Es läuft wie geschmiert – und ohne Gift
Das Grazer Unternehmen Aquaslide hat ein Kühlschmiermittel entwickelt, das ohne toxische Zusatzstoffe auskommt.
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„Wenn man anders ist als der Rest, braucht es einen langen Atem“, sagt Isabelle Kellersperg. Die Grazerin steht als Geschäftsführerin und Eigentümerin hinter „Aquaslide“. Der Name ist Programm, hat aber nichts mit Wasserrutschen zu tun. Es geht um ein Kühlschmiermittel auf Wasserbasis, das ihr Vater Johann Kellersperg entwickelt hat. Der Chemiker hat einschlägige Erfahrung. Bereits in den 1980er-Jahren entwickelte er in einem Kellergewölbe ein Kettensägeöl auf Rapsbasis für die Land- und Forstwirtschaft.
Das neue Produkt – das Rezept ist streng geheim und gut geschützt – zielt auf metallverarbeitende Betriebe aus der Auto- und Stahlindustrie, aber auch die Kunststoffindustrie ab – „vom Kleinbetrieb bis zu großen Konzernen“, umfasst Isabelle Kellersperg das Kundenportfolio. Das Besondere des Premiumprodukts ist seine chemische Formulierung, die aus Wasser und einigen Zusatzstoffen besteht. Durch den Verzicht auf toxische Inhaltsstoffe braucht das Schmiermittel keine Kennzeichnung und minimiert vor allem auch die gesundheitlichen Risiken für die Mitarbeiter an den jeweiligen Maschinen.
International gefragt
Drei Jahre hat es gedauert, bis die richtige Mischung markttauglich war, dazwischen gab es immer wieder Rückschläge, erinnert sich Isabelle Kellersperg. Aber seit Anfang 2021 „geben wir richtig Gas“. Vor allem im vergangenen Jahr wuchs die Nachfrage sprunghaft an, der Wachstumstrend hält auch heuer an. Die ursprünglichen Pläne, sich auf den DACH-Raum (Österreich, Deutschland, Schweiz) als Absatzmarkt zu beschränken, wurden verworfen. Mittlerweile beliefert man auch Kunden in den Niederlanden und Spanien und freut sich über Interesse aus Ungarn. „Das Thema Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit ist seit Corona auch in diesen Ländern populärer geworden“, so Kellersperg. Wobei es im Fall ihres Produkts um einen ganzheitlichen Ansatz für mehr Arbeits- und Maschinenhygiene geht. Das mittlerweile auf vier fixe Beschäftigte angewachsene Start-up setzt auf permanente Weiterentwicklung. „Je mehr Maschinen damit arbeiten, desto mehr Erfahrungen sammeln auch wir“, erklärt Kellersperg. Da ist er wieder: der lange Atem.