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Steuerliche Beurteilung von Photovoltaikanlagen

Überblick Überschusseinspeisungen

Immer mehr Unternehmen ziehen aufgrund wirtschaftlicher und ökologischer Überlegungen im Rahmen der Energieversorgung eine Umstellung auf Photovoltaikanlagen in Betracht. Im Folgenden wird auf die steuerliche Behandlung bei einer „Überschusseinspeisung“, dem gängigsten Nutzungstypen bei Photovoltaikanlagen, im Rahmen der Rechtsform eines Einzelunternehmens eingegangen.

Bei der Überschusseinspeisung wird der Anteil am erzeugten Strom, der den Eigenbedarf übersteigt, in das Ortsnetz eingespeist und an ein Energieversorgungsunternehmen verkauft. Falls die selbst erzeugte Energie für den Eigenbedarf nicht ausreicht, wird der zusätzlich benötigte Strom aus dem Ortsnetz bezogen, das heißt von einem Energieversorgungsunternehmen eingekauft.

A. Einkommensteuer/Körperschaftsteuer

Soweit die Anlage Zwecken der Einkünfteerzielung dient, sind die Anschaffungskosten der Photovoltaikanlage nach allfälliger Kürzung um eine steuerfreie Investitionsförderung auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt abzuschreiben. Darunter ist die Dauer der normalen technischen und wirtschaftlichen Nutzbarkeit zu verstehen, wonach man bei PV-Anlagen grundsätzlich von einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 20 Jahren ausgehen kann.

Wird der von der Photovoltaikanlage erzeugte Strom für einen Betrieb zu gewerblichen Zwecken verwendet, kann dies im Rahmen der jeweiligen Gewinnermittlung (doppelte Buchführung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung) berücksichtigen werden.

Der Stromverkauf aus der Photovoltaikanlage stellt eine eigene gewerbliche Einkunftsquelle dar, wenn Strom in das öffentliche Netz eingespeist und an ein Energieversorgungsunternehmen verkauft wird. Die Einnahmen aus der Einspeisung sind als Betriebseinnahmen zu erfassen. Die Ausgaben sind in jenem Umfang, in dem die Anlage der Einspeisung in das öffentliche Netz dient, Betriebsausgaben. Die Gewerbeordnung ist nicht auf die Stromerzeugung anzuwenden und daher ist dafür auch keine Gewerbeanmeldung notwendig bzw. möglich.

Da der produzierte Strom immer auch unmittelbar der Eigenverwendung dient, ist die Anlage insoweit dem Privatbereich zuzuordnen, als der produzierte Strom eigenen privaten Zwecken dient, bzw. insoweit der Betriebssphäre zuzuordnen, als der produzierte Strom eigenen gewerblichen Zwecken dient. Gegebenenfalls hat die Aufteilung im Wege einer Schätzung zu erfolgen. Ein Sonderausgabenabzug (thermisch-energetische Sanierung) kommt nur insoweit in Betracht, als die Photovoltaikanlage der Stromproduktion für eigene private Zwecke dient.

Beispiel:
Mit einer netzgekoppelten 20 kWp-Anlage werden insgesamt 20.000 kWh Strom produziert. Der Kaufpreis der Photovoltaikanlage beträgt 30.000 EUR, die Montagekosten 3.000 EUR. Es wird eine staatliche Investitionsförderung i.H.v. 2.000 EUR in Anspruch genommen.

Der mit der Anlage produzierte Strom wird wie folgt verwendet:

  • 6.000 kWh (30 % der gesamten produzierten Strommenge) werden für Zwecke des Gewerbebetriebes (Einnahmen-Ausgaben-Rechnung) verwendet
  • 10.000 kWh (50 % der gesamten produzierten Strommenge) werden in das Netz eingespeist
  • 4.000 kWh (20 % der gesamten produzierten Strommenge) werden für den privaten Eigenbedarf verwendet

Kaufpreis

30.000

Investitionsförderung

- 2.000
Kosten Herstellung Betriebsbereitschaft+ 3.000
Steuerliche Anschaffungskosten31.000

Eingespeiste Strommenge 10.000 kWh
Geförderter Einspeisetarif 27,6 Cent pro kWh

Gewinnermittlung Unternehmen

Die anteilige Abschreibung kann im Rahmen der allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften als Betriebsausgabe für den Gewerbebetrieb berücksichtigt werden.

