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Großer Branchentreff (Consulting): Andreas Kern, Rainer Wührer, Simone Schmiedtbauer, Martin Lux und Rudolf Leitner (v.l.)
© KK

Leistbarer Wohnraum und das Bauen im Bestand im Blick

Der ImmobilienSektor Steiermark lud zum Branchengespräch. Im Fokus standen die Wohnbauförderung – und zu lange Verfahren.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 25.08.2026

„Wir müssen Perspektiven für junge Menschen schaffen!“ Mit diesen Worten sprach Wohnbau-Landesrätin Simone Schmiedtbauer beim mittlerweile traditionellen Sommergespräch des ImmobilienSektors Steiermark den anwesenden Branchenvertretern gleich zu Beginn aus der Seele. Denn die Herausforderungen bleiben vielfältig – entsprechend heiß wurde in der Südsteiermark nach Impulsen der Landesrätin sowie von Andreas Kern, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der WKO Steiermark, Rudolf Leitner von der Landesinnung Bau, dem neuen Präsidenten der Ziviltechnikerkammer Rainer Wührer und Notariatskammerpräsident Martin Lux diskutiert.

Kernpunkt: die in den letzten 15 Jahre massiv angestiegenen Kosten für Wohnraum. „Die Jugend fühlt sich oft alleingelassen“, analysierte Schmiedtbauer, schränkte aber auch ein: „Im Schnitt arbeiten Steirerinnen und Steirer heute mehr als zwei Stunden weniger pro Woche als noch 2019. Dann kann ich auch nicht erwarten, mir alles leisten zu können!“ Dennoch bekannte sich die Landesrätin zur Aufrechterhaltung der Wohnbauförderung – trotz herausfordernder Budgetsituation. „Wir müssen das uns zur Verfügung stehende Geld nachhaltig im Sinne der Bevölkerung investieren. Wenn wir uns ansehen, wie hoch der wirtschaftliche Output im Baubereich ist – dann steht das für mich nicht zur Diskussion. Und klar ist auch: Eigentum schützt vor Altersarmut.“ 

Was die Wirtschaft will

Der langjährigen Forderung der Branche nach einer Zweckwidmung der Beiträge zur Wohnbauförderung, könne sie daher durchaus etwas abgewinnen. „Ich hätte es sehr gerne“, betont Schmiedtbauer. Die daraus entstehenden finanziellen Mittel – ein Prozent der österreichweiten Lohnsumme und somit rund drei Milliarden Euro jährlich – könnten immerhin einen entscheidenden wirtschaftlichen Boost geben. Einschränkung: „Bei der aktuellen budgetären Lage wird es schwierig.“ Gleichzeitig ortet die Landesrätin auch Verbesserungsbedarf: „Doppelförderungen wird es in Zukunft nicht mehr geben“, so Schmiedtbauer. Und: „In vielen Dingen sind wir zu langsam.“ Hier gelte es anzusetzen.

Schnellere Verfahren forderten auch die Vertreter der Wirtschaft vor Ort vehement: „Es braucht eine Entrümpelung von Normen und Verordnungen. Als Ziviltechniker können wir Behörden dabei unterstützen und entlasten – das wird uns leider oft nicht zugestanden“, betonte Wührer. Ähnlich sah es auch Kern: „Externe Expertise wird zu selten angehört – dabei sind wir bereit, unseren Beitrag zu leisten!“

Einen Fokus legt die Bau- und Immobilienwirtschaft auf das Bauen im Bestand, das wurde beim heurigen Sommergespräch deutlich – auch aufgrund der regulativen Rahmenbedingungen. „Deshalb braucht es auch die entsprechenden Mittel“, so Kern. Zwar sei die Interessensvertretung in die Ausgestaltung des neuen Wohnbauförderprogramms gut eingebunden worden. „Aber die Mittel sind nicht auf dem Niveau, das es angesichts des Bedarfs eigentlich brauchen würden.“ Gerade mit Blick auf den heurigen Jahrhundertsommer: „Sanierung im Bestand ist der beste Hitzeschutz“, hält Kern fest. 

Umso erfreulicher sieht Lux einen neuen Trend: „Wir sehen ein Wiederaufleben der Großfamilie. Viele bauen Zuhause aus – und nutzen den Bestand!“ Entsprechend setze sich der ImmobilienSektor hier für weitere Impulse ein.