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Creen Cards
© ANA-U

„Green Cards“ als neue Alternative für PVC

Die ANA-U aus Gleisdorf entwickelte ein kompostierbares Biopolyester für umweltfreundliche Chipkarten.

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 30.11.2023
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Man kann mit ihnen zahlen, Geld abheben, Treuepunkte sammeln, sich mit ihnen ausweisen und durch sie Zutrittsschranken zu Büros, Fabrikhallen, Skiliften oder Bibliotheken öffnen: Kleine Plastikkarten sind zum treuen Alltagsbegleiter geworden und (über-)füllen Geldtaschen. Dass sie aus wenig umweltfreundlichem PVC hergestellt und mit zahlreichen anderen Farb- und Rohstoffen zu einem schwer teil- und damit bedingt wiederverwertbaren Materialverbund fusioniert sind, hat Ewald Ulrich bereits vor mehr als zehn Jahren gestört. 

Schon damals begann der Oststeirer über Alternativen nachzudenken. Gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur in Wien entwickelte der Unternehmer schließlich ein Biopolyester, das seinen hohen Ansprüchen entsprach: kein PVC, trotzdem eine gewisse Robustheit in Bezug auf Formbeständigkeit und Langlebigkeit, gut recycelbar und im besten Fall auch für andere Formteile im Spritzgussverfahren verwendbar.

Innovationsfreundliches Betriebsklima

Nicht die erste Innovation, die Ulrich auf den Markt brachte. Der Gründer und Geschäftsführer von ANA-U hat unter anderem schon eine Thermowrite-Technologie für Chipkarten erfunden und hält über ein Dutzend andere Patente im Chipkarten-, Thermodruck- und Sicherheitsbereich. Das florierende Hauptgeschäft des 2007 gegründeten und in Gleisdorf beheimateten Unternehmens – die Entwicklung und Konzeption innovativer Lichtlösungen für den stationären Handel sowie den Ladenbau – ermöglicht die notwendigen Freiräume für diese „Abenteuer im Kopf und ein Um-die-Ecke-Denken“, wie es Mitarbeiter wertschätzend formulieren. Auch eine hohe Toleranz für ein mögliches Scheitern einer Idee gehöre zu diesem firmeneigenen „Raum für schräge Ideen“. 

Die Karten aus dem pflanzenbasierten Material sind ein Ergebnis dieses innovationsfreundlichen Betriebsklimas. Sie entsprechen einem umfassenden Nachhaltigkeitsanspruch: Produziert werden sie in Österreich. Die dafür notwendige Energie stammt zu 70 Prozent aus einer eigenen Photovoltaikanlage, der Rest aus Ökostrom. Bedruckt werden die Karten mit eigens zertifizierter Tinte und am Ende ihrer rund zehnjährigen „Lebensdauer“ sind sie industriell kompostierbar und damit vollständig recycelbar. „Den höchsten Benefit gibt es, wenn die verarbeiteten Rohstoffe möglichst lange im Kreislauf gehalten und nicht nach einmaligem Gebrauch verbrannt werden“, setzt man bei ANA-U auf ein zeitlich möglichst langgestrecktes „End-of-Life-Szenario“. Das macht die Karten in Sachen Nachhaltigkeit – trotz vergleichsweise hohem Energiebedarf bei der Herstellung – zu echten „Green Cards“.