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BMW Zentrale München
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Österreichs wichtigster Exportpartner

Bayern ist Österreichs wichtigster Exportmarkt. Die Steiermark liefert unter anderem Auto- und Bahnkomponenten.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 09.10.2023
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Es gibt Länder mit knappen Kopf-an-Kopf-Entscheidungen bei Wahlen – und es gibt Bayern. Zwar hat sich auch die erfolgsverwöhnte CSU von Höchstständen jenseits der 60 Prozent (2003) mittlerweile fast halbiert, vom Thron gestoßen wird sie aber – trotz eines holprigen Wahlkampfs – auch nach der Landtagswahl am 8. Oktober nicht werden. Das hat nicht zuletzt mit der, im Vergleich zu Gesamtdeutschland, stabileren Wirtschaftslage im „Mia san Mia“-Freistaat zu tun.

Wirtschaftsmotor Industrie

Bayern weist in allen Konjunkturkerndaten bessere Werte als der Rest Deutschlands auf: niedrigster Schuldenstand aller Bundesländer, höheres Wirtschaftswachstum als der Bund, niedrigere Arbeitslosigkeit, höheres BIP pro Einwohner. Grund dafür ist der hohe Industrialisierungsgrad. Fast ein Viertel der Industriebeschäftigten Deutschlands sind in bayrischen Unternehmen tätig. Dazu kommt eine florierende Gründerzene. „Der Großraum München ist der wichtigste Hub für Industrie-Start-ups in Deutschland“, bestätigt Andreas Haidenthaler, Österreichs Wirtschaftsdelegierter in München: „Top-Universitäten, zahlreiche Technologie- und Gründerzentren bis hin zu Start-up-Festivals von weltweitem Ruf wie ,Bits and Pretzels‘ sorgen dafür, dass die Start-up-Szene pulsiert.“

Top-Universitäten, zahlreiche Technologie- und Gründerzentren bis hin zu Start-up-Festivals von weltweitem Ruf wie ,Bits and Pretzels‘ sorgen dafür, dass die Start-up-Szene pulsiert.


Die allgemeinen Konjunkturaussichten sind derzeit allerdings wolkig. Bundesweit ist Österreichs wichtigster Handelspartner in eine technische Rezession gerutscht, vor allem die deutsche Automobilindustrie – kein Vorreiter in der Elektromobilität – steht unter enormem internationalen Konkurrenzdruck. Gerade diese Branche ist aber Abnehmer eines großen Teils der österreichischen Exporte in den süddeutschen Raum. Dazu kommen eigene Auslandstöchter deutscher Konzerne wie Siemens (Zugkomponenten) oder Infineon in Graz. 

Starke Autoindustrie

Nicht zuletzt aufgrund der geografische Nähe ist Bayern damit der weltweit größte Abnehmer österreichischer Güter. Waren im Wert von fast 20 Milliarden Euro wurden 2022 exportiert. Dazu kommen Dienstleistungen im Gegenwert von knapp über 31 Milliarden Euro – ein sattes Plus von 13,5 Prozent. Umgekehrt verdrängte Österreich zuletzt China vom zweiten Platz der wichtigsten Exportziele bayrischer Güter. Autos sind auch hier die bedeutendsten Ausfuhrprodukte. Allein die BMW Group in Österreich verzeichnete im ersten Halbjahr 2023 mit 9.655 neu zugelassenen Fahrzeugen ein Plus von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

„Bayern ist ein potenzieller Markt für alle – vom Großunternehmen bis zu Erstexporteuren“, wirbt Haidenthaler. Zwar würde das der Sensorspezialist AMS aus Premstätten angesichts der Turbulenzen, in die man sich durch die Übernahme des Münchener Leuchtenkonzerns Osram manövriert hat, vielleicht nicht mehr ganz unterschreiben, Stoelz­le Oberglas dagegen sehr wohl. Allein beim vor wenigen Tagen zu Ende gegangenen Münchner Oktoberfest waren mehr als eine Million Bierkrüge aus der Weststeiermark im Einsatz.