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Rückfahrwarner für LKW oder Busse

Verkehrsrechtliche Bestimmungen

Rückfahrwarner sind technische Einrichtungen, die die Gefahr minimieren sollen, die von zurückschiebenden LKW oder Bussen ausgehen. Der Gesetzgeber hat nach schweren Unfällen die Rückfahrwarner vorgeschrieben.

Rückfahrwarner sind in der Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung (KDV) geregelt. Die KDV ist ebenso wie das Kraftfahrgesetz (KFG) und die Straßenverkehrsordnung (StVO) nur auf Straßen mit öffentlichem Verkehr anzuwenden. Als Straße mit öffentlichem Verkehr gelten Straßen, die von jedermann unter den gleichen Bedingungen benützt werden können. Auf einem Betriebsgelände, das nur von eigenen Fahrzeugen befahren wird, gilt daher die StVO nicht. In Folge gilt auch weder KFG noch KDV. Daher können auch auf dem Firmengelände die Rückfahrwarner ausgeschaltet werden, ohne dass deshalb andere Warneinrichtungen (zB. Rückfahrkameras) verwendet werden müssen.  

Gemäß § 18 Abs. 8 Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung (KDV) müssen Fahrzeuge der Klassen

N 2

Fahrzeuge für Güterbeförderung mit einem höchstzulässigen 
Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen bis zu 12 Tonnen und

N 3
Kraftfahrzeuge für Güterbeförderung mit einem höchsten
zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 12 Tonnen und
M 3
Fahrzeuge für Personenbeförderung mit mehr als acht Sitzplätzen
außer dem Fahrersitz und einem höchstzulässigen Gesamtgewicht
von mehr als 5 Tonnen

mit einer Vorrichtung (Rückfahrwarner) ausgerüstet sein, die nach hinten einen deutlich wahrnehmbaren Ton ausstößt, wenn die Rückfahrvorrichtung eingeschaltet ist. (siehe Anm. 1)

Änderung durch 47. KDV-Novelle 

Mit der 47. KDV-Novelle (BGBl. II Nr. 414/2001) vom 30.11.2001 (siehe Anm. 2) wurde festgelegt, dass ein Leiseschalten des Rückfahrwarners auf nicht weniger als 55 dB(A) ± 3 dB(A) möglich sein muss. Es muss jedoch sichergestellt sein, dass bei neuerlicher Inbetriebnahme des Fahrzeuges der Normalzustand wiederhergestellt ist.

Eine Abschaltung des Rückfahrwarners im Zeitraum von 22 Uhr bis 5 Uhr kann vorgesehen werden, sofern sichergestellt ist, dass in diesem Fall bei Einschaltung der Rückfahrvorrichtung automatisch die Alarmblinkanlage eingeschaltet wird.

Ein Rückfahrwarner ist jedoch nicht erforderlich, wenn das Fahrzeug über ein alternatives Sicherheitssystem wie insbesondere Videosystem verfügt, durch welches der Lenker den Raum unmittelbar hinter dem Fahrzeug einsehen kann. (siehe Anm. 3)

Auch Fahrzeuge die vor dem 1. Jänner 2002 bereits einmal zum Verkehr zugelassen waren, müssen den Bestimmungen seit dem 1. Jänner 2003 entsprechen.

Rückfahrsirene (Fa. Braun & Braun)
Rückfahrsirene (Fa. Braun & Braun)
Monitor (Fa. Braun & Braun)
Monitor (Fa. Braun & Braun)
Rückfahrkamera (Fa. Braun & Braun)
Rückfahrkamera (Fa. Braun & Braun)

Anmerkung 1

§ 18 Abs. 8 KDV: „Fahrzeuge der Klassen N2, N3 und M3, an denen gemäß § 14 Abs. 2 und § 20 Abs. 1 KFG 1967 Rückfahrscheinwerfer angebracht sind, ausgenommen Heeresfahrzeuge, müssen mit einer Vorrichtung (Rückfahrwarner) ausgerüstet sein, die nach hinten einen deutlich wahrnehmbaren intermittierenden Ton ausstößt, wenn die Rückfahrvorrichtung eingeschaltet ist.

Die Zahl der Zyklen pro Minute muss zwischen 60 und 100 betragen, bei annähernd gleichem Anteil von Signal- und Ruhezeit. Der
A-bewertete Schalldruckpegel dieser Warnvorrichtung muss mindestens 68 dB(A) und darf maximal 78 dB(A), gemessen bei Nennspannung, betragen. Dies bei einer Entfernung von 7,5 m zwischen Mikrophon des Messgerätes und Rückfahrwarner und bei jeweils gleichem Abstand von der Fahrbahnoberfläche zwischen 0,5 und 1,5 m. (46. KDV-Novelle, BGBl. II 1999/308)“ 

Anmerkung 2

Durch die 47. KDV-Novelle (BGBl. II 414/2001) wurde dem § 18 Abs. 8 folgenden Sätze angefügt: "Ein Leiserschalten des Rückfahrwarners auf nicht weniger als 55 dB(A) ±3 dB(A) muss möglich sein. Es muss jedoch sichergestellt sein, dass bei neuerlicher Inbetriebnahme des Fahrzeuges der Normalzustand wiederhergestellt ist.

Eine Abschaltung des Rückfahrwarners im Zeitraum von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr kann vorgesehen werden, sofern sichergestellt ist, dass in diesem Fall bei Einschaltung der Rückfahrvorrichtung automatisch die Alarmblinkanlage eingeschaltet wird. Ein Rückfahrwarner ist jedoch nicht erforderlich, wenn das Fahrzeug über ein alternatives Sicherheitssystem verfügt, wie insbesondere ein Videosystem, durch welches der Lenker den Raum unmittelbar hinter dem Fahrzeug einsehen kann."

Anmerkung 3

Ein solches Videosystem muss automatisch mit dem Einlegen des Rückwärtsganges aktiviert werden. Sofern das Videosystem nicht nach der ECE-Regelung 49.02 oder der Richtlinie 2003/97/EG genehmigt ist, muss es folgende Ausstattungsmerkmale aufweisen:

  • 6 Zoll Bildschirmdiagonale
  • Kontrastverhältnis mindestens 600:1
  • Aktive Helligkeitsregelung
  • Auflösung von 330 (H) x 350 (V) TV-Linien
  • Ausreichende Lichtempfindlichkeit für den Betrieb mit Rückfahrscheinwerfer
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