So lässt sich Datenschutz umsetzen
Die Plattform „DSGVO4KMU“ unterstützt Betriebe beim Datenschutz: mit digitalem Wegweiser und praktischem Selbstcheck-Tool.
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Hinter dem sperrigen Kürzel DSGVO steckt eine Verordnung, die Unternehmerinnen und Unternehmer seit Jahren weit über die steirischen Landesgrenzen hinaus beschäftigt. Seit Mai 2018 verlangt das europäische Regelwerk von allen Unternehmen und Organisationen, die personenbezogene Daten verarbeiten, umfassende Verpflichtungen – von ausreichenden rechtlichen Grundlagen für die Datenverarbeitung über die Bereitstellung einer Datenschutzerklärung bis zur Meldung von Datenpannen. Bei schwerwiegenden Verstößen drohen Strafen bis zu 20 Millionen Euro (!) oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Doch alle Vorgaben im Tagesgeschäft punktgenau zu erfüllen, stellt viele Unternehmen vor Hürden. „Gerade kleine und mittlere Betriebe stehen oft vor der Herausforderung, rechtliche Vorgaben im Betriebsalltag effizient und praxistauglich umzusetzen“, weiß Tamara Charkow, Juristin im WKO-Rechtsservice. Mit der neuen Plattform DSGVO4KMU wurde nun genau für diese Zielgruppe ein digitaler Wegweiser geschaffen, der Betriebe möglichst einfach, kompaket und „unjuristisch“ durch den Dschungel an Vorschriften lotsen soll. Von der Datenschutzbehörde und den Wirtschaftskammern Österreichs entwickelt und von der EU gefördert, finden Unternehmer auf der Plattform nicht nur die Grundlagen der DSGVO, sondern auch Tipps zur Umsetzung datenschutzrechtlicher Anforderungen sowie zu besonderen Anwendungsfällen. Schritt-für-Schritt-Anleitungen helfen dabei, für den eigenen Betrieb relevante Themen zu erfassen und Maßnahmen systematisch umzusetzen. „Datenschutz soll nicht als bürokratische Hürde, sondern als beherrschbarer Teil des Unternehmensalltags verstanden werden“, formuliert Charkow das Ziel.
Ganz wesentlich bei der Entwicklung der Plattform war Praxisnähe statt bloßer Theorie. So wurde ein kostenloses Selbstcheck-Tool implementiert, mit dem Unternehmen überprüfen können, wie gut sie Datenschutzvorgaben bis jetzt umgesetzt haben – die Nutzer bekommen dann eine Rückmeldung zum Status quo sowie konkrete Handlungsempfehlungen.
Außerdem sind Muster und Checklisten für Einwilligungserklärungen, Auftragsverarbeitungsverträge sowie Vereinbarungen zwischen gemeinsam Verantwortlichen Teil der Plattform. „Dadurch können insbesondere kleinere Betriebe Zeit und Ressourcen sparen und auf bewährte Vorlagen zurückgreifen“, so die Expertin. Zusätzlich werden noch digitale Services wie der Datenschutzerklärungs-Generator sowie ein Datentransfer-Check geboten. Zudem finden sich auf der Plattform auch Erklärvideos und ein umfangreiches Glossar zu den wichtigsten Datenschutzbegriffen. „Damit wird das Angebot nicht nur für Datenschutzverantwortliche, sondern auch für Unternehmer ohne juristische Vorkenntnisse attraktiv“, schließt Charkow.