Zum Inhalt springen
Ausseerland
© Susanne Enzenberger

Tourismus peilt Rekordsaison an

Die Tourismusbranche blickt nach einem Rekordstart im Mai optimistisch in die laufende Sommersaison. Konsumzurückhaltung der Gäste hält allerdings an.

Lesedauer: 4 Minuten

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Aktualisiert am 23.07.2026

Almen statt Palmen: Auch wenn die klassischen Urlaubsländer im Süden – Italien, Kroatien, Spanien und Griechenland – weiterhin begehrte Zieldestinationen für entspannte Tage am Meer sind, spielt die zunehmende Hitze in diesen Ländern touristisch dem (kühleren) Alpenraum in die Karten. In Kombination mit einer konzentrierten Feiertagsabfolge im Mai ließ das die heimischen Touristiker hochzufrieden in die heurige Sommersaison starten. 

Mit fast einer Million Nächtigungen war allein im Mai ein sattes Plus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres zu verbuchen. Österreichweit wurden sogar zwölf Prozent mehr Nächtigungen verzeichnet als im selben Monat des Vorjahres – laut Statistik Austria der höchste Mai-Wert seit Aufzeichnungsbeginn. Der Juni sei dagegen bundesweit sehr durchwachsen gewesen: In den Städten sei die Buchungslage relativ gut, in den Ferienresorts hingegen weniger. 

Steirisches Heimspiel

Aber der traditionelle Spitzenmonat steht erst bevor. Bis August klettern die monatlichen Nächtigungszahlen für gewöhnlich auf mehr als das Doppelte – 2025 waren es 1,98 Millionen. 

Die aktuelle Buchungslage verspreche jedenfalls ein Fortschreiben der positiven Entwicklung, bleibt Michael Feiertag, Geschäftsführer von Steiermark-Tourismus, optimistisch. Im letzten Jahr waren es von Ende Mai bis Oktober knapp über acht Millionen Nächtigungen – und damit deutlich mehr als in der Wintersaison. 

Die Betriebe können dabei auf einen starken Heimmarkt bauen. Die Steiermark zählt seit Jahren zu den beliebtesten Urlaubszielen der Österreicher. Über die Hälfte der Gäste in der Steiermark kommen aus anderen Bundesländern. Insgesamt nächtigen knapp 19 Prozent der heimischen Österreich-Urlauber in der Steiermark, gefolgt von Kärnten (16,4 Prozent) und Salzburg (14 Prozent).

Auch die Steirer selbst bleiben ihrer Heimat treu: Ein Drittel urlaubt in der Steiermark, knapp ein Viertel erholt sich in Kärnten.  Salzburg, Niederösterreich, Oberösterreich, Wien und Burgenland werden von jeweils rund acht Prozent bereist. Beliebtestes Ziel der Steirer in der Steiermark ist das Thermen- und Vulkanland mit zuletzt über 300.000 Nächtigungen vor Graz (187.000) und Schladming-Dachstein (141.000).

Sinkende Ausgaben

Was die Aussicht etwas trübt, ist die allgemein verhaltene Konsumlaune der Urlauber. Laut ÖAMTC-Reisemonitoring liegt das durchschnittliche Urlaubsbudget heuer bei 1.189 Euro pro Person – und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 1.233 Euro. Damit setzt sich ein Trend fort: Schon im Vorjahr sanken die Ausgaben von Steiermark-Urlaubern im Vergleich zu 2024 von 173 auf 168 Euro pro Tag. Alleinreisende verfügen demnach über das höchste Urlaubsbudget pro Kopf und liegen im Schnitt mit 240 Euro über dem Mittelwert, während Familien mit rund 143 Euro unter dem Mittelwert liegen und ihnen das geringste Budget pro Kopf zur Verfügung steht. Spendabler zeigen sich dagegen die Steirerinnen und Steirer selbst. Laut Untersuchung der Sparte Reisebüros werden die Urlaubsausgaben heuer um durchschnittlich zwölf Prozent steigen.

Parallel sind sie aber angesichts der geopolitischen Krisen auch vorsichtiger geworden. Spürbar wird das Zögern beispielsweise am Flughafen Graz. Nach einem guten Jahresbeginn bremsten der Krieg und die Diskussion um steigende Kerosinpreise und die Verfügbarkeit von Kerosin die Buchungsbegeisterung. 

Die Hotelbranche selbst befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Gäste erwarten sich schon lange weit mehr als ein Zimmer für die Nacht. Gefragt sind moderne Infrastruktur, individuelle Erlebnisse, hohe Aufenthaltsqualität, regionale Identität und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen.

Gleichzeitig stehen die Betriebe vor Herausforderungen wie steigenden Kosten und internationalem Wettbewerb. 

Um die Konkurrenzfähigkeit der heimischen Anbieter abzusichern, stellt das Land Steiermark im Rahmen der neuen „Qualitäts­offensive Hotellerie Steiermark 2026“ insgesamt ein Fördervolumen von 5,5 Millionen Euro für bestehende Beherbergungsbetriebe bereit. Die Förderung richtet sich an ganzjährig geführte Hotels und Pensionen mit KMU-Status in sämtlichen steirischen Tourismusgemeinden. Nicht förderbar sind unter anderem Apartmenthäuser, Chalets auf Selbstversorgerbasis oder reine Self-Check-in-Betriebe.

Gefördert werden Investitionen in bestehende Betriebe – von Qualitätsverbesserungen und Energieeffizienz über Mitarbeiterunterkünfte bis hin zu Digitalisierung, Barrierefreiheit und Freizeitinfrastruktur. Die Förderung kann für Investitionen mit förderbaren Kosten von mindestens 100.000 Euro bis maximal einer Million Euro beantragt werden. Die Förderhöhe beträgt bis zu 20 Prozent der Investitionskosten (10 Prozent für mittlere Unternehmen), ist aber mit 200.000 Euro pro Betrieb (100.000 Euro für mittlere Unternehmen) limitiert.

„Zukunftsfit“

Insgesamt sollen dadurch Investitionen von zumindest 27,5 Millionen Euro in der Steiermark ausgelöst werden. Anträge können bis längstens 30. Juni 2027 oder bis zur Ausschöpfung der Mittel gestellt werden. „Die Qualitätsoffensive unterstützt Betriebe dabei, sich zukunftsfit aufzustellen und ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken“, unterstreicht Johann Spreitzhofer, Spartenobmann für Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Steiermark.

Klaus Höfler