PV-Anlage folgt der Sonne und lässt sich zusammenfalten
Ein an der TU Graz entwickeltes PV-System steigert den Energieertrag deutlich und schützt sich autonom vor Unwettern.
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Das System folgt dem Verhalten der Sonnenblumen: Die von Armin Buchroithner und Thomas Neubauer entwickelte PV-Anlage richtet ihre Module kontinuierlich am Stand der Sonne aus. In der Nacht und bei drohenden Unwettern faltet sie sich dagegen automatisch zusammen und ist so vor Schäden sowie möglicher Abschattung durch Schnee, Hagel, Sturm und Staub geschützt.
Die innovative Anlage wurde von den Wissenschaftlern am Institut für Elektrische Messtechnik und Sensorik der Technischen Universität Graz entwickelt. Eine mit zahlreichen Sensoren zur Datenerfassung ausgestattete Testanlage steht am Campus der TU Graz in der Inffeldgasse. Erste Messungen sind vielversprechend. So bringt die Anlage im Vergleich zu fest installierten PV-Modulen einen um knapp 40 Prozent höheren Ertrag. An einzelnen Tagen lag das Plus sogar bei 56 Prozent.
Mehr Strom, weniger Schäden durch Hagel
Entscheidend für den Mehrertrag ist vor allem die zusätzliche Stromausbeute an den Tagesrandzeiten. Morgens und abends, wenn der allgemeine Stromverbrauch besonders hoch ist, liefert FLAPTrack – hergeleitet von „Face-to-Face Lay-Down Anti-Degradation Protection“ – mehr als doppelt so viel Strom wie traditionelle PV-Anlagen, rechnen die Wissenschaftler vor. Dieser Netzentlastungseffekt ist im Winterhalbjahr und an Standorten in höheren Breitengraden durch den niedrigeren Sonnenstand besonders groß.
FLAPTrack liefert durch das Sonnenstand-Tracking mehr als doppelt so viel Strom wie traditionelle PV-Anlagen.
Armin Buchroithner
TU Graz
Hinzu kommt, dass der Faltmechanismus die PV-Module frei von Schnee hält, der den Wirkungsgrad gewöhnlicher PV-Anlagen im Winter oft drastisch reduziert – und auch die Gefahr von Unwetterschäden wird reduziert. Denn Hageleinschläge auf den Silizium-Wafern können den Wirkungsgrad der PV-Module deutlich reduzieren. Diese Gefahr besteht bei FLAPTrack nicht: Das System, das mit einer lokalen Wetterstation und regionalen Wettervorhersagemodellen gekoppelt ist, klappt die Module bei Sturm- oder Hagelgefahr autonom „face-to-face“ zusammen und legt sie flach am Boden ab. Die Modulrückseiten lassen sich mit einem Hagelnetz vor Einschlägen schützen.