Badend den Gipfel erklimmen
Paul Demschar hat eine Whirlpoolgondel zum Patent angemeldet. Nutzungspotenzial sieht er vor allem im Sommer.
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Sprudelndes Wasser, wohlige Wärme und eine atemberaubende Aussicht auf das Bergpanorama: Was nach einem Wellnessurlaub im Gebirge klingt, soll künftig zum Erlebnis in der Gondel werden – so zumindest die Idee von Paul Demschar. Der Doktorand am Lehrstuhl für Abfallwirtschaftstechnik der Montanuniversität Leoben hat die weltweit erste Whirlpoolgondel entwickelt. „Schon seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Seilbahnen. Was mir aufgefallen ist: In den letzten zehn Jahren geht der Trend in Richtung kapazitätsstarker Seilbahnen. Diese sind zwar im Winter ausgelastet, doch im Sommer sehr oft nicht. Zugleich hat sich in immer mehr Wintersportdestinationen ein hochqualitatives Wellnessangebot etabliert, und auch die Seilbahn selbst wird immer öfter in Szene gesetzt. Mit der Whirlpoolgondel reagiert man auf all diese Entwicklungen“, erzählt Demschar.
Gemeinsam mit Maschinenbauern und Verfahrenstechnikern feilte er zweieinhalb Jahre an der Whirlpoolgondel. Das System basiert auf speziell entwickelten Kabinen, die ohne Umbau der bestehenden Seilbahntechnik flexibel in den regulären Betrieb von Einseil- oder Dreiseilumlaufbahnen integriert werden können. Möglich wird das, indem die Badeeinheit in der Kabine von der Wasseraufbereitungseinheit vollständig getrennt wird. Letztere befindet sich in der Seilbahnstation. „Da es während der Fahrt zu keinem Fahrgastwechsel kommt, ist das hygienisch unbedenklich“, meint Demschar.
Eine Fahrt mit der Gondel den Berg hinauf und wieder retour kann bis zu 30 Minuten dauern. So lange kann das Wasser nämlich in der Kabine umgewälzt und die Temperatur gehalten werden. Danach muss die Gondel wieder an die Wasseraufbereitungsanlage angeschlossen werden. Das Gewicht ist auf 800 Kilogramm beschränkt. Heißt: „In der Kabine, die mit 400 bis 500 Litern Wasser gefüllt ist, finden zwei Badegäste Platz. Mit einer Wasserstation können bis zu sechs Kabinen betrieben werden“, erklärt Demschar. Das Nutzungspotenzial für Seilbahnbetreiber oder Hoteliers ist jedenfalls groß: Sonnenuntergangsfahrten oder Fahrten, die mit einem Dinner im Tal verknüpft werden, seien denkbar. Auch kann die Gondel statisch genutzt werden, so beispielsweise auf dem Dach eines Hotels. In dem Fall sei auch keine Systemtrennung nötig.
Stellt sich die Frage nach der technischen Umsetzbarkeit. Die Firma Doppelmayr hat bereits grünes Licht gegeben und will die Fertigung übernehmen. Die Gesamtinvestition für sechs Kabinen samt Wasseraufbereitung liegt aktuell bei 230.000 Euro. Für die Gondel hat Demschar bereits ein Patent angemeldet.
In der Kabine, die mit 400 bis 500 Litern Wasser gefüllt ist, finden zwei Badegäste Platz. Mit einer Wasserstation können bis zu sechs Kabinen betrieben werden.
Paul Demschar
Erfinder der Wellnessgondel und Doktorand am Lehrstuhl für Abfallwirtschaftstechnik der Montanuniversität Leoben