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Zwei Personen mit Schutzwesten und Helmen gehen durch Fabrikshalle, Overlays leuchtender Linien
© Gorodenkoff | stock.adobe.com

WKO-Industrieradar 2026

Globaler Wettbewerb und hohe Kosten belasten den Produktionsstandort

Lesedauer: 1 Minute

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23.07.2026

Österreichs Industrie steht unter hohem Druck

Strukturelle Kostennachteile am Standort treffen auf einen wachsenden internationalen Wettbewerbsdruck. 80 % der befragten Industrieunternehmen bewerten diesen als starke oder sehr starke Herausforderung für die kommenden drei bis fünf Jahre.

Für den WKO-Industrieradar wurden im Frühjahr 2026 österreichweit 270 in Österreich produzierende Industrieunternehmen zu den strukturellen Rahmenbedingungen des Standorts, den größten Herausforderungen und ihren strategischen Reaktionen befragt.

Internationaler Wettbewerb führt bei strukturellen Herausforderungen

Anteile in %, Zahl rechts = stark + sehr stark

Balken-Grafik: Ergebnisse der Umfrage nach Einzelkriterien - Textversion im Pdf
© WKÖ Quelle: Industrieradar 2026; Frage: „Wie stark wirken die folgenden strukturellen Herausforderungen auf die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens in den nächsten 3–5 Jahren?“; Rest auf 100 % = „kann ich nicht beurteilen“.

  • Chinesischer Wettbewerbsdruck und Handelsumlenkungseffekte treffen zunehmend den EU-Markt: 54 % der Unternehmen berichten von zunehmendem Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter in ihren Kernmärkten. Zusätzlich beobachten 43 %, dass chinesische Anbieter infolge der US-Zölle verstärkt auf den EU-Markt drängen.
  • Industrie reagiert mit einer Produktivitätsoffensive, künftig wohl aber auch mit höherer Standortmobilität: 82 % der Unternehmen setzen auf Kosten- und Effizienzprogramme, 61% auf Automatisierung und Digitalisierung der Produktion. 
  • Zugleich nimmt das Verlagerungsrisiko zu: 25 % nennen die Verlagerung von Beschaffung, Produktion oder Vertrieb als strategische Maßnahme der nächsten 24 Monate; 43 % halten eine Teilverlagerung von Produktion und Fertigung in den nächsten 3–5 Jahren für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich.

Eckpunkte des WKO-Industrieradars

  • Hohe Standortqualität trifft auf hohe Kostenbelastung
  • Externe Schocks verschärfen den Anpassungsdruck
  • Externe Herausforderungen: China und die USA als schwierige Partner
  • Strategische Maßnahmen der nächsten 24 Monate: Industriebetriebe setzen auf mehr Effizienz
  • Verlagerungswahrscheinlichkeit von Produktion und Fertigung hoch
  • Wirtschaftspolitische Prioritäten: Kosten senken, Investitionen beschleunigen, Binnenmarkt stärken

Fazit

Die Befragungsergebnisse verdeutlichen, dass die österreichische Industrie aktuell mit mehreren zum Teil strukturellen Herausforderungen konfrontiert ist: hohe Lohnstückkosten, hohe Energiepreise, steuerliche Belastung und langwierige Genehmigungsverfahren treffen auf wachsende Importkonkurrenz, Handelsumlenkungseffekte und geopolitische Unsicherheit. Daraus ergibt sich eine gefährliche Kombination aus dem kostenbedingten Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit und globalem Preis- und Wettbewerbsdruck, insbesondere aus China, die den heimischen Unternehmen erheblich zusetzt.

Mit Blick auf die nationale Ebene liegen die Prioritäten klar im Bereich der kostenseitigen Entlastung insbesondere beim Faktor Arbeit und bei den Energiepreisen. Darüber hinaus gilt der Abbau von Berichtspflichten und administrativer Last als zentraler Entlastungsbaustein. Auf europäischer Ebene spielt der Bürokratieabbau eine ebenso zentrale Rolle, hier insbesondere in Form von einheitlicherer und planbarerer Regulierung. Daneben fordern die Unternehmen eine Stärkung des EU-Binnenmarkts sowie eine bessere Rohstoff- und Resilienzpolitik und stärkeren Handelsschutz.

>> zum WKO-Industrieradar

>> zu den Detail-Ergebnissen der Befragung inkl. Grafiken

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