenzentrum die erste deutsche AI Factory „HammerHai“. 

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Prof. Dagmar Schuller (Vizepräsidentin der IHK München und Oberbayern), Svenja Hahn (MdEP), Werner Stengg (Kabinettsmitglied der EU-Kommission) und Mariana Kühnel (Stv. Generalsekretärin der WKÖ) wurde klar: Europa kann es sich nicht leisten, zurückzufallen. Unternehmen brauchen klare Rahmenbedingungen, Skalierungsmöglichkeiten und ein dynamisches Ökosystem aus Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft.

Prof. Schuller betonte: „KI und Zukunftstechnologien sind Bereiche, in denen Europa eine echte Wettbewerbsmacht werden muss. Wir haben die Kompetenzen und exzellente Forschung – jetzt braucht es weniger Risikoaversion und passende Rahmenbedingungen: weniger Bürokratie, mehr Investitionsanreize und starke Allianzen in Europa.“ 

Fazit: Chancen nutzen, Zukunft gestalten

Die Veranstaltung zeigte deutlich: Für Unternehmen bedeutet das weniger Regulierungshürden, mehr Handlungsspielraum und Zugang zu einem dynamischen Innovationsökosystem. Europa hat die Voraussetzungen – jetzt braucht es Pragmatismus, klare Regeln und den Mut zur Umsetzung.

Zum Abschluss stellten Start-ups aus Bayern und Österreich ihre innovativen KI-Lösungen vor und bewiesen, welches Potenzial Künstliche Intelligenz für die Wirtschaft bietet. Beim anschließenden Get-together konnten die Gäste an den Ständen mehr über die Unternehmen und deren Anwendungen erfahren.

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