Bringing humanity into AI
Archana Prasad (IN)
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Wenn Calarco die Infrastruktur der Zukunft denkt, stellt Archana Prasada die komplementäre Frage: Wer sitzt eigentlich am Tisch, wenn diese Infrastruktur gebaut wird? Und wessen Bedürfnisse fließen in ihre Gestaltung ein?
Die große Erzählung über Künstliche Intelligenz wird meist in Nordamerika oder China geschrieben, meist von großen Technologiekonzernen, meist für Märkte mit stabiler Infrastruktur und kaufkräftiger Kundschaft. Prasad arbeitet konsequent gegen diese Erzählung an. Ihre Frage ist nicht: Was leistet KI im Optimum? Ihre Frage ist: Was leistet KI dort, wo sie wirklich gebraucht wird und von wem wird sie gebaut?
Mit Gooey.AI hat sie eine Plattform entwickelt, die generative KI für Organisationen und Menschen zugänglich macht, die keine Millionenbudgets haben: mehrsprachig, transparent in ihrer Herkunft, co-entwickelt mit den Gemeinschaften, für die sie gedacht ist. Eines ihrer bekanntesten Projekte ist Farmer.CHAT: ein KI-gestützter Gesprächsassistent für Kleinbauern in Äthiopien, Indien und Kenia, der in der jeweiligen Landessprache funktioniert und auf einfachen Mobiltelefonen läuft.
Für das Forum IC bringt Prasada eine Perspektive ein, die selten gehört wird: dass Inklusion kein Widerspruch zu technologischer Qualität ist, sondern ihre eigentliche Bewährungsprobe. Und dass die Frage „KI für wen?" keine sozialpolitische Randnotiz ist, sondern die unternehmerische Frage überhaupt.
Archana Prasada ist Unternehmerin, Designerin und Kuratorin mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung an der Schnittstelle von Technologie, Kunst und gesellschaftlichem Wandel. Sie ist Gründerin und Chief Creative Officer von Gooey.AI, einer Low-Code-Plattform für generative KI mit globalem Fokus auf kreative Industrien und die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Als Gründerin und Kuratorin von BeFantastic.in beobachtet und fördert sie seit Jahren die besten Praktiken kreativer KI-Anwendung im globalen Kontext. Zuvor gründete sie Dara.network, eine Plattform für grenzüberschreitende kreative Zusammenarbeit, sowie Jaaga, eine 2009 in Bangalore ins Leben gerufene Organisation, die durch Tech-Art-Programmierung und Entrepreneurship-Förderung kollaborative Gemeinschaften aufbaut. Ihre frühe Karriere verbrachte sie als Design Researcherin bei Microsoft Research India. Sie ist Techstars Founderin, Clore Fellow und Chevening Fellow — internationale Förderprogramme, die unternehmerische und kulturelle Führungspersönlichkeiten auszeichnen.