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Adobe Stock/Nikolay N. ANtonov, Huger
© Adobe Stock/Nikolay N. ANtonov, Huger

Erfolgstestimonial im hohen Norden

Dänemark hat mehr zu bieten als Legoland, Andersen-Märchen und Smörrebröd. Ein positives Budget zum Beispiel.

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 24.07.2025
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Mit Anfang Juli hat Dänemark den halbjährlich rotierenden Vorsitz im Rat der Europäischen Union von Polen übernommen – und damit ein Land, das in manchen Bereichen gerne als Vorbild für eine zukunftsfitte Politik verstanden wird. Zuletzt sorgte die mit großer Mehrheit verabschiedete Anhebung des Pensionsalters von derzeit 67 auf 70 Jahre international für Aufsehen. Das nordeuropäische Land hat das offizielle Renteneintrittsalter seit 2006 kontinuierlich an die Lebenserwartung angepasst. Alle fünf Jahre werden die Zahlen überprüft. So soll bis 2030 das Renteneintrittsalter auf 68 Jahre ansteigen, 2035 soll es 69 Jahre betragen. Jetzt fiel die Entscheidung, das Alter für alle nach dem 31. Dezember 1970 geborenen Bürger bis zum Jahr 2040 auf 70 Jahre anzuheben.


Nicht die einzige Maßnahme, die auffällt. So führt Dänemark den aktuellen Korruptionswahrnehmungsindex an, für den in 180 Ländern die Unbestechlichkeit von Politik und Verwaltung bewertet wird. Politisch erfolgte 2015 ein Kurswechsel in der Asyl- und Migrationslinie, die auch die seit 2019 regierenden Sozialdemokraten fortsetzen: Es werden nur noch temporäre, prekäre Aufenthaltstitel vergeben. Wirtschaftspolitisch segelt man zudem auf einem Erfolgskurs, der sich seit 2016 in einem Haushaltsüberschuss widerspiegelt –  zuletzt 17,8 Milliarden Euro (2024) oder 4,5 Prozent des BIP. Auch 2025 und 2026 wird laut Prognose der WKO-Außenhandelsstelle in Kopenhagen ein positives Haushaltssaldo von 1,6 beziehungsweise 1,3 Prozent erwartet, was die Staatsverschuldung auf einen der niedrigsten Werte in der EU drückt. Und das in einem Hochlohnland mit ausgeprägtem Sozialstaat. 

Fachkräftemangel

Experten sehen das Erfolgsgeheimnis unter anderem in einem erfolgreichen Transformationsprozess weg von traditionellen Industriezweigen (Textil, Maschinenbau), hin zu wissensintensiven und technologieorientierten Branchen. Aktuell sorgen Cluster in den Bereichen Biotechnologie, Pharma und Finanzdienstleistungen für ökonomische Schubkraft. Forschung und Wirtschaft sind eng vernetzt, der Weg von der Innovation und Idee zu konkreten Dienstleistungen und Produkten ist kurz, die Zahl hochbewerteter Start-ups entsprechend hoch. Die florierende Wirtschaft leidet aber  parallel unter einem hierzulande bekannten Problem: Fachkräftemangel. Nicht nur die Anhebung des Pensionsalters, auch Einschränkungen beim Arbeitslosengeld und gezielte Anwerbungen im Ausland sollen helfen. 
Die Heimat von Lego, dem Pharmakonzern Novo Nordisk und der Bewertungsplattform Trustpilot bleibt für österreichische Exporteure dennoch ein herausfordernder Markt. Seit zwei Jahren gehen sowohl Importe aus (minus acht Prozent auf 800 Millionen Euro) als auch Exporte nach Dänemark (minus 16 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro) zurück. Zugelegt haben zuletzt elektrische Maschinen und Apparate.