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Almenlandschaft auf der Koralm
© KK

Verpasste Jahrhundertchance - Pumpspeicherkraftwerk Koralm gescheitert

14 Jahre Verfahren − und am Ende das Aus: Das Scheitern des Pumpspeicherkraftwerks Koralm ist ein schwerer Rückschlag und zeigt, dass Verfahren zu lange dauern.

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 14.08.2026

Fast anderthalb Jahrzehnte zermürbende Gutachten, endlose Instanzenzüge und bürokratische Hürden haben ein Megaprojekt vernichtet, das mit 960 Megawatt Leistung einen wesentlichen Beitrag zur Speicherung erneuerbarer Energie und zur Stabilisierung der Stromversorgung hätte leisten können. Gerade angesichts des steigenden Strombedarfs und des Ausbaus erneuerbarer Energiequellen gewinnt leistungsfähige Speicherinfrastruktur weiter an Bedeutung. Besonders kritisch bewertet die WKO Steiermark die lange Verfahrensdauer. Nach 14 Jahren endet ein strategisch bedeutendes Infrastrukturprojekt ohne Umsetzung und scheitert an juristischen Spitzfindigkeiten und formalen Kriterien. Aus Sicht der Wirtschaft zeigt dieser Fall deutlich, dass Österreich bei zentralen Energie- und Standortprojekten raschere, klarere und verlässlichere Verfahren braucht. 

„Energiewende ade − wenn ein strategisch wichtiges Energieprojekt nach 14 Jahren Verfahren endgültig scheitert, ist das ein Alarmsignal für den Standort. So werden Energiewende und Versorgungssicherheit nicht gelingen“, betont Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark. „Ohne ausreichende Speichermöglichkeiten lässt sich die Energiewende nicht in der erforderlichen Stabilität und Geschwindigkeit umsetzen. Speichertechnologien sind entscheidend, um Strom aus erneuerbaren Quellen dann verfügbar zu machen, wenn Wirtschaft und Haushalte ihn tatsächlich brauchen.“ 

Auch in der Region ist die Enttäuschung groß. „Für die Region ist diese Entscheidung bitter. Ein Projekt mit großer Bedeutung für Wirtschaft, Energieversorgung und Zukunftsentwicklung wurde nach jahrelangen Verfahren endgültig verhindert“, sagt Manfred Kainz, Obmann der WKO-Regionalstelle Deutschlandsberg. 

Die WKO Steiermark fordert daher eine konsequente Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für zentrale Infrastruktur- und Energieprojekte. Beteiligung, Prüfung und Rechtssicherheit seien wichtige Bestandteile demokratischer Verfahren − zugleich müsse aber sichergestellt werden, dass Projekte von übergeordnetem öffentlichem Interesse in einem klaren und planbaren Zeitrahmen entschieden werden. „Die Energiewende braucht nicht nur Ziele, sondern auch umsetzbare Projekte. Dafür müssen die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass wichtige Vorhaben nicht über Jahre hinweg blockiert werden“, schließt Herk.