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Indien
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Steirischer Wachstumswille in Indien

Durch das neue Freihandelsabkommen mit der EU wird Indien ein noch attraktiverer Exportmarkt.

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Aktualisiert am 28.05.2026

In Indien gibt es 65 Städte, die mehr Einwohner als die Steiermark haben. Sechs Städte sind einwohnermäßig sogar größer als ganz Österreich. Mit einem Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent im vergangenen Jahr und prognostizierten 7,2 Prozent für heuer gilt das bevölkerungsreichste Land der Erde als die am stärksten wachsende Volkswirtschaft unter den G20-Staaten. 2030 werden am Subkontinent bereits 700 Millionen Menschen eine kaufkräftige Mittelschicht bilden. Schon jetzt geben indische Touristen in Österreich mit 380 Euro pro Tag mehr als doppelt so viel aus wie durchschnittliche Besucher.

Diese Zahlen und das dahintersteckende Potenzial erklären das große Interesse Österreichs an diesem Markt. Schon im Vorjahr konnte erstmals ein kleiner Handelsbilanzüberschuss mit Indien erwirtschaftet werden. Vom Anfang des Jahres unterzeichneten EU-Indien-Freihandelsabkommen, das in für österreichische Unternehmen wichtigen Bereichen deutliche Tarifsenkungen vorsieht, erhofft man sich weitere Dynamik. 

Die Steiermark hat über das Internationalisierungscenter (ICS) Indien schon 2024 zur Fokusregion erklärt. Zwei Jahre und einige gegenseitige Wirtschaftsdelegationsbesuche später loteten Vertreter heimischer Exportunternehmen bei einem Besuch des indischen Botschafters Shambhu S. Kumaran in der Steiermark den Status quo und vor allem die Wachstumschancen der bilateralen Kooperationen aus. 

Karl Hartleb, Stefan Stolitzka, Botschafter Shambhu <br />
S. Kumaran, LR Willibald Ehrenhöfer, Jürgen Roth, Clara Lenz und Alfred Marchler.
© ICS Karl Hartleb, Stefan Stolitzka, Botschafter Shambhu, S. Kumaran, LR Willibald Ehrenhöfer, Jürgen Roth, Clara Lenz und Alfred Marchler.

Für beide Seiten steht dabei das Vermeiden einseitiger Abhängigkeiten am Weltmarkt und damit eine Diversifikation der Lieferketten im Vordergrund. Kumaran sieht diesbezüglich unter anderem in den Bereichen Greentech, Medizintechnik und Mikroelektronik – „Das Gold der Zukunft“ (Kumaran) – Potenzial für steirische Exporteure. Dazu kommt das Stärken  bestehender Aktivitäten im Mobilitätssektor. „Indien ist Brückenmarkt, aber längst auch Zielland“, unterstreicht Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer. Für die AVL gilt das schon seit 1984; aktuell betreibt man acht Standorte in Indien. 

Kumaran verweist aber auch auf die Eisenbahn – Indien unterhält das weltweit drittgrößte Schienennetz – beziehungsweise die Luftfahrt- und Weltraumsparte sowie den Rüstungsbereich.

Beide Seiten drängen zudem auf durchlässigere Ausbildungsmodelle. „Wir müssen offener sein für hungrige, wissbegierige, ehrgeizige Menschen“, betont Alfred Marchler, Geschäftsführer des Biotech-Anlagenbauspezialisten Zeta aus Lieboch. Er sieht entlang der Entwicklungskette vom Prototypen in die Produktion noch Potenzial, Münzer Biotechnologie im Ausbau seiner Altspeiseölsammlung und -aufbereitung zu Biotreibstoff in den Millionenmetropolen wie Neu Dehli. Legero-Eigentümer Stefan Stolitzka, der schon 40 Jahre Geschäftsbeziehungen in Indien pflegt und aktuell dort 1.500 Mitarbeiter in der Schuhproduktion beschäftigt, hofft indes auf Erleicherungen in Zusammenhang mit Zöllen.