Berechnung: 31.000 EUR/20 Jahre Nutzungsdauer x 30 % betrieblicher Anteil = 465 EUR

Stromverkauf an Energieversorgungsunternehmen

Einspeisung (10.000 kWh x 27,6 Cent pro kWh)

2.760 EUR

AfA (31.000 EUR /20 Jahre Nutzungsdauer

abzgl. 50 % für private und betriebliche Zwecke)
- 775 EUR
Einkünfte aus Gewerbebetrieb1.985 EUR

Stromproduktion für private Zwecke

Ausgaben für die thermisch-energetische Sanierung von Gebäuden sind unter den jeweiligen Voraussetzungen als Sonderausgaben abzugsfähig.

B. Umsatzsteuer

Sämtliche Stromlieferungen (Stromverkauf) an Energieversorgungsunternehmen sind grds. steuerbar und i.d.R. steuerpflichtig, da durch die Überschusseinspeisung eine unternehmerische Tätigkeit begründet wird. Besteht die Haupttätigkeit des Energieversorgungsunternehmens im Erwerb und der Weiterlieferung des Stroms geht die Steuerschuld auf das Energieversorgungsunternehmen als Leistungsempfänger über (Reverse Charge), wobei allerdings der PV-Anlagen-Betreiber für die Steuer haftet.

Sollte der der Privatsphäre zuzurechnende erzeugte Stromanteil überwiegen, ist der Verkauf des Stroms als nicht steuerbar anzusehen und keine Umsatzsteuer abzuführen. Es steht aber auch kein Vorsteuerabzug zu. Grundsätzlich steht ein Vorsteuerabzug im Zusammenhang mit Anschaffung, Inbetriebnahme und Betrieb der Anlage (wie Wartungsanlage und Betriebskosten) zu, wenn die Anlage zu mindestens 10 % der unternehmerischen Tätigkeit dient. Hinsichtlich einer eventuellen privaten Verwendung fällt im entsprechenden Ausmaß ein steuerpflichtiger Eigenverbrauch an. 

Beispiel (siehe Angabe im ertragsteuerlichen Teil):

Vorsteuer GuthabenUmsatzsteuer Zahllast
Aufwendungen
Kaufpreis30.0006.000

Investitionsförderung i.d.R. echter Zuschuss

- 2.000

Kosten Herstellung Betriebsbereitschaft

+ 3.000600
Einnahmen

Einspeisung (10.000 kWh x 27,6 Cent pro kWh)

2.760552
Privatanteil
Entnahme 20 % der AfA31062

Der Vorsteuerüberhang im Jahr der Anschaffung beläuft sich demnach auf 6.538 EUR (Vorsteuerabzug i.H.v. 6.600 EUR abzgl. 62 EUR Privatanteil).

Aus der Einspeisung ins Netz ergibt sich eine Umsatzsteuerschuld i.H.v. 552 EUR die auf den Leistungsempfänger übergeht (= kein Ausweis der Umsatzsteuer auf der Rechnung, sondern Vermerk „Reverse Charge“).

Unternehmerische Nutzung für Gewerbebetrieb

Wird bei einer Überschusseinspeisung der produzierte Strom neben der Lieferung ins öffentliche Stromnetz auch für einen Gewerbebetrieb genutzt, richtet sich der Vorsteuerabzug insoweit nach dieser Nutzung. Eine Aufteilung der Vorsteuern hat – soweit messbar – nach dem tatsächlichen Stromverbrauch, allenfalls nach dem geschätzten Stromverbrauch zu erfolgen.

Ob die Voraussetzungen einer persönlichen Steuerbefreiung (z.B. Kleinunternehmerreglung) gegeben sind, ist im Einzelfall zu prüfen.

C. Elektrizitätsabgabe

Im Zuge der ökosozialen Steuerreform 2022 wurde selbsterzeugte und verbrauchte Energie von der Elektrizitätsabgabe befreit. Steuerfrei ist demnach nur der Verbrauch von Eigenstrom aus der PV Anlage.

Nähere Informationen zur Elektrizitätsabgabe entnehmen Sie bitte den Informationen des Bundesministeriums für Finanzen.

Stand: