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Claudio Kratzmüller mit seinem System: In vier Stanzungen sind auf den je nach Bedarf fix angebrachten oder abnehmbaren Platten Spanngurte befestigt – das Material ist recycelbar.
© KRP Logistic GmbH

Steirer sagt Folienmüll den Kampf an

Neues System der KRP Logistic GmbH sichert im Lebensmittelhandel Waren auf Rollcontainern und reduziert Müll zu 95 Prozent.

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 10.05.2024
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Vom Plastiksackerl-Verbot bis zum ab 2025 geltenden Pfandsystem für Einweg-Getränkeverpackungen – es tut sich was in puncto Müllvermeidung im österreichischen Handel. Und doch gibt es noch die ein oder andere offene Baustelle – gerade in für Konsumenten nicht sofort sichtbaren Bereichen, wie Transport und Lagerung. Genau hier setzt der Steirer Claudio Kratzmüller mit seinem Unternehmen „KRP Logistic GmbH“ an: „Üblicherweise werden Waren im Lebensmittelhandel auf Rollcontainern transportiert, mit Folie umwickelt und so gesichert. Mit unserem System können wir eine Alternative bieten – und den Folienmülll um über 95 Prozent reduzieren.“ Mit Spar Österreich konnte Kratzmüller nun den ersten Großkunden an Land ziehen. „Die Systeme wurden im März ausgeliefert und sind bereits im Einsatz.“

Durch das dauerhaft einsetzbare System aus abnehmbaren Platten, die mit speziell entwickelten Spanngurten gesichert werden, sollen sich Unternehmen neben Müll auch Arbeitszeit und schlussendlich Geld sparen. Kratzmüller: „Das Ganze rechnet sich schon nach etwa einem Jahr, die Systeme sind aber viel länger einsetzbar.“ Und nebenbei wird der Umwelt etwas Gutes getan. „Es gibt Verteilzentren, die versenden täglich 2.000 Rollcontainer mit Lkws – und das sechs Mal die Woche. Im Jahr fallen da zwischen 30 und 35 Tonnen Folienmüll an. Wir reduzieren das auf wenige 100 Kilo“, so der Steirer.  

Gegründet hat Kratzmüller sein Unternehmen vor vier Jahren, 2022 wurde das Patent in Österreich bewilligt, das EU-weite Verfahren läuft. Gut so, denn der Steirer blickt bereits über die Grenzen hinaus: „Ich bin schon mit anderen Firmen im In- und Ausland im Gespräch und teilweise schon in der Anbot-Phase“, erzählt er. Im nächsten Schritt schielt das Unternehmen auf den deutschen und den italienischen Markt, auch der skandinavische Raum soll perspektivisch erschlossen werden. Kratzmüller: „Allein in Deutschland werden im Jahr eine Million Rollcontainer neu verkauft, der Markt ist also riesengroß – und auch das Müll-Einsparungspotential.“

Inzwischen wird auch am Produkt gefeilt. Schon jetzt nutzt man, im Sinne der Nachhaltigkeit, recyceltes Material. „Und die Platten sind auch zu 100 Prozent recycelbar“, betont der Unternehmer. Aktuell testet man aber bereits andere Materialien. Kratzmüller: „Holz ist für uns als nachwachsende Ressource natürlich besonders interessant.“ 

Produziert wird ausschließlich in Europa – und man ist für neue Partner gerüstet. Mit der Auslieferung im März sind mehr als 10.000 Systeme bereits im Einsatz – und es dürften wohl noch viele folgen.