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Direktvergabe im Vergabeverfahren - allgemeiner Überblick

Kurzinformation

Allgemeines

Bei der Direktvergabe wird eine Leistung formfrei unmittelbar von einem ausgewählten Unternehmer gegen Entgelt bezogen.

Die Direktvergabe ist eine der in § 25 Bundesvergabegesetz (BVergG) angeführten Arten zur Vergabe von Aufträgen.

§ 25 Abs 1 lautet:

Die Vergabe von Aufträgen über Leistungen hat im Wege

  • eines offenen Verfahrens, eines nicht offenen Verfahrens, eines Verhandlungsverfahrens,
  • einer Rahmenvereinbarung,
  • eines dynamischen Beschaffungssystems,
  • eines wettbewerblichen Dialogs oder
  • einer Direktvergabe
  • einer Direktvergabe mit vorheriger Bekanntmachung zu erfolgen.

Gemäß § 41 Abs 2 ist eine Direktvergabe nur zulässig, wenn der geschätzte Auftragswert EUR 100.000 nicht erreicht wird.

Die bei der Durchführung einer Direktvergabe gegebenenfalls eingeholten Angebote oder unverbindlichen Preisauskünfte sind entsprechend zu dokumentieren (§ 41 Abs 3).

Die Direktvergabe ist ein formfreies Vergabeverfahren für wertmäßig relativ geringfügige Leistungsvergaben.

Abs 2 ist als Ermächtigung an Auftraggeber zu verstehen, bis zu den angegebenen Werten die Direktvergabe in Anspruch nehmen zu können (aber nicht zu müssen). Es bleibt daher AG unbenommen, intern niedrigere Werte festzulegen, bis zu denen die Inanspruchnahme der Direktvergabe zulässig wäre.

Ein Auftraggeber könnte darüber hinaus aber auch andere (niedrigere) Werte festlegen, ab denen eine bestimmte Anzahl von Angeboten oder unverbindlichen Preisauskünften einzuholen ist.
Bei einer Direktvergabe darf die Leistung nur von einem befugten, leistungsfähigen und zuverlässigen Unternehmer bezogen werden. Die Befugnis, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit muss spätestens zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses vorliegen.

An Unternehmer, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde oder die sich in Liquidation befinden oder ihre gewerbliche Tätigkeit einstellen, können jedoch Aufträge im Wege der Direktvergabe vergeben werden, wenn ihre Leistungsfähigkeit dazu hinreicht.

Achtung!

  • Die Direktvergabe ist laut BVergG 2006 eine eigene Verfahrensart.
  • Bei der Direktvergabe sind aber im Gegensatz zu den übrigen Verfahrensarten nur bestimmte Vorschriften anzuwenden.
  • Die Direktvergabe ist zulässig bei allen Leistungen (Bau-, Liefer- und Dienstleistungen), wenn der geschätzte Auftragswert EUR 100.000 nicht erreicht.
  • Allfällige Angebote oder Preisauskünfte sind entsprechend zu dokumentieren.
  • Die Direktvergabe ist auch an Unternehmen, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde oder die sich in Liquidation befinden, möglich, wenn deren Leistungsfähigkeit ausreicht.

Aus der Grundsatzbestimmung in § 41 Abs 4 - die Leistung nur an einen geeigneten Unternehmer zu vergeben - resultiert nicht, dass der Kanon sämtlicher Nachweismittel der §§ 71 ff anwendbar ist. Auch ergibt sich daraus nicht, dass jedenfalls eine nähere Eignungsprüfung vorgenommen werden muss. Über die Art u. Weise der Eignungsprüfung (vertieft od. oberflächlich), entscheidet allein der AG. Daher entscheidet er auch über die Frage, ob eine Abfrage wegen Verletzung des AuslBG gem. § 73 Abs 1 erfolgt od. nicht.

Hinzuweisen ist darauf, dass bei einer Direktvergabe die Leistung auch an einen Unternehmer vergeben werden kann, der in anderen Verfahren gem. § 68 auszuschließen wäre.

Beachte!

Hinsichtlich des Zeitpunktes, zu dem die Eignung vorliegen muss, ist anzumerken, dass nunmehr auf den Vertragsabschluss abgestellt wird, da eine schriftliche Erklärung (wie dies für eine Zuschlagserteilung vorgesehen ist), bei einer Direktvergabe (zB Handkauf) nicht immer vorliegen wird.

Den Zeitpunkt, zu dem die Eignungsprüfung vorgenommen wird, bestimmt der Auftraggeber selbst.

Unabdingbar ist jedenfalls, dass bei Direktvergaben im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses alle Elemente der Eignung vorliegen müssen.


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