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Frontalaufnahme zweier nebeneinander stehender Personen mit Namensschildern, die beide in die Kamera blicken. Hinter ihnen stehen kleine Kartons. Rechts neben ihnen ist ein langes Regal mit Fächern, in denen viele verschiedene Lebensmittel stehen
© Jacob Lund | stock.adobe.com

Nahversorgerstudie: Lebensmittelhandel resilient, kleine Gemeinden unter Druck

WKÖ-Prauchner: Nahversorgung insgesamt stabil, Standorte in peripheren Gemeinden gezielt absichern

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 29.09.2026

Wien (OTS) - Der österreichische Lebensmittelhandel zeigt sich trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen der vergangenen Jahre resilient. Das belegt die aktuelle Nahversorgerstudie 2026 der KMU Forschung Austria im Auftrag des Bundesgremiums Lebensmittelhandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Zwischen 2021 und 2024 ist die Zahl der Standorte österreichweit um 3,6 Prozent gestiegen. Gleichzeitig zeigt sich ein klares Stadt-Land-Gefälle: In dicht besiedelten Gebieten nahm die Zahl der Standorte um rund 14 Prozent zu, in dünn besiedelten Gebieten ging sie um rund 3 Prozent zurück

2024 verfügten 401 von 2.114 untersuchten Gemeinden über keinen eigenen Lebensmittel-Nahversorger. Rund 423.000 Menschen bzw. fünf Prozent der Bevölkerung lebten in einer Gemeinde ohne eigenen Standort des Lebensmitteleinzelhandels.

Besonders betroffen sind kleine Gemeinden: In Gemeinden mit weniger als 500 Einwohnerinnen und Einwohnern verfügen 72 Prozent über keinen eigenen Nahversorger. In Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt dieser Anteil bei null Prozent.

„Der Lebensmittelhandel hat in den vergangenen Jahren seine Widerstandsfähigkeit klar bewiesen. Österreich verfügt weiterhin über ein sehr dichtes Nahversorgungsnetz. Gleichzeitig müssen wir unsere Anstrengungen dort verstärken, wo Standorte in kleinen und peripheren Gemeinden unter Druck geraten“, sagt Christian Prauchner, Obmann des Bundesgremiums Lebensmittelhandel in der WKÖ.

Für Prauchner ist die Sicherung bestehender Standorte zentral: „Nahversorgung ist weit mehr als Einkaufsmöglichkeit. Sie schafft kurze Wege, regionale Wertschöpfung und ist wichtig für ein lebendiges Gemeindeleben.“

Notwendig seien daher flexiblere und wirtschaftlich tragfähige Modelle. Dazu zählen hybride Standorte mit bedienten und unbedienten Zeiten, Postpartnerschaften sowie zusätzliche Ertragsmöglichkeiten. „Auch ein erleichterter Zugang zu Tabakverkauf sowie Lotto und Toto und Ausnahmeregelungen bei den Öffnungszeiten für Gemeinden ohne weiteren Nahversorger sollten diskutiert werden“, so Prauchner.

Zur Studie

Die Nahversorgerstudie 2026 wurde von der KMU Forschung Austria im Auftrag des Bundesgremiums Lebensmittelhandel der WKÖ erstellt. Datengrundlage sind Daten von Statistik Austria sowie Standortdaten des Lebensmitteleinzelhandels 2021 bis 2024.

Zur Langfassung der Studie